Sonntag der 30. März war der erste wirklich warme Tag des Frühlings. Viele Menschen ließen sich durch die warmen Sonnenstrahlen zu ausgiebigen Spaziergängen motivieren. Manch eine Sonnenliege wurde aus dem Keller geholt und auf der sonnenzugewandten Seite des Hauses aufgestellt.
Am Tag zuvor fuhren wir nach Steyr um einen Ersatz für den geschmolzenen Komposter zu bekommen. Exakt den gleichen Komposter namens "Bio 600" hatten wir in den Prospekten bei Zgonc um 59,90 EUR, im Lagerhaus um 69,90 und beim Baumax um 79,90 gesehen. Nur, dass Zgonc bereits geschlossen hatte, als wir kurz nach 12 Uhr vor der Tür standen, ebenso das Lagerhaus. Baumax hat als einziges Geschäft in der Provinz am Samstag bis 17 Uhr offen und so gingen wir zielstrebig in den dortigen Gartenbereich, wo ich die Verkäuferin mit meinen Preisinformationen konfrontierte.
Ich zeigte der Dame das günstigste Angebot auf meinem iPhone. Es half ungemein, dass Baumax eine "dreifache Preisgarantie" gibt. So konnten wir am Ende erfolgreich mit der Beute und zum günstigsten Preis nach Hause fahren. Mit dem Aufstellen wartete ich noch folgenden Tag, der sich dem Wetterbericht getreu auch wirklich als erster Frühlingstag entpuppte.
In blauer Trainingshose und kurzem T-Shirt büßte ich dann für meine Sünden. Im Schweisse meines Angesichtes musste ich die geschmolzenen Fragmente des alten Komposters einsammeln, was intensiven Kontakt mit halb-verrotteten Speiseresten bedeutete. Das untere Drittel, welches schon brauchbarer Humus geworden war, transportierte ich mit Scheibtruhe auf die Spitze von "Mount Britta", einem kleinen Hügel auf dem Britta demnächst Gemüse anbauen will. Den restlichen Kompost musste ich zur Seite schaufeln um das Fundament aus Ziegeln freizulegen.
Darauf kam dann der neue Komposter, den ich dann wieder zu einem Drittel mit unfertigem Kompost vollschaufelte. Ich habe das süße Aroma immer noch in der Nase und ein Blase vom Schaufeln. Ich zwang mich selbst immer wieder daran zu denken, dass das Wühlen in Dreck gut gegen Allergien sein soll. Angeblich haben deswegen Kinder am Land ein stärkeres Immunsystem. Das und die Freude, die Britta über ihren neuen Kompost hatte, entschädigten mich ein klein wenig. Ich müßte jetzt wieder einen positiven Saldo auf dem Karma-Konto haben.
Hoffentlich gibt es nicht zu viel Abzüge dafür, dass ich beim Umschaufeln versehentlich Genozid an der ortsansässige Maus-Familie begang. Während die Eltern nur mehr komisch röchelten, konnte ich eines ihrer Jungen retten und in eines der Erdlöcher am Hang nebenan umsiedeln.... Bis zum Abend, denn da freute sich der Brittas Kater Monk über einen neuen Spielgenossen. Sein Appeal währte aber nur so lange, bis sich sein kleiner süsser Kopf von seinem Körper trennte. Die sterblichen Überreste bekamen eine Feuerbestattung. Ich weise alle Schuld von mir: Die Katze wars!