In reale Werte investieren #

30. October 2008 19:27

Denken wir mal über folgenden finanziellen Ratschlag nach:

“Wer vor einem Jahr 1.000 Euro in Immofinanz Aktien anlegte, hat jetzt 100 Euro.
Wer für 1.000 Euro Stiegl (Bier, keine Aktien) besorgte, alles austrank und die Pfandflaschen zurückgab, bekam dafür 60 Euro Pfand.”

Ich würde mal sagen, beides braucht man etwa ein Jahr. Beides hängt einem dann zum Hals raus und beides macht einen schweren Kater. Beim Bier hätte man zumindest noch die Möglichkeit für kurze Zeit einen stark vergrößerten Freundeskreis zu haben, die einem helfen mit dem Bier fertig zu werden. Bei Immofinanz muss man die Talsohle alleine überqueren, während man sich Vorwürfe macht, nicht rechtzeitig ausgestiegen zu sein.

Mag sein, dass unter diesem Gesichtspunkt das Bier die angenehmere Wahl darstellt, aber meiner Meinung nach stärkt nichts so sehr den Charakter, wie Immofinanz-Aktien zu halten und damit zu rechnen, dass sie bald wieder 10 Euro das Stück kosten werden, weil dies dem realen Wert an den Besitztümern der AG entspricht.

Warum ich immer Werbung für Immofinanz mache? Sie ahnen nicht, wie sehr MEIN Charakter schon gestärkt wurde.

Vista … wieder im A #

29. October 2008 01:32

Ich muss wohl Rekordhalter sein. Ich habe mit Sicherheit in Österreich die meisten Methoden entdeckt, wie man ein System mit Windows Vista komplett zerstören kann. Ich meine wirklich komplett, so dass man Gerade jetzt wieder eine neue, ich glaube somit habe ich 7 mal meinen High-End-PC komplett von vorne neu aufsetzen müssen. Die neuesten 2 Methoden habe ich gestern und heute entdeckt.

Heute fand ich so nebenbei heraus, dass das Vista auf meiner zweiten Partition meines MacBook Pros sich plötzlich beschwert, ich hätte eine “unautorisierte Änderung” vorgenommen, die die Funktionalität von Vista verringern würde. Ich landete wieder auf dem Logon-Screen, ohne Chance das Vista wieder zu starten. Glücklicherweise geht das selbe Vista aber noch einwandfrei, wenn ich es in einem virtuellen Computer via VMware Fusion anwerfe.

Gestern habe ich, hoffend dass ich dann das neue Spiel Far Cry 2 spielen kann, den neuesten NVIDIA Grafiktreiber, die neuesten nForce Mainboard-Treiber und das neueste BIOS-Update gleich hintereinander installiert. Nach dem Reboot sah man zwar kurz den laufenden Balken, der aber dann verschwand und ein weisses Rechteck mit © Microsoft Corporation darunter zurückließ. Ja, Microschrott, die copyrighten sogar einen Schirm, der ihr permanentes Fehlschlagen dokumentiert. Die Festplatten-LED lechtete in einem fort, aber auch nach einer halben Stunde Wartezeit “no joy”, wie man in Redmond sagen würde.

Das schlug nun dem Fass den Boden aus. Ich bin eh schon seit längerer Zeit mit meiner privaten Computerei auf einen MacBook Pro umgestiegen. Den PC hatte ich nur in meiner Wohnung stehen um gelegentlich was fetziges oder fetzendes spielen zu können. Im Büro fragte ich nochmal meine Experten-Kollegen. Die einhellige Meinung der Zocker: Vista ist nicht zum Spielen geeignet. Es sei denn, man betrachtet 7 mal kompletten System-Verlust in einem Jahr als Spiel …

Dann war da noch die Frage, ob ich mit XP nicht auf angeblich bessere Optik verzichten muß, welche DirectX 10 nur unter Vista bietet. Darauf die lankonische Antwort: “Ich habe liebe 60 Frames und vielleicht nicht so schöne Schatten, als 40 Frames pro Sekunde und dafür super-schöne Schatten”. Ja, das hatte ich auch schon erlebt, dass mir der 3D Benchmark eine schlechtere Leistung unter Vista bescheinigt.

Nächste Frage war nun, was mache ich mit den 6 Festplatten, die ich eigentlich unter Vista als datensicheres Raid 5 betreiben wollte. Bei dieser Konfiguration nimmt eine Platte die Paritätsinformationen für die anderen Platten auf. Dadurch kann man bei minimalem Platzverlust jede Platte ersetzen, wenn sie kaputt geht und verliert keine Daten. Ich hielt mich immer für besonders schlau, weil der SATA-Controller von meinem “Striker Extreme” RAID 5 unterstützt. Und 5 ist doch bekanntlich mehr als 0+1…

Doch da lag ich falsch, genaueres Nachforschen via Google förderte diesen sehr interessanten Vergleich zutage, in dessen Licht RAID 5 mir plötzlich gar nicht mehr gefällt. Nun hat der Autor nur 4 Festplatten zum Testen gehabt, ich habe 6 drinnen und so machten ich schlicht und ergreifend aus den 6 ein RAID 0+1. Das sind dann nur mehr etwa 1,5 Terabyte, das sollte aber für ein paar Spielchen auch reichen. Datensicherheit ist gegeben, aber immerhin noch immer die die 3-fache Durchsatzrate gegenüber einzelnen Platten.

Ok, RAID ist konfiguriert, ich starte die XP Installation von meiner selbstgemachten SP2 CD. Es wird kein Datenträger erkannt. Ich erinnere mich, ich muss wohl die neuesten NVIDIA nForce Treiber auf die Setup-CD dazupacken. Frohen Mutes machte ich mir mit nLite auf meinem virtuellen Vista eine XP CD mit Service Pack 3, den Treibern und noch so einem Hotfix-Paket, dass die nLite-Fans regelmäßig zusammenstellen, so dass man nicht so viel von Windows Update herunterladen muss. Damit geht die Installation flott und knacking … bis zu dem fatalen Bildschirm, an dem man den Product Key eingeben muss.

Ich probiere ein, zwei Produktschlüssel die sich bei mir so angesammelt haben. Kein einziger wird akzeptiert. Wieder lese ich via Google nach und siehe da: Microsoft weiss seit einem Jahr, dass die Integration von SP3 in eine XP Setup-CD unter Vista nicht funktioniert. Man möge dies unter XP tun. Tut Microsoft irgendwas um den Fehler in SP3 zu beheben? Nein, das würde es ja Leuten ermöglichen, bequem ein Betriebssystem zu installieren, dass für Spielen besser als Vista funktioniert. Irgendein findiger Kopf hat es dann mal mit nLite im XP-Kompatibilitätsmodus probiert und scheinbar das Problem dann nicht mehr gehabt, dass gültige Keys abgelehnt werden.

Vielleicht probiere ich das auch noch irgendwann, aber als letzte Aktion für diesen angebrochenen Abend habe ich mir gerade noch eine SP2-CD mit NVIDIA Treibern gemacht und installiere XP von vorne. SP3 und die Hotfixes kann ich ja später immer noch herunterladen, Hauptsache der PC rennt wieder.

Vielleicht kommt der englische Ausdruck für “von vorne” ja aus der Microsoft-PC-Welt: “from scratch” könnte ja genausogut heißen, dass man sich bei Microsoft ständig am Kopf kratzen muss. Wundert sich da noch jemand, dass selbst ein PC-Profi wie ich irgendwann das Handtuch wirft und auf Apple umsteigt?

Beschiss bei Starmania #

24. October 2008 23:35

Schon in der ersten Folge der aktuellen Starmania-Staffel zog es mir den Magen zusammen, als Arabella Kiesbauer flötete “und sie könne so oft anrufen oder SMS schicken, wie sie wollen”. Gedachter Nachsatz: “und vielen Dank für ihre Kohle”, denn der ORF kassiert pro Zuschauerstimme jeweils 50 Cent. Der österreichische Rundfunk opfert die Nachvollziehbarkeit und die insbesondere die Fairness der reinen Profitgier.

Wir sollen glauben, dass es bei Starmania um den besten Gesang gehen soll, zumindest wird dies einem durch Saalvoting, einen Kommentator und die Präsenz des leibfülligen Plattenproduzenten suggeriert. Doch die tatsächliche Wahl wird einer anonymen Masse überlassen, mit der Aufforderung zu Unfairness. Bei jeder anderen Wahl ist eine Person gleich einer Stimme, denn nur so kann ausgeschlossen werden, dass Einzelpersonen unrechte Methoden nutzen, ihrer Auswahl überproportional mehr Gewicht zu geben. Denn, wo Menschen die Gelegenheit gegeben wird, da nützen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen schamlos zu ihrem Vorteil aus, insbesondere, wenn sie anonym bleiben können und sie sich sicher vor Verfolgung wähnen.

War es bisher nur ein Verdacht, sahen wir heuten den eindeutigen Betrugsbeweis, denn das von plötzlicher angeblicher Vertrottelung heimgesuchte TV-Publikum trägt alleine die Verantwortung dafür, daß eine mögliche Finalistin aus dem Rennen geworfen wurde. Dabei war ihre gesangliche Darbietung so genial, dass es sogar mir eine Gänsehaut verpasste. Was für Möglichkeiten hatten nun die Betrüger um das Ergebnis derart zu verfälschen?

Alle Betrügereien haben gemeinsam, dass sie Geld kosten. Einmal mit technischer Rafinesse, einmal mit sozial-netzwerklicher. Technisch bei Starmania zu betrügen geht extrem einfach. Man braucht nur ein kurzes Programm schreiben, dass über ein Handy mehrere hundert SMS verschickt. Laut Aussage des ORF gibt es tatsächlich kein Limit wie häufig man per SMS voten kann. Gäbe es eines, dann ist die nächst höhere Stufe der Betrugskunst, sich Zugang zu einem SMS-Gateway zu verschaffen oder einen solchen bei einem Provider zu mieten. Der Vorteil bei einem solchen Gateway ist nämlich, dass ich einerseits noch viel mehr SMS in der Voting-Zeit versenden kann, andererseits kann ich dort den Absender der Nachrichten völlig frei festlegen, also auf zufällige Handynummern aus allen Mobilnetzen. Der Empfänger kann den Unterschied nicht feststellen, Authentifizierung ist im SMS-Protokoll nicht vorgesehen.

Die sozial-netzwerkliche Methode ist zwar technisch weitaus banaler, kann aber genauso gut funktionieren. Gerade so junge Leute um die 20, wie die aktuellen Starmaniacs, haben unglaublich grosse soziale Netze, denn diese sind über das Internet heutzutage extrem leicht zu knüpfen. Wie schwer kann es dann sein, alle noch so flüchtigen Bekanntschaften zu bitten, für einen bestimmten Kandidaten zu stimmen? Auch hier wird das Wahlergebnis gekauft, nur aufgeteilt auf viele hunderte junge Burschen, die im Rausch der Hormone alles tun, worum sie ein blonder Engel bittet.

Bei Fernseh-Votings abgegebene Stimmen waren noch nie aussagekräftig. Entweder hat man viel Geld und technische Mittel zum Betrug, oder man kennt genügend Leute, die Leute kennen, die einem helfen das Ergebnis zu seinem eigenen Vorteil zu verzerren. Eine Pseudo-Jury würde dem Ergebnis noch wenigstens einen Anstrich rechtlicher Einwandfreiheit verschaffen, aber für Starmania macht sich niemand diese Mühe. Die vorherrschende Intransparenz verschleiert die zwei Tatsachen, dass einerseits durch etwas Organisation die Wahl manipuliert werden kann, andererseits auch weitere Möglichkeiten im Bereich “Social Engineering” existieren

Ich ersuche den ORF eindringlich, endlich die Voting-Betrügereien zu unterbinden, oder zumindest einzudämmen, auch wenn kurzfristig im Börsl etwas schmerzen wird. Wie lächerlich muss sich der ORF noch machen, bevor er endlich anfängt wieder fair und neutral zu agieren, wie wir das von unserem Staats-TV erwarten. Dem werten Leser empfehle ich indies künftige Starmania-Votings zu boykottieren. Wir zahlen eh schon saftige Zwangsgebühren, das Geld, das wir sonst ver-voten würden, ist im iTunes Store besser aufgehoben. Deren Verkaufshitparade ist nämlich jene Art von schonungslos ehrlichem Votum, um das es auch den Starmaniacs schlussendlich gehen wird.

Was nehmen wenn nicht stehlen #

22. October 2008 07:57

Roland fragt: “Coole Tipps! Danke! Was würdest Du jetzt in so ein Portfolio geben? Welches Service würdest Du nehmen. Direktanlage.at oder brokerjet?”

Nun, lieber Roland, das hängt wohl ganz davon ab, was Du selbst für Erwartungen hast. Daher fällt es mir schwer da eine allgemeine Antwort zu geben. Ich kann Dir nur sagen, was meine eigene Investment-Philosophie ist. Ich habe selbst auch ein Konto bei Brokerjet, allerdings habe ich derzeit dort keine einzige Aktie, denn mein Portfolio liegt bei Raiffeisen, wo es zur Besicherung eines Kredites dient.

Das Gefährliche an Discount-Brokern ist, dass sich ein Hitzkopf wie ich, durch die geringen Kosten leicht zu mehr als einem Trade pro Jahr pro Papier verleiten läßt. Dann summieren sich die augenscheinlich kleinen Kosten gewaltig und obendrein muss man dann noch die Hälfte des Gewinns an die Steuer abliefern. Obendrein half es mir in der Verhandlung mit meiner Bank in der Vergangenheit stets, wenn sie mein fettes Depot “sehen können”. Da hat man einfach wesentlich mehr Spielraum.

Wer also von seiner Bank bevorzugt behandelt werden möchte, sollte auch sein Depot bei ihr haben. Wer sich glücklich schätzen kann keinen Kredit zu haben, für den ist es eigentlich relativ egal, welchen Broker er nimmt. Brokerjet ist eine Tochter der Erste Bank und sonst auch recht funktioniell und freundlich gestaltet, Direktanlage.at kenne ich nicht. Somit würde ich in solch einem Fall wohl Brokerjet empfehlen. Nettes Gimmick bei denen ist ein RSA Token, bei dem man statt einem Passwort ein kleines Ding hat, dass einem eine minütlich wechselnde Zahl anzeigt, damit ist das Depot unknackbar.

Mit höheren Gebühren steigt auch die Mindestmenge, die man pro Transaktion abwickeln sollte. Die Raiffeisen verlangt, glaube ich, etwa 1,1% vom Betrag als Börsengebühr und einen bestimmte Mindestgebühr. Ich habe mal ausgerechnet, dass ab etwa 4000 Euro die Mindestgebühr dem prozentuellen Betrag entsprechen. Daher kaufe ich Aktien nie in kleineren Paketen. Mag sein, dass diese Gebühren weit über denen der Discount-Broker liegen, aber wie oben beschrieben nehme ich dies in Kauf, weil ich im Gegenzug viel Wohlwollen meines Privatkundenbetreuers bekomme.

Roland, Du scheinst einer der besonders geschickten Leute zu sein, der jetzt tatsächlich Bares hat um den günstigen Einstiegszeitpunkt abzupassen. Unsereins hat all sein Kapital gebunden und harrt darauf, dass die Kurse wieder das Level vom letzten Oktober erreichen. Aber sagen wir, ich hätte eine größere Menge Geld zum investieren, dann würde ich mir die folgende zwei Fragen stellen:

Auf welchem Markt sehe ich mittelfristig die stabilste Erholung?

Österreich.

Welche Unternehmen in Österreich liefern Güter oder Dienstleistungen, die man immer braucht bzw. jetzt mehr denn je braucht?

Banken, weil die Leute trotzdem einen Geldfluss haben. Immobilien, weil man auch in Krisen wo wohnen muss. Versicherungen, weil gerade wenn Leute an schlechte Zeiten glauben, sie sich Sicherheit kaufen wollen. Energielieferanten, damit wir nicht frieren und weil dank des steigenden Ölpreises diese immer mehr verdienen. Kommunikationsunternehmen und Infrastruktur, bedingt, wenn sie profitabel sind.

Somit ist klar, dass ich im ATX auf Shopping Tour gehen würde. Meine Einkaufsliste, sortiert nach Präferenz:

  • Immofinanz
  • Erste Bank
  • Raiffeisen International
  • Vienna Insurance Group (Marktführer!)
  • OMV
  • Schöller-Bleckmann AG (Bohr-Ausrüster für Öl-Firmen)
  • Post
  • Telekom
  • Strabag SE

Plus, ausserhalb des ATX, mir aber sympatisch:

  • EVN
  • Semperit
  • Uniqua

Aus dieser Liste würde ich mir maximal 8 Titel checken und wie gesagt immer mindestens 4000 Euro. Aktien im ATX haben zusätzlich den Vorteil, dass sie auch vermehrt von Fonds eingekauft werden, was für einen zusätzlichen steten Aufwärtsdruck sorgt. Gute Aktien kaufen, und erst wieder in einem Jahr anschauen.

Der langen Rede kurzer Sinn sei allerdings, dass man es derzeit vermutlich wirklich relativ egal ist, in was man investiert, in einigen Jahren wird alles schön gestiegen sein. Jedenfalls hoffe ich, dass wir uns dann noch kennen, wenn Du dank meiner Tipps dann reich geworden bist.

Aktienmarkt fasst zaghaft neues Vertrauen #

21. October 2008 07:55

Gestern beschloss der Nationalrat vertrauensstärkende Sofortmaßnahmen im Ausmaß von 100 Milliarden Euro. Bei aller demonstrierter nationaler Einhalt gab es natürlich auch Unkenrufe, insbesondere dort, wo die Kameraleute des ORF bereitwillig zuhörten. Die einen sahen die vorliegende Krise als Beweis für die Schlechtigkeit unserer Banken-Manager, die nur durch die väterliche harte Hand des Staates in gute Bahnen gelenkt werden könne. Die anderen sahen die Schuld ganz wo anders, denn Schuld sei ja eigentlich Amerika. Hier beißt sich die Katze dann in den Schwanz, weil ebendort wird genau das gleiche gesagt, nur etwas klarer ersichtlich. Die Republikaner wollen alles deregulieren und privatisieren. Die Demokraten wollen den Staat sozialer machen.  Wo die goldene Mitte genau liegt, dass kann keiner sagen und das wird bei jeden Wahlen neu entschieden.

Aber trotz aller Polemik ziehen dann doch alle Beteiligten am selben Strang, sind wir doch alle froh, dass die Krise jetzt abgewendet sein dürft. Der Wiener Börse war es tatsächlich relativ egal, was am Montag beschlossen wurde. Zaghaft positiv mit geringer Volatilität ging es aufwärts. Der Markt zeigt tatsächlich schon seit 10. Oktober einen sanft aufwärts gerichteten Trendkanal aus dem in der letzten Handelswoche ein spekulativer Ausritt passierte. Wie bei solchen Übertreibungen aber üblich nahmen die meisten Spekulanten ihre 20% Gewinn und ließen den Kurs dann wieder in den besagten Kanal plumpsen.

ATX_Trendwende

Ist ja nur menschlich, denn er will schon 1 Monat warten um 20% einzusacken, wenn es auch in 4 Tagen geht. Der eingezeichnete Trend beläuft sich auf aktuell 7% Wachstum in 10 Tagen. Wobei es auch sein könnte, dass “nur menschlich” nur teilweise richtig ist: angeblich sollen ja die Hälfte der Trades an den Börsen dieser Welt mittlerweile von Computerprogrammen ausgeführt werden.

Seit Beginn der Krise im Oktober 2007 sind exakt 60% des österreichischen Marktes in den Lokus gewandert. Im besten Fall kann der aktuelle Trend das in 10 Wochen wieder gut machen. Wahrscheinlicher ist aber, dass es zum Gipfel genauso lange dauert, wie zuvor der Abstieg ins Tal, also bis Oktober nächsten Jahres. So oder so ist jetzt der beste Zeitpunkt – entsprechende Eier vorausgesetzt – mit einer besonders wählerischen Hand im ATX einkaufen zu gehen. Denn einerseits haben wir bei den meisten Aktien jetzt das Tal gesehen, andererseits paßt die erwartete Erholungsdauer prächtig mit der Spekulationsfrist von einem Jahr zusammen. Kurz gesagt: Jetzt kaufen, in einem Jahr 60% steuerfrei verdienen.

Natürlich bin ich der einzige, der solch einen Rat verbreiten darf. Jede Bank wird auf die aktuell unbegrenzte Sicherung für Spareinlagen verweisen und stark von Aktien in jeder Form abraten. Ist ja auch klar, denn keine Bank geht gerne freiwillig zum Staat und bittet um Eigenmittel, wenn die verängstigten Kunden den Banken ihr Geld derzeit förmlich aufdrängen. Daher kann ich nur sagen, es muss sich jeder seine eigene Meinung bilden und sollte sich weder von den Eigenmittel-gierigen Banken noch von seinen eingeredeten Emotionen leiten lassen. Geld ist eine Sache der Fakten und wer an der Börse emotionsfrei agiert, der halt schlußendlich immer die Nase vorn.

Jetzt auf Apple umsteigen #

15. October 2008 08:45

Als ich jüngst privat auf einen MacBook Pro umgestiegen bin, wurde ich von Apple-Kennern gewarnt, dass demnächst eine Erneuerung aller Mac Laptops ins Hause stehen würde. Ich konnte damals nicht warten, weil ich beschlossen hatte, mich in die Entwicklung für das iPhone hineinzutigern. So kaufte ich mir – als geschäftlich nötige Grundlage für dieses Unterfangen – den am besten ausgestatteten MacBook Pro mit 15″, den es gab und habe mittlerweile 2 Programme im App Store, ein weiteres Programm ist Apple zu dubios, als dass sie es in einer Woche bewilligen könnten.

Der Refresh der Notebook hat nun stattgefunden. Bei einem entsprechenden Event gestern hat ein putzmunterer Steve Jobs alle Macbook-Neuigkeiten offenbart. Alle Geräte sollen ab sofort im Fachhandel verfügbar sein, deswegen ist genau jetzt der beste Zeitpunkt auf Apple umzusteigen.

Am unteren Ende des Preisspektrums findet sich immer noch ein MacBook mit weissem Plastikgehäuse, allerdings um 100 Euro billiger. Technisch praktisch unverändert mit on-board Intel X3100 durchaus ausreichend für die meisten Einsteiger, z.B. budget-knappe Doktoratsanwärter für ihre Doktorarbeit. 949 Euro. Gut ist auch, dass der interne DVD-Brenner nun um das Geld auch dabei ist, somit spart man hier nun 30%.

Für nur 250 Euro mehr bekommt man den neuen 13″ MacBook in Aluminium-Ausführung und mit all den vorgestellten Innovationen. NVIDIA GeForce 9400M Grafik bietet etwa die 5-fache Leistung von der low-cost Variante. Damit läßt sich doch eines an aktuellen Computerspielen ganz gut darstellen. 1199 EUR für die kleine Variante und 1499 EUR für eine etwas größere Festplatte. Ich glaube, dass nur die aller-sparsamsten zum billigsten MacBook greifen werden, der Alu-Macbook ist definitiv die stylishere Wahl.

Ab Anfang November wird es die tolle neue Grafik auch im Leichtgewicht MacBook Air geben. 1699 EUR mit 120 GB Festplatte, 2299 EUR mit 128 GB Solid-State-Platte (SSD). Damit positioniert sich das MacBook Air als echte Alternative für Leute, die viel mobil Dokumente bearbeiten wollen und daher grossen Bildschirm und große Tastatur brauchen, aber wenig Gewicht transportieren wollen. Bisher war die Wahl nicht so eindeutig, in der SSD-Variante musste man sich mit 64 GB zufrieden geben, jetzt bekommt man aber sogar mehr Platz als mit der herkömmlichen mechanischen Technologie.

“Pros kaufen Pros” sagt Apple und zeigt in den neuen MacBook Pros die meisten technischen Neuerungen. Neben dem tollen neuen Alugehäuse, dass aus einem einzelnen Aluminium-Block hergestellt wird, gibt es dort auch den neuen NVIDIA Chip für flotte Grafik im normalen Betrieb. Aber einzigartig ist jetzt, dass Apple einen ZWEITEN GRAFIKCHIP, NVIDIA 9600M GT, dazupackt auf den man quasi im Grafik-Turbo-Modus umschalten kann. Das reduziert zwar die Akku-Dauer um eine Stunde, man hat aber die schnellste Grafik, die derzeit mobil zu bekommen ist. Je nach Variante zwischen 1799 EUR und 2249 EUR für 15″. Für 2499 bekommt man dann den Allergrößten mit 17″.

Ich merke schon wieder wie der alte Verführer Steve Jobs uns Apple-Fans umschmeichelt und sein Gesang unsere Kreditkarte locker werden läßt. Nicht von ungefähr ist das Logo von Apple ein angebissener Apfel. Die paradiesische Erkenntnis, die wir Mac-Nutzer durch den Apfel immer von neuem gewinnen müssen ist, dass Apple nicht nur bei der Software, sondern auch beim Engineering ihrer Hardware jeden anderen Hersteller deklassiert.

Was tut nur der getreue Macianer, der sich 2008 schon ein Gerät angeschafft hat? Ein bisserl träumen, vielleicht bringt ja das Christkind einen neuen MacBook. Ansonsten braucht man in den seltesten Fällen zu verzagen, denn die Neuerungen sind alle hauptsächlich optischer Natur und dass man etwas mehr Features für das gleiche Geld bekommt. Mein MacBook Pro der vorigen Generation ist immer noch top und ideal für meine iPhone-Entwicklerei, so dass ich keinen Grund habe unmittelbar einen neuen Pro zu kaufen.

Jedoch kann ich jedem noch-PC-Nutzer dringend anraten den nächsten Apple-Fachhändler zu stürmen oder wenigstens Mac an die erste Stelle der Weihnachtswunschliste zu setzen.

Film Preview: Nights in Rodanthe #

14. October 2008 23:36

Sehnsüchtig erwartet haben weibliche Sneak Preview Seherinnen den kommenden Liebesfilm mit Richard Gere in der Hauptrolle, der englische Titel “Nights in Rodanthe” ist genauso nichtssagend wie die deutsche Übersetzung “Das Lächeln der Sterne”, zumal man aufgrund des Unwetters im Film kein einziges Mal einen klaren Sternenhimmel sieht.

Richard Gere als plastischer Chirurg, dem eine Patientin unter den Händen weggestorben war, spielt seinen grau-mellierten Dackelblick 1a wie eh und je. Diane Lane, ist die Mutter von zwei Töchtern, die sich von einem untreuen Ehemann getrennt hat, nur dass der jetzt wieder zurück will. Sie treffen sich in einer wildromantischen Pension, in der Gere der einzige Gast ist und auf die Diane Lane zufällig gerade aufpasst.

Die beiden Hauptdarsteller sind ihr Gehalt wert, leider kann man das selbe nicht über den Schreiber des Scripts behaupten. Zu flach erschienen mir die Charaktere und zu wenig berührend ist die Geschichte, die sich teilweise ein wenig mehr als mit gutem Geschmack diverser Klischees bedient. Schade, dadurch sahen sich diverse männliche Kinobesucher dazu veranlaßt verschwörerisch die Köpfe zusammenzustecken und Witze darüber zu reissen. Das weibliche Publikum hingegen wird vermutlich in den emotionalen und Beziehungs-Verstrickungen Gefallen finden und den Film als ganzes daher besser bewerten.

Ich fand den Film ok, aber vermutlich geht besser eine Frauenrunde zum gemeinsamen Gere-Schmelzen ins Kino, als dass man seinen männlichen Partner dazu zwingen sollte.

Meine Bank ist gerettet #

14. October 2008 08:58

Irgendwie lustig. In Amerika beschliesst die Regierung 700 Milliarden Dollar, “irgendeine hohe Zahl”, wie die Erfinder des im zweiten Anlauf durchgegangen Paketes zugegeben haben. Das Geld solle dazu dienen, marode Kredite aufzukaufen und Versicherungen wie Banken, die dringend Eigenkapital brauchen die rettende Dosis zu versetzen. Ergebnis: die Börsen stürzen ab, weil so ein Kasperltheater wenig vertrauensbildend wirkt.

Dann setzen sich die 15 Haupt-Maxl der Euro-Länder am letzten Wochenende zusammen und einigen sich darauf, dass jedes Land für sich gleichzeitig etwas tun wird. Schon bevor am Montag nachmittag Bundeskanzler und Finanzminister die Details des österreichischen Plans verkünden, reicht dies schon, dass alle Börsen massiv ins Plus drehen. Immofinanz plus 43 Prozent, Erste plus 12, Raiffeisen plus 18. Ok, zugegeben.

Für mich als jüngst verarmten Klein-Millionär sind zwei Dinge in dem Paket, die wichtig sind. Die Inter-Banken-Garantie und das kommende Verbot von Shorts.

Die Raiffeisenbank hat in den vergangen Jahren verabsäumt, gute Beziehungen mit den großen Schweizer Banken zu pflegen. Wer ein Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken besitzt, der hat zumeist den 3- oder 1-Monats Libor zu Grunde liegen. Das bedeutet, dass meine Bank in diesem Zeitabstand ständig refinanzieren muss. Also im 1-Monats-Fall, jedes Monat genug Franken organisieren um den Kredit zurückzuzahlen und neu für ein weiteres Monat aufzunehmen.

Hierfür bediente sich die Raiffeisen aber immer anderer auch in Österreich sitzender Devisenhändler, doch denen wurde zuletzt auch schon das Geld knapp. Behaupteten diese zumindest, damit sei bis zu einem Prozent extra an “Risiko-Prämie” verlangen konnten. Extra-Kosten, die die Bank natürlich an den Kreditnehmer abzuwälzen versucht. Mein Rat hier jedoch ist jedenfalls, den eigenen Kreditvertrag zu prüfen, denn ich glaube, dass da nichts drinnen steht, dass ich solche unvorhergesehenen höheren Refinanzierungskosten tatsächlich tragen muss. Langer Rede kurzer Sinn: die UBS sitzt auf einem Haufen Geld und gab den nicht her. Jetzt schon wieder.

Durch die Interbanken-Garantie bekommt meine Bank also wieder Geld, mein Kredit verteuert sich also nicht mehr zusätzlich durch Risikozuschläge. Gleichzeitig steigt das Eigenkapital derzeit durch die vielen neuen Sparbücher massiv an. Die goldene Nase der Banken zeigt schon ihren ersten Glanz.

Als radikale Änderung, auch wenn diese in den Medien ziemlich untergegangen war, sehe ich die Ankündigung, dass sogenannte Leerverkäufe (Shorts) verboten werden sollen. Bisher ist es möglich auch mit fallenden Kursen Geld zu machen, indem man sich Aktien ausborgt, diese hoch verkauft, niedrig zurückkauft und dann dem Besitzer zurückgibt. Die Differenz hat man dann verdient.

Die alte Weisheit an der Börse war: beteilige dich an einem guten Unternehmen, halte die Aktien ewig, kassiere Dividende. Doch mit Shorts war es auf einmal möglich auch an fallenden Kursen viel Geld zu verdienen und diese Möglichkeit wurde massiv genutzt.

Wir sehen an dem Kursprung am Montag wieviel schwerwiegend tatsächlich die Massenpsychologie am Markt die Kurse steuert. Das Problem mit Shorts ist, dass es irgendwie “unfair” ist. Man verdient Geld daran, dass ein Unternehmen weniger wert wird. Wenn viele Leute denken, dass es unfair zugeht und die Kurse immer runtergehen, dann wird dieser Glauben auch zur Wahrheit. Massenhysterie.

Gibt es nun kein “Short Selling” mehr, dann kehren wir zur ursprünglichen Strategie zurück: ich suche mir fundamental gute Werte, die pro Jahr mindestens 8% wachsen werden, im günstigen Fall auch mit einer wahrscheinlichen Dividendenzahlung jährlich und dann erwarte ich Wachstum. Wiederum kommt die Massenpsychologie ins Spiel: wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer mit Wachstum rechnen, dann findet dieses statt. Der Markt wird wieder fairer, wenn dieses fiese Instrument endlich verboten wird.

Dies wirkt aus einem weiteren Grund stabilisierend für für ein mittelfristiges solides Wachsen. Viele Möchtegern-Daytrader haben im Laufe eines Tages ständig long-short-long-short gemacht, in der Hoffnung aus den Cent-Differenzen ausreichend Geld zu verdienen. Das Ganze vielleicht auch noch gekoppelt mit geborgtem Geld (Marge). Ich habe das selbst auch probiert, musste aber feststellen, dass die Gebühren für diese Art des Handels am Ende wesentlich mehr gekostet haben, als der Ertrag ausmachte, also ein Netto-Verlust. Der Wegfall von Short Selling wird das tageweise “Day Trading” unattraktiv machen. Käufe werden nur mehr solche sein, die auf längerfristiges Wachsen abzielen.

Ich vermute, dass viele Leute sich wieder darauf besinnen werden, dass man erst ab einem Jahr Behaltefrist keine Steuern auf seinen Wertzuwachs zahlen muss.

Ich habe bereits früher betont, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Firmenwert und Aktienwert gibt. Der Wert einer Firma ist die Summe ihrer Besitztümer, sei es Immobilien, Anlagen, Kunden, monatliche Einnahmen. Der Wert einer Aktie ist immer so viel, wie mir jemand dafür zahlt. Und hier liegt der Hauptgrund begraben, weshalb ich glaube, dass uns nun ein neues goldenes Aktien-Zeitalter ins Haus steht. Tatsächlich sind die österreichischen Aktien alle viel zu billig. Wenn ich eine Aktie Immofinanz kaufe, dann zahle ich 1,50 EUR, besitze dadurch aber einen Unternehmensanteil, der wesentlich mehr wert ist. 500 Millionen Aktien besitzen 25 Milliarden an Immobilien und Anlagen und auf der Minus-Seite 20 Milliarden an Verbindlichkeiten. Demnach müßte eine Aktie Immofinanz eigentlich 10 Euro kosten. Warum tut sie das nicht? Psychologie. Wird schon werden.

Meine Bank jedenfalls steht jetzt besser da, als vor der Krise. Nach ihrer Rettung hoffe ich darauf, dass sich die Kurse bald wieder auf das Niveau vom Jahresanfang begeben, damit ich mir endlich wieder was zum Essen leisten kann. ;-)

iWoman #

12. October 2008 18:04

My fiancee loves her new tool to track her monthly menstruation cycle which is now available in the app store. It has a uncluttered interface that is simple to use and quick to understand … just right for the time of the month when you don’t really have the nerves to dig through a counterintuitive interface. ;-)

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Version 1.1 brings a new information bar that also tells you when you are more likely to get pregnant, useful if you are trying to conceive or also if you are trying not to.

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iWoman allows every woman to take charge of her menstrual cycle. The intuitive interface allows to quickly add information about a new cycle and will estimate number of days and cycle start date from previously entered dates. You can also adjust the number of days and specifically track strength and other symptoms per day.

The best feature of iWoman is that you can easily estimate future dates when you might be indisposed and make certain that your cycle does not interfere with your next vacation.

Keeping track of your female cycle with our handy tool puts you in charge!

App Store Link

Die wahren Profiteure der Krise #

10. October 2008 02:30

Roland aus Wien fragt stellvertretend für viele verunsicherte Anleger: “Ich vermisse Deine Kommentare zur aktuellen Börsensituation. Würde mich sehr interessieren wie Du darüber denkst!”

Danke für die Frage, Roland.

Meine Meinung ist, dass in letzter Zeit ein Haufen verängstigter Finanzschafe eine Handvoll weniger Leute steinreich machen wird. Dabei werden aber die Schafe nach Strich und Faden geschoren und blöken gelegentlich ein wenig verängstig und machmal auch ein wenig kleinlaut. “Mäh, ich bin jetzt arm, aber dafür ist mein Sparbuch sicher, blöck”

Dank der neuen unbegrenzten Einlagensicherung erlebt das Sparbuch in Österreich gerade eine Renaissance. Letzte Wochen wurden 10 mal so viele neue Sparbücher eröffnet als sonst. Na, die armen Banken haben ja gerade eh zu wenig Kapital.

Aktuell braucht eine Bank bei uns 4% Eigenmittel. Das heißt, dass sie für 4 Euro, die jemand bei ihnen auf ein Sparbuch legt (für magere Zinsen), die liebe Bank 100 Euro an Krediten (für fette Zinsen) vergeben kann. In der EU wird schon die kühne Forderung laut, man möge die Eigenmittelquote auf 8% anheben. Das kann man doch nicht verlangen! Da müssten die Banken ja schauen, dass sie mehr Sparbücher verkaufen…

Im Gegensatz zu den US Banken sind unsere heimischen Institute eigentlich nicht vom Untergang gefährdet gewesen. Bei uns finanziert einem die Bank maximal 80% vom Kaufwert einer Immobilie. In USA waren es teilweise bis zu 200%, denn der neue Hausbesitzer musste ja auch renovieren und neue Möbel kaufen. Diese Kredite wurden dann gebündelt und als Hochrendite-Anlageobjekte weiterverkauft. Das ging nur so lange gut, so lange der ursprüngliche Kreditnehmer seine Raten zahlen konnte. Doch es kriselte, ein paar Leute konnten eben nicht, es folgten Enteignungen, Entwertungen und wegen Uneinbringlichkeit dann die Abschreibung des Kredites. Zu meinen Lebzeiten waren bei uns solche abenteuerlichen Konstrukte noch nie möglich. Als ich damals in der amerikanischen Literatur davon las, beneidete ich die Amis für die lockere Kreditgebung. Jetzt nicht mehr.

Ok, Banken sind ok. Wie schaut es aus mit der Immofinanz? Deren Kurs wurde ja auch runtergeprügelt, wie kein anderer.

Gut schaut es aus. Hätte ich etwas Geld übrig, würde ich jetzt massiv Immofinanz-Aktien um 1 Euro das Stück kaufen. Als psychologischer Nebeneffekt der Kreditkrise in Amerika soll es nun auf einmal schlecht sein in Grund und Boden zu investieren? Ich kann nur den Kopf schütteln, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, unspektakulär unspekulativ in Österreich Immobilienwerte bewertet werden. Der Sachverständige nimmt einerseits das, was das Bauen der Immobilie gekostet hat und zieht etwa 2% pro Jahr an Wertverlust ab. Das nennt man Sachwert. Dann nimmt er den Jahresmietertrag, sagt das sind 6% und errechnet 100% als den Ertragswert. Aus den beiden Werten nimmt er ein Mittel.

Der Ertragswert hat die angenehme Eigenschaft, dass er mit der Anpassung von Wieten an die Inflationsrate ständig steigt, weil wir ja nie eine Deflation haben. Somit wird jede Immobilie eigentlich jährlich mehr wert. So geht es auch der Immofinanz, längst ist die Summe der Aktien wesentlich weniger, als deren Immobilien nach obigem Schema wert sind. Wie nennt man so was? Schäppchen.

Obendrein hat die Immofinanz gerade eben erst eine Dividende von 40 Cent pro Aktie beschlossen. Das heisst, dass ich nächstes Jahr für eine Aktie, die aktuell rund 1,30 Euro kostet wahrscheinlich 40 Cent Dividende bekommen werde, von einem rasanten Anstieg, mit dem ich in den nächsten 12 Monaten rechne, ganz zu schweigen. 40 Cent von 1,30 Euro sind 30% Rendite.

Kann Immofinanz bankrott werden, weil die Aktie auf Null geht?

Nein, bankrott kann man nur werden, wenn man nicht mehr seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Der Immofinanz droht dies keinesfalls, denn sie kassiert monatlich gewaltige Summen an gewerblichen Mieten. Keine andere Firma ist so liquide. Schon gar nicht ist eine Firma bankrott, wenn eine Aktie keinen Käufer findet und daher kein Kurs zustande kommt, denn dann besitzt man durch die Aktie immer noch ein verbrieften Anteil an den wertvollen Immobilien des Unternehmens.

Obendrein ist es eine Frage der Psychologie, denn jeder Kurs, der zustande kommt bedeutet, dass es einen Käufer und einen Verkäufer gegeben hat. Der Käufer hielt die Aktie für günstig, der Verkäufer für teuer. Es wird immer wen geben, dem die Immofinanz-Aktie bei 1 Euro als totales Schnäppchen vorkommt, das ist auch der Grund, weshalb sie gestern und heute nicht unter diese Grenze gefallen ist. Es stimmt einfach nicht, dass “alle jetzt verkaufen”, auch wenn die Medien das behaupten. Stimmen tut nur, dass die Verkäufer im Markt derzeit mit dem Preis nach unten wesentlich flexibler sind, was natürlich den Kurs drückt. Gleichzeitig gibt es aber genau so viele Käufer.

Grund und Boden ist gerade in schwierigen Zeiten immer einem schnöden Sparbuch vorzuziehen. Sei es, via einer Immobilien-AG wie der Immofinanz, sei es, indem man selbst solchen erwirbt und bewirtschaftet.

Man möge denken, wer ein Sparbuch verpönt, der würde sich bei Anleihen zu Hause fühlen. Falsch gedacht. Gerade eben haben die Kontrollbanken den Leitzins gesenkt (vielleicht nicht zum ersten Male) und damit die Anleihen zusätzlich unattraktiviert. Na gut, vielleicht doch ein Sparbuch …

Manche Banken rufen derzeit gezielt verunsicherte Kreditnehmer an, die in einer fremden Währung Kredite aufgenommen habe. Man möge doch erwägen wieder in den Euro zu gehen. Nun, an einem Franken-Kredit verdient meine Bank nur 1,25%, in Euro wären das so um die 6%. Der andere Grund ist, dass sich die Banken derzeit selbst kaum trauen. Angeblich bekommt man derzeit nicht einmal einen neuen Fremdwährungskredit, weil die Bank nicht mehr in der fremden Währung refinanzieren kann. So schließt sich der Kreis wieder den doch nicht so armen Banken.

Tatsächlich werden die Banken die großen Profiteure sein, sobald die Krise vergangen ist: Mehr Eigenmittel. Mehr Zinsen im Euro. Weniger refinanzieren müssen. Noch mehr treue Kunden, denn dem kann man heutzutage noch in Geldfragen trauen? Natürlich den Banken, denn der Marmor in der Kassenhalle suggeriert einfach ewige Stabilität. Schön, dass ich auch Aktien zweier Banken im Portfolio habe.

An zweiter Stelle der Gewinner werden die Vermieter von Immobilien (z.B. Immofinanz) sein, denn als Resultat der Krise wird es etwas schwerer sein, ein Eigenheim zu finanzieren. Die Nachfrage nach Mietobjekten wird steigen und somit auch die Mieten. Und was habe ich oben über den Ertragswert gesagt?

Mein Rat an die Allgemeinheit ist: laßt doch bitte die Kirche im Dorf. Wer mit Verlust verkauft ist selber schuld. Wer sich jetzt an der Talsohle der Krise nicht massiv mit Schnäppchen eindeckt ebenso. Vorsichtigen Schätzungen zufolge haben wir jetzt den tiefsten Punkt erreicht, in maximal einem Jahr wird der Spuk vorbei sein.