Oliver zeigt den Charts wo das Sternchen glänzt #

22. February 2009 21:23

Erstmalig seit 2007 hat es endlich wieder einmal ein Österreich auf den ersten Platz der österreichischen Hitparade von Ö3 geschafft. Zuletzt war dies DJ Ötzi mit “Ein Stern” gelungen. So berichtet Ö3. Oliver stieg mit seinem Debüt-Song “Blown Away” einer Sternschnuppe gleich von oben bei Platz 1 ein.

Oliver_Top_40

Oliver ist der neue Stern am deutschsprachigen Pop-Himmel. Ich sagen deswegen “deutsch”, weil Olivers erste Single nach dem Sieg bei Starmania war von einem teutonischen Label verlegt worden, mit dem einfallslosen Namen Deutsche Entertainment AG. Eine Schande eigentlich, denn so wandert ein Teil der Verkaufseinkünfte gleich wieder aus der Alpenrepublik in die Bundesrepublik Deutschland. Dabei wäre es eher im Sinne der österreichischen Allgemeinheit, würden um dieses Geld hiezulande Kinderbetreuungsplätze geschaffen.

Hoffentlich bekommt Oliver davon auch seinen fairen Teil ab, denn von den 99 Cent Verkaufspreis auf iTunes bekommen die Künstler zumeist nur ein paar Cent. Oliver kann das Geld gut gebrauchen, er spart auf die nötigen Drogen um gleich vom Bubi-Star zum Rocker zu werden ohne den Umweg über Boygroups nehmen zu müssen. Gewinner wird hinter den Kulissen wohl auch der ORF sein, denn der hat sich rechtzeitig alle Rechte an Oliver’s Erzeugnissen gesichert.

Wir finden es jedenfalls super, dass der junge Oliver mal wieder etwas frischen Wind in unsere Import-Pop-Kultur bringt. Ich gestehe auch ohne Umschweife, dass ich “Blown Away” und “You Give Me Something” am ersten Tag auf iTunes (ohne Kopierschutz) gekauft hatte … für meine Verlobte! Ok, auch für mich, aber erst an zweiter Stelle. :-)

Bürgermeister mit mehrfacher Persönlichkeit #

21. February 2009 15:35

Neulich in einem “Stadtkaffee” fand ich folgende Urkunde plakatiert.

Einstimmig

Nachdem sich mein Lachen gelegt hatte, philosophierte ich mit meinen Freunden, wie das wohl genau zu verstehen wäre. Entweder hat der angesprochene Bürgermeister eine multiple Persönlichkeit (auch genannt Schizophrenie) oder er hat so viel Gewicht, dass er als mehrere Personen zählt und dadurch Mehrheitsbeschlüsse mit sich selbst fassen kann.

Die ortsansässigen Mehlspeisen waren hingegen wirklich ein Gedicht. Kein Scherz.

Globales Feng-Shui #

13. February 2009 09:14

Eher zufällig habe ich mal wieder meine Feng Shui Unterlagen ausgegraben und im Internet ein wenig recherschiert und stieß dabei auf eine interessante Korrelation. In der chinesischen Kultur sind 12 Tiere und 5 Elemente bekannt, deren attributive Kombination ausreichen soll um jegliche Energiequalität oder jeden Wesenszug zu beschreiben.

Für jedes Datum lassen sich dann aus diesen 60 Varianten vier verschiedene berechnen, je eine für Stunde, Tag, Monat und Jahr. Das wird dann als chinesische Kalenderdeutung bezeichnet, häufiger auch als “chinesisches Horoskop”, obwohl die Sterne hier eigentlich kaum eine Rolle spielen. Jedenfalls ergeben sich für jeden Menschen diese 4 Tiere einen Hinweis auf die 4 Bereiche: Seele, Selbst, Körper, Aussenwirkung.

Bei mir sind diese Tiger [Yin] (Aussen), Schaf [Wei] (Körper), Tiger [Yin] (Selbst), Pferd [Wu] (Seele). Kurz zusammengefasst bedeutet dies: So wie ich nach aussen wirke bin ich auch tatsächlich selbst. Leidenschaftlich, ruhelos, mutig und sehr aktiv. Eine Führungsnatur, die sich ungern fremder Autorität unterordnet. Liebt die Gefahr und kann mit Risiken gut umgehen. Das Schaf beim Körper bringt mir körperliche Natürlichkeit aber auch Disziplinlosigkeit z.B. beim Sport. Das Pferd gibt meiner Seele den Drang zu schnellen Veränderungen, Abenteuerlust und einen Drang zu Offenheit, die auch in Taktlosigkeit münden kann.

Soweit so gut, jetzt fand ich aber beim Surfen eine Feng Shui World Map, die versucht die 12 Tiere und 5 Elemente Bereichen auf der Erde zuzuordnen. Mit sehr interessantem Ergebnis wie ich meine.

Die 5 Elemente werden von Norden nach Süden so verteilt, dass sie jeweils 36 Grad bedecken. Wasser ist verwandt mit Eis und Winter und ist bei der Antarktis. Holz ist bei Südamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland, allesamt bekannt für tolle Natur. Der Bereich um den Äquator ist mit Feuer gut abgedeckt. Erde bedeckt passenderweise die größten Landmassen, einen Bereich wo zwei Drittel der Weltbevölkerung leben. Und im hohen Norden haben wir dann noch Metall, mit ähnlichen Eigenschaften wie beim Südpol nur etwas handfester.

Die 12 Tiere werden jeweils 30 Grad zugeordnet und zwar so, dass das erste Tier auch in der ersten Zone liegt, mit der nach chinesischer Philosophie der Tag beginnt. Die Mitte der Ratten-Stunden (= Mitternacht) fällt somit mit der internationalen Datumsgrenze zusammen. Als erstes Land begrüßt Neuseeland den neuen Tag, gefolgt von Japan, Australien und so weiter.

Feng Shui World Map

Das wirklich Spannende ist jetzt, zu schauen inwieweit die Menschen in den gezeigten Kastln jetzt tatsächlich den Tieren und Elementen entsprechen. Der Autor der Karte nennt als Beispiele die hart arbeitenden Japaner (Büffel), die immer-freundlich-lächelnden Süd-Ost-Asiaten (Hase), die Chinesen (mit ihrem Sprichwort: “Sei leise wie ein Hase, bewege Dich wie ein Tiger”), die getreuen aber auch übermäßig selbstbewußten Amerikaner (Hund, Hahn),  die Europäer mit ihrem Entdeckergeist (Pferd). Die bezaubernden Schlangen im nahen Osten, mit Schönheit und Weisheit die Wiegen vieler Kulturen. Die verspielten Südamerikaner, die nichts wirklich ernst nehmen können (Affe). Man kann nun argumentieren, die internationale Datumsgrenze sowie auch diese Aufteilung sei willkürlich gewählt worden, aber warum wirkt das Bild doch irgendwie passend?

Mich hat nun interessiert, wo in diesem Raster Österreich zu finden ist und da sah ich dass der 15. Längengrad Österreich in einen Pferd- und eine Schlangen-Bereich teilt. Ich habe das auf Google Earth nochmal vergrößert und die Grenze eingezeichnet. Alles rechts von der senkrechten Linie zählt damit nach Feng Shui zu Ost-Europa (Schlange), alles links zu Westeuropa (Pferd). Und dann habe ich noch für mich wichtige Orte markiert: Gresten wo ich in meiner Kindheit viele schöne Sommer verbracht hatte und Weistrach, wo meine Verlobte lebt und wohin ich so oft als möglich “flüchte”.

Weistrach Gresten Wien

Die Schlange prägt die Wiener bzw. Ost-Österreicher: Gemütlichkeit und Sehnsucht nach Ruhe, tiefe Weisheit im Alter, beruflicher und persönlicher Erfolg fallen leicht. Liebt den Luxus, verwöhnt sich selbst und ist gebrächt von Schönheit und Anmut. Alte Kunst, tolle Bauwerke, Kopien sind unerwünscht, Orginale sind gefragt. Gute Eltern und Gastgeber.

Das Pferd prägt die West-Österreicher: Offen, taktlos und direkt. Mit Charme und Selbstdisziplin schnell zu Ansehen und Geld gelangen. Abenteuerlust, Gelegenheiten am Schopf packen, lieben das Reisen. Gute Intuition und Führungskraft. Besonders wichtig ist aber Ziele zu definieren.

Dieses globale Feng Shui liefert auch offensichtlich eine Erklärung für das österreichische Ost-West-Charme-Gefälle. Während es in Wien am wichtigsten ist gut auszusehen, sind die Kärtner bekannt für ihre liebe offene Art und ihr Anpacken. Gleichzeitig förderte dieses Modell auch spannende Parallelen aus meinem eigenen Leben zu Tage, als ich verglich, wie meine 4 Tiere mit den Zweien aus Österreich harmonieren. Eine besondere Affinität existiert nämlich zwischen Tiger und Pferd. Mein Selbst und mein Ausdruck lieben meine Seele, aber offensichtlich auch West-Österreich. Gleichzeitig existiert eine latente Opposition zwischen Tiger und Schlange. So verspüre ich einerseits eine starke Anziehung, andererseits eine milde Abstoßung sowohl vom Selbstausdruck her, als auch von meinem Wesen. Der Körper, der bei mir dem Schaf entspricht, hat noch eine Sympathiebeziehung zum Pferd. Noch ein versteckter Hinweis, dass es mir körperlich im Pferde-Gebiet besser gehen würde.

Gresten stand immer noch gerade im östlichen Einfluss, viele wohlhabende Wiener Familien, teilweise über die Wasserwerke, hatten sich dort Sommerhäuser geschaffen. Aber für mein holistisches Glück war es immer noch eine Spur zu weit im Osten. Es liegt für mich emotional im Abseits, gerade noch Ost-Österreich aber noch zu sehr im brisanten Grenzgebiet und obendrein schlecht zu erreichen.

Noch gar nicht erwähnt hatte ich meine angenehmen Besuche bei meinen Großeltern in Zürich, welches sich noch viel weiter im Pferde-Gebiet befindet.

Ich habe mir Weistrach nicht bewußt als neuen Lebensmittelpunkt ausgesucht, aber meine Seele dürfte neben der Verwandtschaft mit der Seele meiner Verlobten auch die Chance ergriffen haben, endlich über den 15. Längengrad zu hopsen. Hochzeit ist am 29. Mai. Das globale Feng Shui liefert mir also einerseits Erklärungen für den Drang meiner Seele mich mehr im Westen aufzuhalten, andererseits Hinweise auf was mir an Wien nicht passt.

Jedenfalls ist es schön, wenn nicht nur mein Herz zu Britta will, sondern auch Geist, Körper, Seele und Ausdruck. Das globale Feng Shui nimmt kein Blatt vor den Mund um mir das klar zu machen.

Hast Du vielleicht auch besondere Sympathien oder Abneigungen zu bestimmten Regionen auf der Erde? Vielleicht schaust Du Dir auch mal deine 4 Säulen im Vergleich mit der Feng Shui World Map an. Würde mich interessieren, was dies bei anderen Leuten zu Tage fördert.

Erneuerung der Kirche möglich? #

7. February 2009 22:57

Leider gehen in der alltäglichen Berichterstattung in den Medien jene Reformbestrebungen der katholischen Kirche unter, die diametral zur Medienlandschaft tatsächlich positives Bewirken. Täglich hört man von “Fehltritten”, “Fehleinschätzungen” und fragt sich dann, was es denn den Christen in aller Welt bringt, wenn linke und rechte Kräfte in der Kirche einander – und sei es auch noch so geistlich – beflegeln. “Reform” schaut im Vatikan derzeit wohl eher so aus, dass man die Exkommunizierung von bestimmten problematischen Priestern wieder aufhebt. Ja mei, wenn der Kirche schon die Durchschnittsbürger ausgehen, dann holt man halt Leute wieder zurück, die zuvor rechts aus dem Rahmen gefallen waren.

Dann war da noch das Kirchenvolksbegehren, das 1985 eine halbe Million Österreicher unterstützten, in Deutschland 1,8 Millionen. Tatsächlich ging diese Initiative von der internationalen Organisation Wir sind Kirche aus, die mittlerweile auf 5 Kontinenten vertreten ist. Die Forderungen sind seit mehr als 20 Jahren unverändert und sind insbesondere: Gleichberechtigung für Frauen, Zölibat nicht mehr Pflicht und Positive Sichtweise der Sexualität.

Der Papst, dem das Ergebnis damals präsentiert worden war, lebt mittlerweile nicht mehr auf dieser Erde. Vermutlich haben sich die Initiatoren einer erneuten Unterschriftenaktion gedacht, dass ein neuer Papst auch ein neues Begehren verdient. Jedenfalls sind die Forderung der neuen Laieninitiative gemäßigter als die des Kirchenvolksbegehrens und sehr viel näher an einem Standpunkt dran, dem sich theoretisch sogar die Konservativen annähern könnten. Fußt die Laieninitiative doch in der Realität und weniger im Revoluzzertum.

Die Lösung für den Priestermangel sehen mache Leute im “brasilianischen Modell”, wo ein Wanderpfarrer alle 6 Wochen einmal vorbeischaut. Da kann man entweder den Kopf darüber schütteln, oder besser gleich die Laieninitiative unterstützen, die zwei ganz einfache Vorschläge macht:

1) Frauen sollen zu Diakonen geweiht werden dürfen

2) Verheiratete Laien sollen als “viri probati” (zu deutsch: erprobte Menschen) im bischöflichen Auftrag auch geistliche Ämter übernehmen dürfen

Beides war in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten Standard, wurde erst später von alten Herren, pardon, Kirchenvätern abgestellt. Und zwar erst nach 1000 Jahren. Und auch nur, weil sich recht wenige Geistliche an das Gebot der Enthaltsamkeit halten wollten und stattdessen mit Konkubinen zusammenlebten. Insbesondere Kaiser Heinrich II. (zusammen mit Benedikt VIII) war das Zölibat ein besonderes Anliegen, offiziell zur Sicherstellung der “kultischen Reinheit der Priester”, inoffziell weil “der Kirchenbesitz sonst an die Kinder von Geistlichen vererbt worden wäre”. (Quelle: Wikipedia)

Erste Bestrebungen zur erneuten Aufhebung sind beinahe ebenso alt. Im 15. Jahrhundert fanden zwei erfolglose Konzile mit (unter anderem) diesem Thema statt. Ich sage mir, wenn es 1000 Jahre ohne Pflicht-Zölibat ging, dann 1000 Jahre mit (Gründe: zweifelhaft), wäre es dann nicht an der Zeit für die dritten 1000 Jahre wieder zum Ursprung zurückzukehren? Insbesondere, wenn sich damit einige schwerwiegenden und drängenden Probleme der Amtskirche lösen ließen?

Wir jedenfalls unterstützen die Laieninitiative. Ich bitte Dich, geschätzter Leser, dort auch einmal vorbei zu schauen.

Tu Felix Drops, Nube! #

2. February 2009 23:43

Göbel BrautpaarSeit heute ist es fix und somit habe ich auch offiziell die Erlaubnis meiner Braut es an die zweitgrößte Glocke zu hängen:

Wir heiraten!

Heute im gar nicht so grauen Morgengrauen fanden wir uns mit den nötigen Unterlagen am Standesamt in St. Peter ein, wo wir guter Laune das Aufgebot bestellten. Wichtigstes Dokument hierbei waren unsere Abschriften aus dem Geburtenbuch, mit denen wir bestätigen gerade mal nicht verheiratet zu sein. Im Schloss St. Peter steht uns zur Eheschließung jener Raum zur Verfügung, welcher ironischerweise zu Zeiten der NÖ Landesausstellung als Kriegs- und Waffenzimmer diente.

Als Termin hatten wir seit Jahresanfang schon den 29. Mai 2009 fixiert gehabt, aber erst seit heute steht es wirklich 100%-ig fest, weil wir die nötigen Gebühren entrichteten. ;-) Ein sehr eng gefasster Kreis von Verwandten wird in den nächsten Wochen noch eine persönliche Einladung erhalten. Eine großartige Abendfeier wird entfallen, wir haben nur Standesamt, eine christliche Zeremonie und ein gemeinsames Festmahl geplant. Dann geht’s schon ohne Umschweife zum Flittern.

Wen wir nun aber nicht einladen können, der möge uns bitte nicht böse sein. In jedem Fall freuen wir uns auch über Glückwünsche aus der Ferne.