07. Mai 2008 - 20:35
Ich habe mich oft gefragt, wie es in einem sozialem Medium wie
Wikipedia funktionieren
kann, dass einerseits jedermann Artikel schreiben und
verändern kann und andererseits dennoch Vandalismus und
irrelevanter Inhalt dennoch kaum angetroffen werden. Wikipedia ist
ein gutes Beispiel für Web 2.0, wie ich es in der
zweiten Folge meines Podcasts angerissen habe. Also setzte ich
mich hochmotiviert hin und verfasste auch einen Eintrag, als Thema
wählte ich eines, dass ich so gut kenne wie meine
Westentasche: MICH.
Einige Stunden später hatte ich den Text mit all den
speziellen Formatierungen versehen, die in Wikipedia erforderlich
sind, damit die automatische Verlinkung zu anderen Artikeln
möglich ist. Sodann veröffentlichte ich stolz meinen
ersten Artikel. Doch die Freude über mein Werk währte nur
kurz, denn schon wenig später erschien ein hässlicher
Block, der dokumentierte, dass einer der Wikipedia-Administratoren
den Artikel zur Löschung vorgeschlagen
hatte.

Jemand hatte meinen Artikel angesehen und kam zum Schluss, dass
er die
Relevanzkriterien der Wikipedia Qualitätssicherung nicht
erfüllt. Deshalb hatte er ihn zur Löschung vorgeschlagen.
Von diesem Zeitpunkt an wird über eine Woche eine
öffentliche Diskussion geführt, bei der Administratoren
für oder gegen die Löschung stimmen können.
Ich habe keinen Orden erhalten, war nicht an "historischen,
politischen oder sonst nachrichtenwürdigen Ereignissen"
beteiligt, bin keine "weit bekannte Persönlichkeit aus der
Unterhaltungsbranche" und niemand hat jemals meine Werke "als
herausragend anerkannt". Meine Fernsehauftritte waren nicht "in
wesentlicher Funktion", ich habe keine zwei Romane (oder
ersatzweise vier Sachbücher) geschrieben und die von mir
aufgedeckten Skandale lassen auch alle kalt.
So muss ich wohl oder übel meine eigene
Irrelevanz für das öffentliche Interesse
akzeptieren und die Entfernung aus der Enzyklopädie hinnehmen.
Doch zum Belustigung meiner Freunde folgt hier die Urversion meines
ersten Wikipedia-Versuchs.
Oliver Drobnik
Oliver Drobnik (* 24. Juli1974 in Wien) ist ein
österreichischer EDV Ingenieur. Trotz
mehrerer TV-Auftritte und anderer Versuche Publizität zu
gewinnen ist er der breiten Öffentlichkeit bis dato
völlig unbekannt.
Bildung
Oliver Drobnik besuchte von 1980 bis 1984 die Volksschule in
Klosterneuburg
und von 1984 bis 1992 das
Bundesrealgymnasium Klosterneuburg. Nach der Matura besuchte er
für 2 Jahre von 1992 bis 1994 das Tageskolleg
für EDV und
Organisation an der HTL
Spengergasse. Für 2 weitere Jahre studierte er Wirtschaftsinformatik
an der TU Wien,
brach das Studium dann aber mangels Interesse wieder ab. Nach 3
Jahren der Berufsausübung erhielt er von der
Wirtschaftskammer Österreich die Standesbezeichnung Ingenieur
verliehen.
Leben und Interessen
Im Laufe seines bisherigen Lebens hat Oliver Drobnik eine
Vielzahl von Interessen und Hobbies verfolgt. Schon von jungen
Jahren an faszinierten ihn mechanisch-technische Geräte und
Menschen in extremen Situationen, als ersten Berufswunsch als Kind
nannte er Astronaut. So
besitzt er alle Führerscheine
ausser Autobus, fährt Motorrad (BMW F650GS, hält
eine amerikanische und eine europäische Privatpilotenlizenz,
eine Segelfluglizenz,
geht Fallschirmspringen
und ist PADI Master
SCUBA Diver.
Ein gewisses musisches Talent dürfte er von seiner Mutter
Stephanie geerbt haben. Er spielt Klavier, probierte
Gitarre, sang
als Bass im Schulchor des Gymnasium
Klosterneuburg, lernte Gesellschaftstanz
in der Tanzschule
Elmayer. Sein Traum ist es, wie ein Barpianist frei Klavier
spielen zu können. Gelegentlich probiert er sich als
Komponist, so wurde das Kennmelodie seines Podcasts von ihm
komponiert, gespielt und produziert.
Er spricht fliessend Englisch, während seines kurzen
Studiums war er im Fach Englisch für Wirtschaftsinformatiker
Klassenbester. Dass ihm diese Sprache sehr leicht fällt,
fährt er darauf zurück, dass die meisten Themen, die ihn
interessieren hauptsächlich in englischsprachiger Literatur
und dem Internet zu finden sind.
Seit Interesse für EDV wurde
gezündet, als sein Vater ca. 1984 einen MSX Heimcomputer
anschaffte. Dies führte dazu, dass er sich wenig später
zu einer diesbezüglichen Karriere entschloss. In einer
arbeitslosen Zwischenphase überlegte er kurz zur Lebens- und
Sozialberatung zu wechseln und absolvierte erfolgreich das
Auswahlverfahren des WIFI. Allerdings wurde
ihm dann eine neue lukrative Anstellung in der EDV angeboten, die
sich zeitlich nicht mit der sozialen Ausbildung vereinbaren
ließ, was einen Karrierewechsel verhinderte.
Seither trennt Oliver Drobnik die Themen Beruf und Berufung. Er
nützt sein fixes Einkommen aus der EDV für seinen
Lebensunterhalt und geht seiner Berufung in seiner Freizeit nach,
insbesondere dem inneren Drang Wege zu finden, wie er einen Beitrag
zu einer besseren Welt leisten kann.
Journalismus und Podcasting
Neben der Ausübung seines Hauptberufes arbeitet er
hobbymäßig als Journalist, er
schreibt Kabarett-Kritiken für KleinundKunst.at, Film-Kritiken
und generell über alles was ihm als interessanter Mehrwert
für seine etwa 150 Leser seines persönliches Weblogs
erscheint. Er hat nie eine einschlägige Ausbildung genossen,
sondern sein Schreibstil hat sich über 10 Jahre entwickelt. 2003 waren seine
Artikel noch relativ kurz und selten, bestanden meist nur aus ein
bis drei Sätzen. Ab 2004 namen die Artikel
sowohl in Umfang und Anzahl stark zu, in diesem Jahr schrieb er
erstmals mehr als einen Artikel pro Tag.
Die Freude am kreativen Formulieren und an eleganten deutschen
Wortkonstruktionen hielt sein Schaffen am Leben und die positiven
Rückmeldungen aus dem kleinen Kreis seiner
regelmäßigen Leser veranlassten ihn dazu, im Mai 2006 dem
Wiener Journalisten Club (WJC) als Online-Journalist
beizutreten. Zu diesem Zeitpunkt rückte er ab vom
täglichen Tagebuchschreiben zugunsten einer qualitativ
höheren Schreibweise in Form von Artikeln ab.
Im Februar
2007 fand ein schicksalshaftes Treffen mit Willy Zwerger, dem
Chefredateur von Klein&Kunst Onlein, statt, der an einer ihm
ausgehändigten Leseprobe Gefallen fand und ihn vom Fleck weg
als Reporter für sein Kleinkunst-Portal rekrutierte. Die
positiven Rückmeldungen, die er für seine eingereichten
Rezensionen erhielt, bestätigten ihm den Journalismus
als ernsthaftes Hobby.
Seit April
2008 betreibt er den wöchentlich erscheinenden PodcastDrops
rettet die Welt[1] in dem er
sich teils humoristisch teils ernst mit dem Thema Welt
retten beschäftigt. Obwohl er in diesem Bereich ein
totaler Newcomer ist, wurde die erste Episode (15 min) in der Woche
nach dem Erscheinen mehr als 180 mal heruntergeladen.
Kritik
Oliver Drobnik musste früh erkennen, dass Publizität
und Kritik Hand in Hand gehen. Er wurde unter anderem dafür
kritisiert medien-geil zu sein und das Privatleben seiner
Lebensgefährtin und Freude über Gebühr in die
Öffentlichkeit zu zerren, wenn er über aktuelle
Ereignisse in seinem Weblog schreibt.
Weiters warfen ihm Kritiker häufig vor arrogant und
besserwisserisch zu sein, insbesondere in finanziellen
Angelegenheiten, weil er durch mehrere Erbschaften die Bodenhaftung
verloren hätte. Sein soziales Interesse wäre geheuchelt
und seine permanente Eigenwerbung würden ihm einzig dazu
dienen möglichst viel öffentliches Interesse zu
erregen.
Er vertritt seinen Standpunkt oft mit fehlendem diplomatischen
Feingefühl und wenn er das Gefühl hat, sein Ruf steht auf
dem Spiel, auch mit Hilfe eines Rechtsanwalts. Ein Verein, den er
ursprünglich mitbegründete und dessen
Geschäftsführer er 2007 war, ging sogar soweit, ihn
abzusetzen und per Anwalt mit gerichtlichen Schritten zu drohen,
weil die übrigen Mitglieder der Überzeugung waren, Oliver
Drobnik hätte eine ihrer Geschäftsideen gestohlen. Diese
Drohung wurde nie verwirklicht, der Verein beschloss wenig
später seine Selbstauflösung.
Öffentliche Auftritte
Auszeichnungen
Weblinks
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