MacManiacs #

30. May 2008 20:33

Ich war zu Gast in der 501. Folge des MacManiac Podcast und habe mit ihm ein freundschaftliches Pläuschchen geführt. Holger ist ein eingefleischter Mac Fan, aber sein Podcast dreht sich um all die Dinge, die bei ihm gerade so aktuell sind.

Wordpress installieren auf IIS problemlos #

29. May 2008 20:47

Als ich vor 10 Jahren zu Bloggen begann, gab es noch keine ausgereiften Blog-Engines, sondern höchstens Websites wie Blogger, auf denen man sich ein Konto einrichten konnte. Eine Blog-Engine ist das Programm, das die gewünschten Artikel in einer Datenbank verwaltet und besteht zumeist aus mehreren Scripts, die auf den Webserver geladen werden.

Ich konnte mich nie mit dem Gedanken anfreunden, meine schönen Artikel auf einer fremden Domain zu haben und so mietete ich meinen eigenen Webspace bei einer professionelen Hosting-Firma in Deutschland. Da es damals noch keine ausgereiften Engines gab, schrieb ich kurzerhand meine eigene, basierend auf Microsoft SQL Server und ASP.NET. Diese ist nachwievor im Hintergrund von Drobnik.com tätig.

Mein Ansatz ist aber nicht der einzige, denn er entspringt mehr meiner Bastel-Lust, denn einer aktuellen Notwendigkeit. Heutzutage gibt es nämlich mehrere professionelle Engines, die man sehr leicht auf seinem Web-Server installieren kann, so dass man sich nur mehr auf die Inhalten konzentrieren muss, statt mit der Technik zu raufen. Die bekannteste und beste Engline ist derzeit Wordpress. Das habe ich gestern auf der Domain eines Freundes installiert um zu sehen, wie leicht es ist.

Die meisten Open Source Blog Engines nützen Linux-Technik wie Apache, PHP und MySQL. Aus diesem Grund denken viele Leute, dass sie dann bei ihrem Windows-basierten Web-Provider durch die Finger schauen. Müssen sie aber nicht! Die meisten professionellen Provider bieten nämlich mittlerweile PHP und MySQL auch auf ihren Windows-Servern an. Der gestrige Test galt somit auch der Frage, ob sich Wordpress auch ohne Probleme auf einem IIS (Microsoft Internet Information Server) installieren ließe.

Die Schritte:

  1. MySQL Datenbank im Kundencenter des Providers aktivieren und Zugangsinformationen merken
  2. Letzte Wordpress Version herunterladen und die tar.gz Datei z.B. mit WinRAR entpacken.
  3. Im entpackten Wordpress-Verzeichnis die Konfigurationsdatei um die Daten aus Schritt 1 ergänzen
  4. Alle Dateien und Unterverzeichnisse aus wordpress mit FTP an den gewünschten Ort transferieren
  5. Setup mit Browser aufrufen. Man wird nur noch nach Blognamen und E-Mail-Adresse des Administators gefragt und ist fertig!

Am Ende der vollautomatischen Installation hat man einen admin Benutzer und ein zufälliges Passwort, mit dem man sich im Administrationsbereich des Blogs umschauen kann. Dort lassen sich eine Vielzahl an Einstellungen ändern, Plug-Ins aktivieren und auch Artikel verwalten. Auch habe ich einen Benutzer definiert, mit dem ich Artikel erstellen kann.

Da es kitschig wäre, hätte es keine Probleme gegeben, traf ich noch auf einige Herausforderungen, die aber allesamt problemlos zu lösen waren:

  • Nach der Installation mußte der Provider noch die Ausführung für php-Skripte in Wurzelverzeichnis der Website aktivieren, ohne diese bekam man beim Aufrufen der Hauptseite einen Fehler, dass irgendwelche Dateien fehlen würden.
  • Standardmäßig ist der Administrationsbereich sowie das Standard-Template auf Englisch. Man kann sich aber eine deutsche Sprachdatei und ein übersetztes Standard-Aussehen herunterladen. Wenn man die Dateien an die jeweils korrekten Orte transferiert hat, fehlt noch ein Eintrag der Sprache in der Konfigurationsdatei und ein aufrufen des entsprechenden PHP-Scripts um die Konfiguration zu aktivieren.
  • Besonders komfortabel ist es, Blog-Artikel mit Windows Live Writer (WLW) zu schreiben, dass einem viele Arbeitsschritte, wie zum Beispiel das automatische Skalieren von eingefügten Bildern abnimmt. Ich richtete die Blog-Verbindung gleich in meinem WLW ein, hierfür brauchte ich nur die URL der Website und die Zugangsdaten meines neuen Benutzers. Doch beim Posten eines Artikels mit Bild bekam ich die komische Meldung, dass das Blog keinen Bilder-Upload unterstützen würde. Ich mußte erst im Kundencenter die Schreibrechte für das Upload-Verzeichnis aktivieren, so dass Wordpress die Bilder auch speicher kann.

Man sieht also, die Grundinstallation von Wordpress auf einem Windows IIS ist genauso problemlos, wie auf Linux-Servern und auch für Laien durchführbar. Vielerorts ist zu lesen, dass man das Apache-Modul mod_rewrite für den Betrieb brauchen würde, aber das stimmt nicht. Dieses Modul dient nur dazu die Adressen von Artikeln noch etwas schöner für Suchmaschinen zu gestalten, worauf man aber anfangs getrost verzichten kann, bzw. verzichten muss, denn es gehört zu Apache, dem Linux-Webserver und ist daher auf IIS nicht verfügbar. Hier kann man aber den gleichen Effekt auf 3 Arten realisieren:

  • Benutzerdefinierten ISAPI Filter installieren, das erfordert aber Admin-Zugriff zum Server
  • Benutzerdefinierte 404-Seite erstellen, das geht auch mit ASP
  • Am besten ist es die GLOBAL.ASAX von ASP.NET verwenden

In Zukunft werde ich jedem, der mich fragt, die Verwendung von Wordpress zur Erstellung eines privaten oder Firmen-Blogs empfehlen. Die genannten Werkzeuge schlagen sich mit weniger als 10 EUR monatlich zu Buche.

Film Preview: Forgetting Sarah Marshall #

28. May 2008 07:48

Der kommende Film “Forgetting Sarah Marshall” beginnt damit, dass ein Blondinchen namens Sarah Marshall (Kristen Bell) mit ihrem Freund (Peter Bretter in seiner ersten Hauptrolle) Schluss macht. Dieser ist ein sensibler Kerl und versucht nun zu vergessen. Sein bester Freund ermuntert ihn zu einem Kurz-Urlaub auf Hawaii, blöd nur, dass ausgerechnet Sarah Marshall dort mit ihrem neuem Lover einem verrückten Sänger auftaucht.

Ich fand die Geschichte ausreichend originell und die dargestellten Vergessungsmaßnahmen wirklichkeitsnah genug um den Film bis zu seinem guten Ende mit einer fröhlichen Gesinnung zu verfolgen. Die Prise Klamauk, die bei anderen derartigen Filmen üblicherweise zur Entgleisung führt, beschränkt sich hier sehr angenehm auf zwei bis drei Szenen, der übrige Humor wird durch das sehr gute sensible Schauspiel der Hauptdarsteller getragen. Die Dialoge sind natürlich und so bleiben wir in der filmischen Hawaii-Realität, die für sich auch ziemlich amüsant ist.

Forgetting Sarah Marshall kann ich nicht nur Menschen mit einem frisch gebrochenen Herzen wärmstens empfehlen, auch wer ein wenig etwas zum Nachdenken über die Beziehungsmechanismen der Menschen haben will, ist gut bedient. Alle übrigen Kinobesucher werden auch genug zum Schmunzeln haben.

Kommt am 13. Juni in Österreich ins Kino.

Drops rettet die Welt #005 – “Making Of” #

25. May 2008 23:08

Drops gewährt einen Blick hinter die Kulissen und beantwortet die Fragen:

  • Wer ist dieser Drops?
  • Wie will er die Welt retten?
  • Wie entsteht so ein Podcast?

Link zum  Großen Oliver Drobnik Buch

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Film: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels #

22. May 2008 00:13

19 Jahre war es her, als der berühmte Archäologen-Abenteurer Dr. Jones das letzte mal seinen Hut aufgesetzt und seine Peitsche angeschnallt hatte. Die drei Abenteuerfilme mit Indy betrachte ich neben Star Wars als drei der wichtigsten Filme in meiner Jugend, als ich noch Idole hatte. Im Kern ein lieber intelligenter Kerl, der durch die bösen Jungs immer wieder in unangenehme Situationen gerät, die ihm eigentlich fast peinlich sind, eigentlich ein Pazifist, den aber doch meistens seine Fäuste und seine getreue Peitsche aus diesen Schwierigkeiten retten.

In Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull sind 10 Jahre seit den Nazis vergangen, jetzt spielt der Film während des kalten Krieges. Die noch kühlere Gegenspielerin ist Cate Blanchett mit einer roten Armee im Kompaktformat. Als parapsychologische Stalin-Vertraute ist sie auf der suche nach übernatürlichen Artefakten um sie in den Dienst des Kommunismus zu stellen.

Wer hat sich nicht in meinem Alter gewunschen, er hätte einen so coolen Vater wie Indy? Eben diese Frage ging in Fleisch und Blut von Henry Jones III (Shia LaBeouf), der anfangs doch sehr als James Dean Remake daherkommt, aber im Laufe des Filmes in die Rolle von Indiana’s Sohn hinein wächst. Indy’s einzig wahre Liebe Marion Ravenwood (Karen Allen)  ist zufällig die dazugehörige Mutter und auch mit von der Partie.

Gleich von Beginn an stimmt das Feeling mit den anderen Filmen zusammen. Indy springt, boxt, peitscht, schwingt und macht sonst auch alles, was man als Fan von ihm erwartet. Nebenbei gibt es spannende Verfolgungsjagten, verrückte Tiere und unglaubliche Ideen. Indy ist etwas grauer und etwas weiser geworden, aber offenbar immer noch topfit. Das Erfolgsrezept haben Georg Lucas und Stephen Spielberg glücklicherweise kaum verändert, einzig die Skala ist ein wenig größer und wagemutiger geworden, gibt es dank der modernen Filmtechnik wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten. So überlebt Indy zu Beginn gleich eine wunderschöne Atomexplosion.

Wenn ich unbedingt etwas bemängeln müßte, dann eigentlich nur, dass der Charakter der Cate Blanchett eigentlich zu harmlos für den großen Indiana Jones ist und dass die Handlung gegen Ende hin etwas zu linear wird. Davon abgesehen aber hatt ich grosse Freude zu sehen, dass mein Jungendidol noch lebt, in voller Farbe.

Drops rettet die Welt #004 – “Ins Netz gegangen” (Teil 3) #

18. May 2008 20:20

Im dritten und letzten Teil der Serie werden zwei interessante Gesetzmäßigkeiten erklärt um den Wert unseres Netzes zu verdeutlichen. Vorher macht Drops noch einen Exkurs zum zweiten wichtigen Glücksmechanismus und wie er mit den Lachmuskeln aus Episode 3 zusammenarbeitet.

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Richard Weihs – Aufg’legte Wuchteln #

15. May 2008 23:00

Ich wagte mich ins Weinhaus Sittl um dort am 15. Mai 2008 der Premiere von Richard Weihs’ neuestem Wurf AUFG’LEGTE WUCHTELN zu lauschen und für Klein&Kunst zu berichten.

Aufglegte Wuchteln

Ich zähle mich selbst zur immer kleiner werdenden Gruppe von Menschen, die wenig bis gar nichts mit massenhysterischen Passiv-Sportveranstaltungen anfangen können. Passend zur bevorstehenden europäischen Fussballmeisterschaft kam mir das jüngste Programm von Richard Weihs gerade recht, um der allseitigen angeblichen Euro-Phorie etwas auszuweichen.

Als ich das Weinlokal Sittl am Wiener Gürtl betrat empfand ich mich zunächst in eine andere Welt versetzt, war völlig von der herrschenden Heurigen-Atmosphäre im kleinen Garten überrascht. Ebenso gemütlich begann Weihs mit akademischer Zeittoleranz im dortigen Hinterzimmer sein Programm, nachdem Zuschauer im Ausmaß von 2 Fußballmannschaften dieses halbwegs gefüllt hatten.

Die häufige Betonung, dass es sich dabei um “lauter Bekannte” handeln würde, verstärkte meinen Eindruck, dass der Herr mit 15 Jahren Bühnenerfahrung gewohnt ist einen sehr spezifischen Nischengeschmack zu bedienen. Jedenfalls fühlte ich mich für die 2 Stunden auch in den erlauchten Bekanntenkreis eingelullt, obwohl ich statt Wein nur alkoholfreies Bier trank.

Das Programm bestand zum großen Teil aus Fundstücken, die Herr Weihs aus Printmedien und dem Internet zum Thema Fußballfrust zusammengetragen hatte. Wie für den scheinbaren Akademiker passend, lieferte er auch brav alle Quellenangaben, was die Originalität leider auf die Hand voll Lieder beschränkte, die er dazwischen streute, vorgetragen auf Harmonika, Gitarre oder Maultrommel.
So fand sich in der Auswahl von Wuchteln, die er dynamisch aus einem Klarsicht-Folder zusammenstellte, der Volkhochschul-Kurs zum richtigen Umgang mit Niederlagen der eigenen Mannschaft, genauso wie das Anlageprodukt “Cordoba Garant”, das sichere 3,2% Bonus verspricht, sollte Österreich gegen Deutschland 3:2 gewinnen.

Ich hatte einen wienerischen Anti-Fussball-Grantler erwartet, und so brauchte ich einige Zeit, mich an den gemütlichen, beinahe intellektuellen Stil zu gewöhnen. Die Emotion war im Musik-Stil versteckt, der eine bunte Mischung aus selbst komponiertem Wienerlied, Country und Blues bot. Die Lieder selbst hatten nur am Rande mit dem Thema zu tun, aber die Idee erschien mir durchaus schlüssig, Lieder zu wählen, deren Grundtenor, wie zum Beispiel die Lust zu Leiden, sich auch im TV-Fussball wieder finden lassen. Eine gute Auflockerung zu den Beiträgen, die sonst alle um die runde Kugel kreisten.

Bei den Fußballzitaten sparte sich Weihs absichtlich aus, sind diese doch für gewöhnlich Standard, will sich ein Künstler über die archaischen Stammesriten im Stadium lustig machen. Aber die massivste Erschütterung meines Zwerchfells erlebte ich, als er in der ersten Verlängerung endlich den goldenen Spruch des deutschen Fussballtrainers Dettmar Cramer auf uns los ließ: “Es hängt alles irgendwo zusammen. Sie können sich am Hintern ein Haar ausreißen, dann tränt das Auge.”

Richard Weihs hat eine liebenswerte gemütliche Art, die alle Nicht-Fussballfans in bequemen zwei Stunden auf den humoristischen letzten Stand bringen, auf dass sich die kommende EM 2008 noch eine Spur schmerzfreier ertragen ließe.

Infos:
Nach der Premiere gibt es noch 8 Vorstellungen bis 31.5.08

Drops rettet die Welt #003 – “Ins Netz gegangen” (Teil 2) #

11. May 2008 18:42

Heute geht es um den “Musculus Risorius” und wie dieser mit der “lateralen Hirnmuskulatur” zusammenarbeitet. Im zweiten Teil der Serie “Ins Netz gegangen” zeigt Drops auf, wie wir schädlichen Memen aufsitzen und wie uns ein Netz davor schützen kann.

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Film: Speed Racer #

10. May 2008 12:17

Der neueste Film der Macher von Matrix mit dem Titel Speed Racer hat mich völlig überrascht.  Im Positiven. Am nehme eine abgedrehte japanische Anime-Serie und bringe sie mit Hirn, Herz und Technik auf die große Leinwand. Die Wachowski Brüder haben das geschafft und es dabei gleichzeitig noch den westlichen Geschmack adaptiert.

Die Story spielt in einer extrem farbenfrohen Zukunft, in der Autorennen nur mehr ganz im Entferntesten an den heutigen Formel 1 Zirkus erinnern. High Tech merkt man in den exzellent computer-animierten Boliden so aus, dass die Antriebsenergie aus so futuristischen Mini-Reaktoren stammt, die Autos Sprungfedern haben und die Fahrtstrecken auch an Sprüngen und Loopings nicht sparen. Fast so, wie wir sich von den Matchbox-Bahnen kennen, mit denen wir als Kinder gespielt haben.

Speed (Emile Hirsch) will sein Leben lang schon der beste Rennfahrer aller Zeiten werden, der schon sein verschollener Bruder war. Sein Vater (John Goodman) ist praktischerweise ein begnadeter Auto-Bauer und seine Familie wird durch die tolle Mutter (Susan Sarandon) zusammengehalten. Das sind aber noch lange nicht alle liebenswerten Charaktere, die in diesem zuckerlbunten Spektakel auftreten. Es wurde hier in keinster Weise gespart, vielleicht auch deswegen, weil der Film praktisch zur Gänze vor einem Green Screen gedreht wurde und erst im Computer alles zusammenkam.

Die Handlung erfüllt exzellent den Ur-Zweck des Films, nämlich zu unterhalten und die Spannung bis zuletzt am Leben zu erhalten. Wenn man sich auf diese physikalisch beinahe unmögliche Tangente einläßt, dann wird man von dem Charakteren auf der einen Seite und der fantastischen Optik andererseits von Höhepunkt zu Höhepunkt getragen.

Das ist der Ideale Film für Familien-Film, für die Rennfahrer im Kinde und die Erwachsenen, weil man eine jugendliche Seite in sich berührt fühlt, in der man selbst mit Rennautos gespielt hat, aber sich als Erwachsener keine Blöße geben müss: “Nein Schatz, ich gehe ja nur wegen dem Kleinen ins Kino.”

klub 15 – Die Revolution frisst ihre Kinder #

8. May 2008 23:00

Ich besuchte am 8. Mai 2008 die Premiere einer revolutionären Performance des klub15 im Theater im Zentrum und berichtete für Klein&Kunst Online.

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In turbulenten Zeiten erlauben es sich Menschen aller Bevölkerungsschichten mehr oder weniger intensiv zu überlegen, ob die Gesellschaft nicht eine Revolution brauche um wieder ins Reine zu kommen. Doch herrscht selten Einigkeit darüber, in welcher Form dieser revolutionäre Umbruch stattfinden könnte, sind doch die inneren Beweggründe häufig so grundverschieden, wie die Menschen, welche darüber nachdenken.

Das Ensemble des Jugendklubs “klub15″, bestehend aus zehn jungen Damen zwischen 15 und 19 Jahren, nahm sich eben dieses Themas der Zerrissenheit an und erarbeitete über ein Jahr eine Performance daraus, die sie nun im Theater im Zentrum zum Besten gaben.

In der Rahmenhandlung treffen die Akteurinnen zu einem privaten “Festl” zusammen, freuen sich auf entspannte Ausgelassenheit, tun zum Spaß ein wenig Komatrinken. Doch statt in einer alkoholisierten Bewusstlosigkeit zu landen, spinnt sich ein überraschend tiefgründiger Dialog über die Revolution. “Was die Menschen alles aus Langeweile tun.” Beten, sich vermehren und andere Blödheiten.

Der Regisseur der Truppe, Mag. Harald Volker Sommer, erzählte am Anfang, dass die jungen Menschen das Stück selbst gestaltet hätten und ein kleiner roter Folder dokumentiert die angeblichen geistigen Revolutionen, die die Damen bei Erarbeitung und Probe des Stoffs selbst durchgemacht hätten. Dies ließ mich allerhöchsten Respekt empfinden, ist diese Altersklasse doch für gewöhnlich doch eher von Perspektivenlosigkeit, Schulstress und anti-autoritärer Aufmüpfigkeit geprägt, denn von hochintellektuellem Diskurs.
Nachdem man sich also kurz über Macht, Politiker und Langeweile ausgelassen hat, plant man den Aufstand und hier spaltet sich die Truppe in zwei grundverschiedene Gruppen, das Tribunal und den nationalen Konvent, beide mit einem anderen Ansatz, wie eine Revolution zu verlaufen hat.

Das Tribunal definiert sich über Grausamkeit, greift zu Waffen, zitiert Danton, “wir sind nicht grausamer als die Natur und die Zeit” und externalisiert die Revolution über den Kampf gegen die Widerstände. Der nationale Konvent andererseits verkörpert die innere Reflexion, die mit Hilfsmitteln wie dem Tanzen und Genuss versucht die Veränderung herbeizuführen. Die einen tragen schwarz-weiss formalisierte Kleidung, die anderen bunte und individuelle Kleidung mit Hippie-Anleihe. Im Raum steht die Frage nach dem eigenen Willen, denn die Revolution scheint die Akteure wie Puppen tanzen zu lassen.

Die Gruppierungen sitzen sich gegenüber und im Wechsel sehen wir Solo-Partien und Konfrontation im Spannungsfeld dazwischen. Mal wird geflirtet, mal wird gezankt, am Ende mündet die Handlung in einer Zeitlupen-Schlägerei. Dabei gibt es auf der sanften Seite einige Todesopfer, was ihre Kumpanen beweinen und die Aggressiven als gerecht deklarieren. Wenigstens war der Tod öffentlich, so wurde ein Exempel statuiert und das Tribunal konnte auch noch wirtschaftlich profitieren. Waren das die tatsächlichen Beweggründe?
Ich war sehr angenehm überrascht, einige der jungen Schauspielerinnen besaßen beachtliche Bühnenpräsenz und Ausdruck. Dem Publikum, das sich hauptsächlich aus Freunden und Eltern zusammenzusetzen schien, gefiel es prächtig. Das Programm ist intensiv, aber durch die Kürze mit nur einer Stunde kurzweilig. Ich verließ den Ort mit angeregten Gedanken, grübelnd wie ich wohl selbst die Revolution veranstalten würde. Am revolutionärsten war aber der Eintrittspreis: 1 Euro. Da zittert der Kapitalist vor Angst.

Infos:
Nach der Premiere am 8. Mai folgen noch zwei Vorstellungen am 14 und am 16 Mai.