Euro 2008 – Teamarbeit schlägt Schönheit #

29. June 2008 22:31

Mit dem Schlußpfiff der Fussballmeisterschaft EURO 2008 war der Tanz auch schon wieder vorbei. Tanz im wahrsten Sinne des Wortes, denn selbst eingefleischte Fußballlaien wie ich könnten klar erkennen, dass die spanischen Balleros den Deutschen auf der Nase herumtanzten. Gelegentlich bekam ein deutscher Spieler das Leder vor die Füße, aber Chancenverwertung sah dort – den Österreichern nicht unähnlich – so aus, dass man den Ball einfach in der generellen Richtung pfefferte, in der man das gegnerische Tor vermutete. Deutsche Egos waren am Ball, ein hellblond gebleichter Stürmer, ein Schönling mit Bartkunstwerk und der alle überragende “Rübezahl”, dessen Größe und Rauschebart ihm diesen inoffiziellen Spitznamen eingebracht hatten.

Und über diese Star-Egos scheinen mir die lieben Nachbarn gestolpert zu sein. Zeit, die in Deutschland offenbar mit der Schönheitspflege verbracht worden war, hatten die spanischen Tänzer mit dem Üben von Ball-Kontrolle, -Akrobatik und schnellem präzisen Passen verbracht. Keine Star-Allüren stochen da unangenehm heraus, das Feuer und der Charakter wurde durch die gesammte Mannschaft in einem harmonischen aber dennoch pfeffrigen Gruppentanz zum Ausdruck gebracht. Tolle Teamarbeit, unermüdlich wurde der Ball zwischen den Spaniern hin und her gepasst, man schwirrte um das deutsche Tor wie ein lästiges Moskito, dem dann auch ein eher zufälliger Stich gelang. An Haartracht kann ich mich nur an eine Glatze und einmal einfach zusammengebundene lange Haare erinnern. Alles pflegeleicht, das läßt mehr Zeit zum Jonglieren mit Fußbällen. Beim Stehen vor dem Spiegel dürfte sich etwas Geld in den Beinen abgelagert haben, denn diese waren bei den Deutschen auch sichtlich schwerer.

Dazu passend auch die entsprechenden Trainer. Der Deutsche ein Dressman im Anzug, ein kühler Intellektueller und Geschäftsmann. Der krasse Gegensatz dazu im spanischen Lager: ein schiacher dicker Alter mit unschönen Zähnen im Trainingsanzug. Immer wenn ich den sah, musste ich unfreiwillig denken “Huch, warum zeigen die im Fernsehen einen schreienden Hausmeister?” Aber auf die Schönheit kommt es hier nicht an, der Hausmeister trat dem Dressman heftig in den Arsch.

Die Strategie mehr zu üben und weniger zu stylen ging auf. Die Mehrzahl der Menschen in den diversen Fanzonen hielt von Beginn weg zu den Spaniern und im Stadion wechselte der gegröhlte Song zwischen “Immer wieder Österreich” und “Viva Espangnia”, die spanische Mannschaft war für einen Abend die neue österreichische Nationalmannschaft. Man könnte spitzfindig behaupten, die Ösis hätten immer schon rechtzeitig einen Riecher dafür gehabt mit welchen Nationen man sich gut stellen sollte um auf der Seite der Gewinner zu sein.

Meine Lehre aus der EURO 2008 ist klar. Mit Schönheit läßt sich kein Preis gewinnen, es sei denn man will beim Verlieren gut aussehen.

Drops rettet die Welt #010 – “Fallen lassen” #

28. June 2008 22:51

Drops ist mutig, er probiert eine neue Position aus: fern des Studios in einem Zelt im Waldviertel, ganz ohne Netz und doppelten Boden. Dabei erzählt er wie ein Lied ihn dazu brachte, sich fallen zu lassen. Plus: Sind die Briten mutiger als die Österreicher?

Blog von Roz Savage, die solo von Amerika nach Hawaii rudert. Podcast Roz rows the Pacific.

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Internationaler Vergleich der Benzinpreise #

25. June 2008 00:02

Es hat sich jemand die Mühe gemacht die internationalen Kraftstoffpreise zusammenzutragen, um zu illustrieren, wie übertrieben die Europäer durch Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer auf Treibstoffe zur Kasse gebeten werden. Diese Aufstellung macht gerade die Runden per E-Mail und sorgt plangemäß für Frust bei den Konsumenten.

Ich habe keine Möglichkeit diese Information im Detail zu überprüfen, aber soviel weiss ich, dass mehr als die Hälfte des Treibstoffpreises in Wahrheit Steuern sind. Kurz mal gegoogelt und ich habe die Website BenzinPreis.de gefunden, die eine noch komplettere Aufstellung der internationalen Preise hat.

Irgendwie wird mir schon ein klein wenig übel, wenn ich da lese, dass in Saudi Arabien ein Liter Diesel 4 Euro-Cent kostet, während meine hart arbeitende Freundin dafür rund 1,30 Euro pro Liter mehr zahlen muss. Davon 34,7 Cent Mineralölsteuer und etwa 27 Cent Mehrwertsteuer. Gäbe es diese Steuern nicht, wäre der Preis fast dort, wo er in den USA liegt, 61 Cent. 1525 Prozent Gewinnspanne hat Saudi Arabien auf den Dieseltreibstoff. Kein Wunder, dass man vom schwarzen Gold redet.

Ich freue mich schon, wenn ab 2010 die Leute massenweise anfangen auf Elektro-Autos (z.B. Mercedes Elektro-Smart, Chevrolet Volt) umzusteigen. Dann sollte Vater Staat besser seine Schäfchen im Trockenen haben, weil das österreichische Steueraufkommen wird drastisch sinken, wenn niemand mehr (freiwillig) Benzin kauft.

Bis dahin werden wir leider weiterhin Deppensteuer zahlen, leider geht es derzeit (fast) noch nicht anders.

Internationale Kraftstoffpreise

Afganistan Normalbenzin € 0,43
Algerien Diesel € 0,11
Aserbeidschan Diesel € 0,31
Ägypten Diesel € 0,14
Äthiopien Super € 0,24
Bahamas Diesel € 0,25
Bolivien Super € 0,25
Brasilien Diesel € 0,54
China Normal € 0,45
Ecuador Normal € 0,24
Ghana Normal € 0,09 !!!!!!!
Grönland Super € 0,50
Guyana Normal € 0,67
Hong Kong Diesel € 0,84
Indien Diesel € 0,62
Indonesien Diesel € 0,32
Irak Super € 0,60
Kasachstan Diesel € 0,44
Katar Super € 0,15
Kuwait Super € 0,18
Kuba Normal € 0,62
Lybien Diesel € 0,08 !!!!!!!
Malaysia Super € 0,55
Mexico Diesel € 0,41
Moldau Normal € 0,25
Oman Super plus € 0,20
Peru Diesel € 0,22
Philippinen Diesel € 0,69
Russland Super € 0,64
Saudi Arabien Diesel € 0,07 !!!!!!
Südafrika Diesel € 0,66
Swasiland Super € 0,10 !!!!!!
Syrien Diesel € 0,10 !!!!!
Trinidad Super € 0,33
Thailand Super € 0,65
Tunesien Diesel € 0,49
USA Diesel € 0,61
Venezuela Diesel € 0,07 !!!!!
Vereinigte arabische Emirate Diesel € 0,18
Vietnam Diesel € 0,55
Weissrussland Diesel € 0,51

Film Preview: You Kill Me #

24. June 2008 23:31

In der heutigen Sneak Preview ging ein freudiges Raunen durch den Saal, als wir n den Credits Ben Kingsley lasen. Es folgten noch Téa Leoni, Luke Wilson, Dennis Farina und Bill Pullman und dann war uns klar, dass uns ein besonderes Schauspiel erwarten würde, auch wenn die produzierenden Firmen mir alle unbekannt waren, was eher auf B-Movie hingedeutet hätte.

Kingsely ist in You Kill Me ein Killer, der für die polnische Mafia arbeitet. Leider hat er ein starkes Alkoholproblem und so schickt in der Capo an die Westküste um dort Treffen der Anonymen Alkoholiker zu besuchen und als Aushilfe in einem Begräbnisbetrieb zu arbeiten. Dabei lernt er Téa Leoni als scharfzüngige attraktive Frau kennen und es entwickelt sich eine romantische Beziehung zwischen den beiden.

Alle Schauspieler, auch die kleinen, sind tip-top drauf und sehr viel Humor des Films entsteht daraus, dass alle ihre Rollen staubtrocken todernst spielen, fast als wäre es ein Drama. Doch genau daraus ergeben sich viele wirklich lustige Szenen und man muss häufig einfach lachen, weil einen der Humor völlig überrascht. Auch die Story ist frisch und ungewöhnlich, aufgrund der Spannung zwischen Humor und Tiefgründigkeit wird einem nicht langweilig.

Genial gespielt. Ruhig erzählt. Keine Spezialeffekte, dafür Weltklasse beim Talent. Es gibt auch einige Szenen bei denen man das Hervorbrechen der wahren Tragödie a la Woody Allen erwartet, aber wie gesagt, der Film geht seinen eigenen Weg. Er glänzt.

Film: The Happening #

23. June 2008 22:46

Nach einigen großartigen Werken von M. Night Shyamalan können wir gar nicht anders als stets mit größeren Erwartungen in seine Filme zu gehen. Zwangsläufig muss sich dann auch mal eine Enttäuschung ergeben und die erlebten wir in The Happening.^

Mark Wahlberg tut sein möglichstes um uns einen glaubhaften Lehrer zu spielen und schaut dabei auch ganz gut aus, aber leider lässt ihn das Skript einfach völlig im Stich. Relativ schnell wird klar, worum es geht. Die Pflanzen der Erde haben gelernt ein Nervengift zu produzieren, dass Menschen dazu bringt sich selbst zu töten. Als Zuschauer sitzt man ungläubig da und fragt sich “Das ist die tolle Idee? Eine grantige Mutter Natur schlägt zurück?”

Zwischendrin tauchen noch kurz andere Ideen zur Ablenkung auf, es könnte auch ein geheimes Regierungsprojekt oder die vielen Atomkraftwerke sein. Aber Shyamalan bleibt beinhart bei seiner Idee. Aller Lächerlichkeit zum Trotz äussert sich die Verärgertheit der Natur stets in einem wilden Rascheln von Wiesen, Sträuchern und Bäumen, vor dem Mark Wahlberg und Konsorten auf der Flucht sind.

Leider versagt der Film dabei uns zu mehr Umweltbewußtsein zu inspirieren. Stattdessen führt er nur krass vor Augen, dass man als Autor jedes Verdauungsprodukt verkaufen kann, wenn man zuvor nur erfolgreich genug war.

Drops rettet die Welt #009 – “2,71828″ #

22. June 2008 23:45

Die Eulersche Zahl verdeutlicht, dass die Natur ein weitaus besser mit Zinseszinsen umgehen kann als jede Bank. Drops erklärt die natürliche Methode für grosse Veränderungen: Wachstum.

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Film Preview: Nim’s Island #

17. June 2008 23:52

In der Sneak Preview wurde heute wieder Fragebögen ausgeteilt und wir fürchteten schon das Schlimmste, denn das Apollo-Kino tut dies meist für jene Filme die total abseits des Mainstream liegen um einschätzen zu können, ob es sich lohnen würde den gezeigten Film tatsächlich zu zeigen. Doch Nim’s Island (dt. “Die Insel der Abenteuer”) mag zwar eine einsame Insel abseits der Zivilisation sein, aber der Film verdient das Prädikat besondere Entdeckung.

Auf der besagten Insel haben sich sich das elfjährige Mädchen Nim und ihr Vater, ein Marine-Biologe, niedergelassen. Der Vater forscht dort, schreibt Artikel für Fachzeitschriften und beantwortet per E-Mail Fragen von Forschern aus aller Welt. Der zweite Handlungsstrang teilt sich ab, als der Vater mit dem Segelboot zu einem Atoll fährt um dort eine neue Plankton-Art zu entdecken, aber Schiffbruch erleidet. Der dritte Handlungsstrang beginnt damit, dass eine Autorin von Abenteuerromanen (Jodie Foster) dringend ein paar Informationen für ihren jüngstes Buch braucht.

Die Autorin lebt ihr Leben aber eigentlich nur über den imaginären Helden, sie hat in Wahrheit alle möglichen Phobien und traut sich keinen Schritt vor die Haustür. In Abwesenheit des väterlichen Helden, will zu allem Überfluss auch noch ein Kreuzfahrtschiff Touristen am idyllischen Strand absetzen, was das Mädchen zusammen mit ihren befreundeten Tieren verhindern muss. Per E-Mail ruft das Mädchen die Autorin um Hilfe, weil sie denkt in Wirklichkeit mit dem Abenteuer-Helden zu konversieren. Diese wiederum bekommt dadurch den entscheidenden Impuls den gefahrvollen Angst-beladenen Weg zur Insel auf sich zu nehmen, dabei aber selbst eine wertvolle Läuterung zu erfahren.

Alleine schon, dass ich so viele Sätze brauche um die Handlung zu umreissen beweist, dass mir dieser Film außergewöhnlich gut gefallen hat. Man bekommt wirklich etwas geboten. Das junge Mädchen (Abigail Breslin) ist eine vorbildhafte jugendlichen Heldin, die viel liest, blitzgescheit ist, aber auch sehr abenteurlustig. Ein exzellentes Vorbild für junge Menschen. Jodie Foster, mittlerweile mit ein paar altersbedingten Falten mehr, ist grenzgenial in der Verkörperung aller Ängste und Phobien der Autorin. Und Gerard Butler ist gleichzeitig der verwegene Held der Autorin und der väterliche Held des Mädchens, nur in anderem Gewand. Genauso viel könnte ich über die tolle Insel als Kulisse und die sympatischen Tierfreunde (dank CG) schwärmen, aber Du bist im Bilde.

Zielpublikum sind ganz klar Familen mit jüngeren Teenagern, aber auch vielen jungen Erwachsenen hat der Film gefallen. In einem Satz zusammengefasst würde ich sagen “Jodie Foster’s Indiana Jones stellt sich ihren Ängsten und findet Läuterung auf der grünen Öko-Insel des Forschers und seiner Tochter Nim, die die Insel vor den bösen Touristen beschützt, während der Vater schiffbrüchig ist”. Ich fand den Film vielschichtig, interessant, spannend und absolut empfehlenswert. Gute Vorbildfunktion! Wo sonst ist die junge Abenteurerin eine ökologisch bewußte Leseratte?

Der Film kommt möglicherweise am 20. Juni in Österreich ins Kino.

Drops rettet die Welt #008 – “Bestellungen” #

15. June 2008 20:00

Drops erklärt, wie “Bestellungen beim Universum” funktionieren und wie man damit auf zauberhafte Weise seine eigene Welt retten kann. Auch werden Gründe besprochen, warum das kosmische Bestellservice funktionieren könnte und was bei der ganzen Zauberei auch schiefgehen könnte.

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Erstes Flieger-Update dieses Jahr #

15. June 2008 11:40

An diesem Wochenende konnte ich endlich mal wieder ein paar luftfahrttechnische Dinge erledigen, die ich schon länger auf meiner To-Do-Liste vor mir herschiebe.

Fallschirmspringen

Am Freitag nahm ich meinen Fallschirm mit in die Arbeit, damit ich ihn nach der Arbeit auf dem Weg zum Bahnhof bei Eli’s Fallschirmshop zur Inspektion abgeben könnte. Nur stellte sich dann heraus, dass die liebe Eli schon vor einem Jahr umgezogen war. So fand ich ihr Geschäft nicht mehr am Gürtel – und damit auf meinem Weg – sondern genau in der entgegengesetzten Richtung. Ihr Kompagnon Claus hatte das Pendeln im Wiener Stauverkehr satt gehabt und der Eli als Alternative einen Platz in seinem Optiker-Geschäft im 22. Bezirk angeboten. Was Eli begeistert angenommen hatte.

Dass es Eli gut tat aus dem Wiener Großstattsumpf am Gürtel in den viel grüneren Norden zu übersiedeln, das merkte ich schon am Telefon und noch mehr, als ich dann in Stadlau in ihrem Geschäft stand. Mann, die war so zuckersüß gut gelaunt, wie ich es aber überhaupt nicht von ihr kannte. Sie ist doch nicht so ein ständig grantiger Charakter, wie sie es in ihrem alten Geschäft immer gewesen war.

Ich gab also mein Gear ab, zuvor löste ich aber noch mal eben die Reserve aus, da die neben der gewünschten Inspektion auch neu gepackt werden muss. Ich erfuhr, dass das Reglement in Österreich gelockert wurde, man muss den Reserve-Schirm jetzt nur mehr ein Mal im Jahr neu packen lassen. Den Haupt-Schirm kann man ja selbst packen, auf größeren Events findet sich aber meist jemand Qualifizierter, der einem diesen Job gerne im Tausch gegen 5 Euro abnimmt. Genau so ein größeres Event peile ich am letzten Wochenende des Monats an. Da ist der Pink Parachute Club traditionell auf einer abrasierten Wiese im Waldviertel, bei Kirchberg am Walde.

Die 2 Wochen Zeit, die Eli nun für Inspektion und Reserve-Repack benötigt, gehen sich da genau aus. Bei meinen nächsten Trips auf’s Land muss ich nur noch mein Zelt und meine Camping-Sachen mitnehmen. Für mich gehört das zelten schon irgendwie zum Fallschirmspringen dazu. Der Vorteil sind auch die Bequemlichkeit direkt vor Ort zu sein und dass es nichts kostet bei so einem Fallschirm-Event ein Zelt aufzuschlagen. Die Profis haben zumeist einen Wohnwagen mit und die älteren Semester mieten sich vor Ort in einer Pension ein. Aber nicht ich! Ich lebe sonst so gemütlich, da kann ich eine Nacht im Jahr auch im Zelt schlafen, oder?

Motorfliegen

Mein letzter Flug mit einem motorisierten Flugzeug lag schon über ein Jahr zurück, der nächste Verlängerungstermin für meinen Pilotenschein liegt im August. Jetzt habe ich nach den neuen Regeln der JAR (Joint Aviation Regulations, das vereinheitlichte europäische Luftfahrtrecht) drei Möglichkeiten, was ich tun kann:

  1. Ich tue nichts, dann ruht meine Berechtigung ab August
  2. Ich mache einen Überprüfungsflug mit einem “Examiner”
  3. Ich fliege 10 Stunden in den 12 Monaten vor dem Ablaufdatum

Rein zufällig, als hätte ich es beim Universum bestellt, wohnt meine Lebensgefährtin 10 Minuten vom Flugplatz Seitenstetten entfernt. Nach mehreren Besuchen und einer Vielzahl von Gesprächen mit den Betreibern fasste ich den Entschluß, dem dortigen Stamm-Verein beizutreten. Das kostet mit 150 Euro im Jahr und 2080 Euro Kaution. Die Kauten entspricht dem Selbstbehalt der Kasko-Versicherungen der Flugzeuge des Vereins. Sollte ich ein Flugzeug zu Schrott fliegen, dann ist die Kaution weg, ansonsten bekomme ich sie zurück, sobald ich aus dem Verein wieder ausscheide.

Nicht nur liegt Seitenstetten extrem günstig für mich, irgendwie sehe ich es auch als Beweis, dass Bestellungen beim Unversum wirklich funktionieren. Ich habe immer gesagt, dass ich entweder eine Familie habe bevor ich 40 bin, oder ein Flugzeug. Im Sommer werde ich 34 und jetzt habe ich – mehr oder weniger – BEIDES.

Den Wunsch nach dem eigenen Flugzeug hatte ich, weil ich mir nur so vorstellen konnte, dass ich dann genügen Freiraum bei der Verwendung habe. Doch hat mir das Schicksal statt den nötigen etwa 100.000 Euro für eine gebrauchte Cessna eine passende Haltergemeinschaft in Form des Seitenstettner Vereins geschickt.

  • 4 Flugzeuge mit jeweils 4 Sitzen
  • ab 120 Euro die Stunde, das habe ich früher für zweisitzige Maschinen gezahlt (Spitzerberg, Wiener Neustadt)
  • Und es ist auch kein Problem, wenn ich mal 2 Wochen mit einem Flieger auf Urlaub fliegen will
  • der einzige theoretische Haken ist, dass ich als Mitglied 20 Stunden im Jahr für den Verein arbeiten muss und 3 mal im Jahr Einsatzleiter am Flugplatz machen muss.

Besser geht’s nicht.

Am Sonntag in der Früh ließ ich mich dann von einem erfahrenen Check-Piloten auf die PA28 des Vereins einweisen, weil diesen Typ kannte ich schon von meiner Fliegerei in Florida vor 3 Jahren. Der hatte eigentlich nichts zu meckern, schon meine dritte Landung war so sanft, wie ich es von mir gewohnt bin. Ich war ganz überrascht, als er irgendwo zwischen Flugplatz und Donau plötzlich meinte “probier mal, wie sich das Flugzeug so für dich anfühlt, wenn Du eine Steilkurve fliegst.” Auch schien es ihm kaum etwas auszumachen, dass ich mit dem Halten der Höhe leichte Probleme hatte. Was sind schon plus minus 200 Fuß … In dem Maße in dem ich mich entspannte, funktionierte aber auch dies immer besser. Am Ende fand ich mir Weistrach am Boden und drehte eine Ehrenrunde über unserem Haus.

Am Boden überraschte mich der Checker noch ein zweites Mal, als er vorschlug ich sollte doch noch einige Runden solo drehen. Na da brauchte er mich nicht lange bitten, ich stieg sofort wieder auf, schnurstracks in Richtung Weistrach, diesmal mit gezückter Foto-Kamera. Leider sollte später ein defektes Karten-Lesegerät die Beweise vernichten. Glücklicherweise ist auf die Technik eines Flugzeuges mehr Verlass als auf manches elektronisches Ding.

Jedenfalls kann ich jetzt jederzeit auf den Platz fahren und mit der PA28 fliegen gehen. Wer mag mit mir eine Runde fliegen gehen? Anyone up for a ride?

Rock im Abseits der EM #

12. June 2008 08:01

Neulich am Bahnsteig von Haag …

Nova_Rock

Ich fragte, eher rhetorisch, “Und, fahrt’s ihr zur EM?” und war erstaunt eine Verneinung zu vernehmen. “Zum Nova Rock!”

Ich ließ mir erklären, dass es sich dabei um ein tolles Rock-Festival bei Nickelsdorf im Burgenland handeln würde. Es würden viele Rock-Bands spielen, die ich nicht kenne, aber am bekanntesten währen wohl die Ärzte, Judas Priest und die Sex Pistols. Nova-Rock will sich aber nicht als Alternative zur Fußballeuropameisterschaft 2008 verstehen, eher als kulturelle Ergänzung.

Trotz Rock und Rausch etwas von der EM mitzubekommen wird durch Live-Übertragung auf großen Bildschirmen möglich. Wer eh schon mit Zelt und Schlafsack wegen der EM in Wien ist, für den ist der Aufwand relativ gering, kurz mal eben in den Zug zu hüpfen und bei Nova-Rock vorbei zu schauen.

Um Spritkosten zu sparen fahren die jungen Leute mit der Bahn, den hohen Getränkekosten vor Ort halten sie 30 Liter an bierischen Mitbringseln entgegen. “Die Bierdose kostet beim Nova-Rock so 2 Euro, offen 3 Euro. Wir haben unser Bier um 50 Cent pro Dose gekauft, haben es billiger gekriegt”. Ja, diese Rechnung leuchtet mir ein, um das gesparte Geld geht sich die Bahnfahrten allemal aus. Ich bin beeindruckt wie unternehmerisch die moderne Jugend denken kann.

Was man auf dem Foto nicht sieht, sind noch 4 Liter harte Getränke und 2 Liter Almdudler “für den Radler”. So kann man den Rock-Rausch logistisch gezielt in mehreren Schichten anlegen. “Das Wasser ist aber nur zum Kochen” erwähnt der Kräftigere der Beiden am Rande, was anderes hätten wir auch nicht angenommen.