Von Titel des Filmes "Run Fatboy Run" hätte ich eigentlich eine amerikanische Cartoon-Komödie mit einer ekligen Mischung aus übermäßigem Körpferfett und Persiflage auf den Klassiker "Forrest Gump" erwartet. So leicht kann man sich in die Irre führen lassen, denn man könnte mit seiner Einschätzung nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. "Run Fatboy Run" ist eine Geschichte eines Briten, den knapp vor dem Traualter der Mut verliess und er vor seiner schwangeren Verloben flüchtete.
Fünf Jahre später ist er ein rauchender Security-Guard in einem Londoner Dessous-Geschäft, dem sein Lifestyle einen festen Schwimmreifen eingebracht hat, von Fitness ganz zu schweigen. Die Ex hat mittlerweile ein Bild von Mann als neuen Partner, aber wenigstens darf der Vater noch seinen geliebten Sohn regelmäßig sehen. Halb im Scherz kommt Dennis (Simon Pegg) auf die abstruse Idee bei einem Marathon mitzumachen um seiner Ex zu beweisen, dass er auch in der Lage ist irgendwas zu Ende zu bringen. Sein wettsüchtiger Cousin und sein skuriler indischer Vermieter heften sich an seinen Hintern und jagen ihn durch ein dreiwöchiges Trainingsprogramm bei dem sie ihm keine Chance zum Aufgeben lassen. Einige Male scheint das Rennen für Dennis gelaufen zu sein, dies sorgt für große Spannung. Wird Dennis sich am Ende selbst überwinden und seine Freundin samt Sohn zurückgewinnen, oder ist er doch nur der liebenswerte Looser, der nichts zu Ende bringen kann?
Man kennt Simon Pegg aus schrägen Komödien wie Shaun of the Dead oder Hot Fuzz und wird ihm daher kaum viel schauspielerische Tiefe zutrauen, aber ich meine, dass wir in diesem Film den Wendepunkt sehen könnten. Dennis ist sensibel, hat zwar immer noch eine Prise "Lovable Looser", bringt aber mehr denn je den Zuschauer dazu, dass man mit ihm mitfiebert während er durch seine persönliche Entwicklung stolpert. Genau dies trifft vielleicht in vielen von uns einen weichen Punkt, denn bei allen guten Intentionen sind wir vielleicht auch manchmal einfach überfordert oder wollen das Beste während wir unsere eigenen Fähigkeiten unterschätzen. Bei mir jedenfalls kam jedenfalls der spontane Wunsch hoch, zu Hause gleich wieder die Laufschuhe anzuziehen. Bei der Ziellinie des Wettrennens mit mir selbst könnte meine geliebte Britta auf mich warten.
Ach, und den Film kann ich nur empfehlen. Läufer und andere Menschen, die an ihrer Weiterentwicklung arbeiten werden viele Parallelen zum realen Leben wiederentdecken, intelligente Romantiker werden gut bedient und die Lachmuskeln bekommen auch ein gutes Workout. Die perfekte Komödie.
Der Film kommt am 4. April in Österreich ins Kino.