Hahn am Mist muss büßen #

30. March 2008 20:00

Sonntag der 30. März war der erste wirklich warme Tag des Frühlings. Viele Menschen ließen sich durch die warmen Sonnenstrahlen zu ausgiebigen Spaziergängen motivieren. Manch eine Sonnenliege wurde aus dem Keller geholt und auf der sonnenzugewandten Seite des Hauses aufgestellt.

Am Tag zuvor fuhren wir nach Steyr um einen Ersatz für den geschmolzenen Komposter zu bekommen. Exakt den gleichen Komposter namens “Bio 600″ hatten wir in den Prospekten bei Zgonc um 59,90 EUR, im Lagerhaus um 69,90 und beim Baumax um 79,90 gesehen. Nur, dass Zgonc bereits geschlossen hatte, als wir kurz nach 12 Uhr vor der Tür standen, ebenso das Lagerhaus. Baumax hat als einziges Geschäft in der Provinz am Samstag bis 17 Uhr offen und so gingen wir zielstrebig in den dortigen Gartenbereich, wo ich die Verkäuferin mit meinen Preisinformationen konfrontierte.

Ich zeigte der Dame das günstigste Angebot auf meinem iPhone. Es half ungemein, dass Baumax eine “dreifache Preisgarantie” gibt. So konnten wir am Ende erfolgreich mit der Beute und zum günstigsten Preis nach Hause fahren. Mit dem Aufstellen wartete ich noch folgenden Tag, der sich dem Wetterbericht getreu auch wirklich als erster Frühlingstag entpuppte.

In blauer Trainingshose und kurzem T-Shirt büßte ich dann für meine Sünden. Im Schweisse meines Angesichtes musste ich die geschmolzenen Fragmente des alten Komposters einsammeln, was intensiven Kontakt mit halb-verrotteten Speiseresten bedeutete. Das untere Drittel, welches schon brauchbarer Humus geworden war, transportierte ich mit Scheibtruhe auf die Spitze von “Mount Britta”, einem kleinen Hügel auf dem Britta demnächst Gemüse anbauen will. Den restlichen Kompost musste ich zur Seite schaufeln um das Fundament aus Ziegeln freizulegen.

Darauf kam dann der neue Komposter, den ich dann wieder zu einem Drittel mit unfertigem Kompost vollschaufelte. Ich habe das süße Aroma immer noch in der Nase und ein Blase vom Schaufeln. Ich zwang mich selbst immer wieder daran zu denken, dass das Wühlen in Dreck gut gegen Allergien sein soll. Angeblich haben deswegen Kinder am Land ein stärkeres Immunsystem. Das und die Freude, die Britta über ihren neuen Kompost hatte, entschädigten mich ein klein wenig. Ich müßte jetzt wieder einen positiven Saldo auf dem Karma-Konto haben.

Hoffentlich gibt es nicht zu viel Abzüge dafür, dass ich beim Umschaufeln versehentlich Genozid an der ortsansässige Maus-Familie begang. Während die Eltern nur mehr komisch röchelten, konnte ich eines ihrer Jungen retten und in eines der Erdlöcher am Hang nebenan umsiedeln…. Bis zum Abend, denn da freute sich der Brittas Kater Monk über einen neuen Spielgenossen. Sein Appeal währte aber nur so lange, bis sich sein kleiner süsser Kopf von seinem Körper trennte. Die sterblichen Überreste bekamen eine Feuerbestattung. Ich weise alle Schuld von mir: Die Katze wars!

Eine Woche iPhone in Österreich #

28. March 2008 19:20

Nunmehr ist das begehrte iPhone von Apple seit einer Woche in den T-Mobile-Läden und geht angeblich weg wie warme Semmeln. Die hochnäsige Mobilkom hatte das Gerät anfangs nicht ernst genommen und die Chance auf den Exklusiv-Vertrag mit Apple nicht genutzt. So machte Nummer zwei in unserem Land das Rennen. Doch im Juni bekommen alle iPhones ein Update verpaßt, dass sie fit für Geschäftskunden macht und DAS ist der A1 schon ein Dorn im Auge. In USA kräht längst kein Hahn mehr nach einem Blackberry und auch der Ziegelstein namens “Communicator” von Nokia hat viel seines Star-Images eingebüßt. Palm, die die längste Zeit als der Innbegriff der PDAs galten, sind auch schon viele Plätze zurückgefallen. Wer will denn schon einen PDA, wenn er die gleichen Funktionen besser in einem stets verbundenen Smartphone bekommt?

Schätzungen zufolge sind mehr als 25% aller im Umlauf befindlichen iPhones gegen den Willen von Apple offen für alle Netze, vulgo “gecrackt”, “gejailbreakt” und “unlocked”. Nach diesen streckte die Mobilkom ihren Lockfinger aus, als sie vor zwei Tagen in einer Presseaussendung folgendes schrieben:

Presseaussendung vom 26.03.2008

iPhones funktionieren auch im A1 Netz, dem besten Netz Österreichs

Aufgrund zahlreicher Kunden-Anfragen an der A1 Serviceline stellt A1 klar, dass das iPhone grundsätzlich auch im besten und flächendeckendsten Mobilfunknetz Österreichs* verwendet werden kann. Kunden, die sich iPhones am freien Markt besorgen, können regulär entsperrte Geräte auch mit einer A1 SIM-Karte nutzen.

Apple’s iPhone hat sich in den vergangenen Monaten zu einem viel diskutierten Handy entwickelt. Apple hat den Verkauf des Gerätes zumeist exklusiv an Mobilfunkbetreiber gebunden, jedoch gelangen immer wieder regulär entsperrte Geräte auf den Markt: so etwa müssen iPhones in Frankreich auf Grund der dort geltenden Gesetzeslage auch ohne entsprechende Sperre erhältlich sein. Sobald solche regulär entsperrten Geräte innerhalb der EU erhältlich sind, ist es rechtlich zulässig, dass diese auch in anderen EU-Ländern verwendet werden können. Somit können diese Geräte auch mit einer A1 SIM-Karte genutzt werden. A1 weist darauf hin, dass selbstständiges Entsperren rechtlich problematisch sein kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Apple über die iTunes Software Einfluss auf die Funktionalität des Gerätes nehmen kann.
SIM-Lock ist ein geläufiges Modell
Vor allem europäische Mobilfunk-Betreiber nutzen den SIM-Lock Mechanismus, um ihren Kunden
Handys zu günstigen Konditionen und vielfach auch kostenlos bieten zu können: damit binden sie ihre Kunden längerfristig an sich. Im Falle von Apple wird die Sperre offensichtlich aber auch dazu verwendet, das Gerät exklusiv über einzelne Betreiber zu verkaufen.

*Beste dauerhafte Netzqualität geprüft und bestätigt durch das IBK der TU Wien

Womit sie größtenteils recht haben. Das A1-Netz wäre schon alleine wegen des besseren Ausbaus von EDGE in ihrem Netz der idealere Partner für Apple gewesen. Bei T-Mobile gibt es sogar im Ballungszentrum Wien leider noch große Lücken bei der Versorgung mit 2.5G. ONE hat sogar aus Kostengründen gänzlich auf EDGE verzichtet und sich damit vom Geschäft mit Blackberries und jetzt auch dem iPhone abgeschnitten. Mit solch kurzsichtiger Strategie hat sich ONE schon mehrfach die Chance auf Platz zwei in Österreich verbaut. T-Mobile hat A1 bei Apple ausgestochen, ONE beim Netz. So kann T-Mobile allen Mitbewerbern die lange Nase zeigen und lacht sich scheckig pink darüber, dass iPhone-Kunden ein vielfaches mehr an Datenverkehr produzieren als Kunden mit anderen Endgeräten.

Messungen von Google zufolge ist es sogar 50 mal so viel Datenverkehr als mit jedem anderen Gerät, AT&T hat auch schon bestätigt, dass iPhone Kunden doppelt so viel einbringen wie andere. Unglaublich! Die Menschen nützen das mobile Internet, wenn sie nur einen sinnvollen mobilen Browser mit großem Display und breiter mobiler Internetverbindung haben. Wer hätte DAS gedacht? Das wäre endlich mal wieder eine neue Technologie, die auch tatsächlich verwendet wird. Regelmäßig bekommt man nun von iPhone-Nachahmungen zu lesen und dass die Firma X nun mit dem Smartphone X einen “iPhone-Killer” auf den Markt bringen würde. All dies bringt uns iPhone-User kräftig zum schmunzeln. Microsoft’s Zune und Zune2 waren ja auch “iPod-Killer”, aber kennst Du irgendwen, der einen Zune hat?!

Ich bin bekennender iPhone-Fan und ich sehe nichts in Österreich kommen, dass nur annähernd ans iPhone herankommen könnte. Nokia hat leider seine technologische Führerschaft verspielt, weil sie, statt sich auf technologische Führerschaft zu konzentrieren, zu viele verschiedene Geräte gehetzt und größtenteils mit fehlerhafter Firmware auf den Markt brachten. Dadurch brauchte jeder neuer Technologie-Schritt 1-2 Jahre um nach der großen Ankündigung seinen Weg in die Hände der Kunden zu finden. Bestes Beispiel: das N95 von Nokia, welches ich um über 400 EUR (trotz Vertragsverlängerung) kaufen musste. Mein iPhone hat mich weniger gekostet, ist nicht an ein Netz gebunden und macht mir viel größere Freude.

Der wichtigste Mann Österreichs, der Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, macht uns vor, wie der moderne Österreicher mit Technik aus USA umgeht. Man läßt sich zum 48. Geburtstag am 8. Februar ein offenes iPhone schenken. Ein Monat vor dem offiziellen Österreich-Launch in Österreich muss es sich also um entsperrtes iPhone handeln, obendrein telefoniert die Regierung normalerweise im Netz der Mobilkom. Natürlich schrien die kleinen Partien sofort “Foul!” und starteten eine parlamentarische Anfrage. Ich glaube aber wohl eher, weil sie ihm das geile Teil neidig sind. Ich widerspreche vielen seiner Ansichten, aber der Herr Gusenbauer ist für einen alten Herren ungewöhnlich technikbegeistert, was man auch daran erkennt, dass er seit geraumer Zeit Videopodcasts (ich nannte sie GusiTube) macht.

Um das iPhone schlagen zu können müßte ein Gerät der Hardware noch eins draufsetzen. Keine Tasten, dafür großes LCD-Touch-Display und HSDPA 3G. Doch da hat sich Apple abgesichert: angeblich sind schon die ersten 3G-Chips für die nächste iPhone-Generation bestellt und schon vor 2 Jahren ließ sich Apple sogar eine Display-Technologie patentieren, bei der der Schirm auch gleichzeitig als Kamera agieren kann. So könnte das übernächste iPhone auch für Video-Chats dienen. 3G versucht seit Jahren die Kunden dazu zu bringen sich über UMTS auch sehen zu wollen. Aber solange Video-Calls mehr kosten als Audio-Telefonate werden sich die Leute nicht abzocken lassen. Apple könnte schaffen, wo die Mobilfunkfirmen gescheitert sind. In vielerlei Hinsicht.

Nächste Updates für das iPhone werden mehr Speicher, 3G-Netz und OLED-Displays sein. Längere Akkulaufzeit könnte ein Nebeneffekt von besserem Energiemanagement und der durch OLEDs möglichen Einsparung der LED-Beleuchtung sein. Und das ist erst der Anfang, das iPhone ist noch nicht einmal ein Jahr alt! Ich bin gespannt, welche mobilen Revolutionen wir von Apple noch präsentiert bekommen. Dank Apple macht es mir wieder Spaß, Technologie-Liebhaber zu sein.

Film: Dan in Real Life #

25. March 2008 00:01

Dan in Real Life (dt. “Dan – Mitten im Leben!”) ist einer dieser seltenen Filme, die wie gemacht für Menschen sind, die sich gerne fragen, wie sie in gewissen vertrackten emotionalen Situationen reagieren würden. Also für mich und die meisten Frauen.

Dan (Steve Carell), ein Kolumnist und Wittwer mit drei Töchtern fährt mit ihnen zum alljährlichen Famillienurlaub zu einem Haus am See. Dan’s Frau war 4 Jahre zuvor an einer Krankheit verstorben und seitdem bemühte er sich immer nach bestem Wissen um das Beste für seine drei Mädels. Am Land angekommen trifft er im örtlichen Buchgeschäft die hübsche und intelligente Marie (Juliette Binoche), er verliebt sich in sie und schüttet ihr 2 Stunden lang über einem Muffin das Herz aus. Wenig später trifft ihn mit aller Härte die Erkenntnis, das Marie mit seinem eigenen Bruder liiert ist, welcher ihm nichtsahnend sogar rät, die “heiße Biene aus dem Buchgeschäft” zu verfolgen, egal ob sie einen Freund hat oder nicht.

Dan sitzt in der moralischen Falle. Einerseits will er seinem Bruder nicht die Freundin ausspannen, andererseits sorgt die permanente Anwesenheit der holden Marie für emotionalen Aufruhr. Und dann sind da noch die eigenen Töchter, die gerade nicht besonders gut auf einen zu sprechen sind und die eigenen Eltern, die auch das beste für einen wollen aber manchmal doch recht hart sein können. Im einfachen Rahmen des schönen Holzhauses am See erleben wir als Kulisse die quirlige Großfamilie und vor diesem Hintergrund Dans Ernsthaftigkeit und seine Bemühungen stets das Richtige zu tun, aber dabei dennoch beim Falschen (so scheint es zunächst) zu landen. Hier fand ich einen für mich besonders intensiven Berührungspunkt. Mir ist es selbst in der Vergangenheit auch schon des öfteren passiert, dass ich es lieb meinte, meine Bemühungen aber falsch und als Egoismus interpretiert wurden. Die wichtige Aussage ist jedoch, dass jeder Mensch das Recht hat, klüger werden zu dürfen. So auch Dan.

Steve Carell hat mir für die meisten Rollen einen zu ernstes Gesicht, seine dunklen Augen und seine markante Nase verstärken noch die permanente Traurigkeit, die er per se ausstrahlt. Aber in diesen Film passte er mir wunderbar. Der Film hat viele Facetten, Szenen voller intelligentem Humor, Romantik und voller glaubwürdigem Leben. Keine Hemmungen bestehen, mehrere moralische Fragen aufzuwerfen. Alle Ingredienzien, die wir in erwachsener Unterhaltung erwarten, das erfreuliche Happy End dient als Zuckerguss auf einem Werk, dass sich vor anderen romantischen Komödien nicht verstecken muss.

Salat mit Oliver #

18. March 2008 02:36

Bekannt ist Bastian Sick für seine Zwiebelfischkolume zur Rettung der deutschen Sprache, für Spiegel Online kommentiert er als Zwiebelfischchen allerlei lustige deutsche Auswüchse. Besonders nahe geht mir hier die Entdeckung des Lesers Jens Kühl in einem Restaurant in Schönberg Strand im Kreis Plön. Skandal!!

salat_mit_oliver

[Quelle: Zwiebelfischchen]

Ich hoffe für diese Olivers, dass sie ein glückliches und langes Leben hatten, bevor sie zu Salat verarbeitet wurden. In diesen Zeiten, wo Tierschutz schon ein sehr wichtiges Thema geworden ist, ist es eine Schande, dass sich niemand für den Menschenschutz einsetzt. Und kränken tut mich persönlich, dass hier ein Oliver gleich viel wie Schweine-Schinken kostet.

Abgebrannt #

18. March 2008 01:35

Gestern kam ich ins Wohnzimmer und trällerte mit optimistischer Stimme “Schatz ich habe eine gute Nachricht! Weisst Du noch, dein Plastik-Komposter, wo Du dich immer geärgert hast, dass er so schiach und alt ist?”
“Ja, was ist damit?”, fragte sie und der skeptischen Unterton verriet, dass sie meiner Fröhlichkeit nicht traute.
“Nun, Du kannst Dir jetzt einen neuen aussuchen. Mir ist der alte abgebrannt.”

Es heißt ja bei Plastik-Tonnen immer “Bitte keine heiße Asche einfüllen” und ich hatte immer gedacht, wie blöd Leute sein müssen, die so etwas tun…. bis es mir selbst passiert ist. Ich dachte, dass der Kübel mit Asche, den wir aus dem Ofen geputzt hatten am nächsten Morgen sicher schon erkaltet sein musste. War er nicht und die übrige Glut fand im Komposthaufen eine exzellente Basis für ein Aufflammen. Ich saugte gerade den Boden neben unseren Solar-Wasser-Schläuchen unter dem Acrylglas-Dach, als ich mir noch dachte, “Hm, irgendwer verbrennt da was, interessant dass man das hier oben so stark riecht”.

Als ich den Staubbehälter des Saugers auf dem Kompost entleeren wollte, sah ich diesen lichterloh in Flammen stehen. Das grüne Plastik schmolz in der Hitze der Flammen und der dadurch verflüssigte Kunststoff brannte wie Öl. Das Feuer war schnell gelöscht, der Komposter war zur Hälfte abgebrannt. Naja, Britta freut sich, weil sie sich jetzt zwei neue Komposter von mir wünschen darf.

 Abgebrannter Komposter von linksAbgebrannter Komposter von rechts

Mein Tipp: nur kalte Asche in Kompost-Behälter einfüllen.

Plantronics, Support ist auch ultimativ #

14. March 2008 19:39

Ich hatte im Oktober 2006 das Plantronics Plusar 590A gekauft um damit in der Firma drahtlos über Bluethooth Musik zu hören. Leider war mir jüngst der Lade-Kontakt abgebrochen, wodurch es nicht mehr möglich war das Gerät aufzuladen. Ich dachte schon daran, das Ding wegzuwerfen und das gleiche Modell nochmal zu kaufen, weil ich damit extrem zufrieden war. Doch dann erinnerte ich mich an die Möglichkeiten des Internets und surfte kurzentschlossen auf die Website von Plantronics um dort nach einer Reparaturmöglichkeit zu fragen.

Ich wählte die Telefonnummer des zuständigen Supports und schilderte meinen Fall. Der Plantronics-Techniker auf der anderen Seite des Telefons teilte mir sympatisch mit, dass ich 2 Jahre Garantie hätte und diese noch laufen würde! Ich bräuchte ihnen nur die Rechnung schicken und würde dann ein neues originalverpacktes Gerät zugestellt bekommen.. Wieder daheim begann ich die archäologischen Ausgrabungen in meinem Schuhkarton voller Rechnungen. Ich war gerade am Telefon mit meiner Freundin, als mir der richtige kleine weiße Zettel in die Hand fiel und ich laut ausrief “Ich hab’s, Hurra!”

Die Rechnung war schnell gescannt und per E-Mail zu Plantronics geschickt. Am nächsten Morgen, dem 4.3., kam die Antwort:

“Sehr geehrter Herr Drobnik,

vielen Dank fuer die Zusendung des Kaufbeleges. Sie werden in den naechsten Tagen ein neues Headset von uns erhalten.

Mit freundlichen Gruessen,
Ihr Plantronics Team”

Noch zögerte ich zu glauben, dass ich so problemlos ein neues Headset bekommen würde. Bis heute, denn da stand plötzlich ein Lieferant von DHL vor mir.

Ich hatte tatsächlich ein originalverpacktes Headset erhalten. Plantronics lebe hoch! Der Support-Mitarbeiter hatte mir am Telefon gesagt “das defekte Teil schenken sie einem Kind zum Spielen, das brauchen Sie nicht einsenden”. Das perfekte “Kind” für dieses Geschenk fand ich in einem Arbeitskollegen, einem talentierten Elektronik-Bastler. Dieser lötete sich binnen eines Abends den abgebrochenen Kontakt wieder an und hat jetzt auch einen funktionsfähiges Bluetooth-Kopfhörer. Alle happy.

Diskussionsgruppen #

11. March 2008 23:29

ma-logo Ich bin in der Kartei des renommierten Meinungsforschungsinstituts Gallup. Daher werde ich regelmäßig zu Gruppendiskussionen eingeladen, bei denen wir unsere Meinung zu bestimmten Themen erörtern sollen. Wer so wie ich zu jedem Thema eine Meinung hat und bereit ist diese einer Meinungsforscherin kund zu tun, für den sind solche Runden ein spannender Zeitvertreib, der obendrein noch mit etwa 20-25 EUR für 1-2 Stunden abgegolten wird. Zuletzt diskutierten wir über Spanien, heute ging es um die easybank, die versuchen will mit neuen Angeboten mehr Geschäft zu machen.

Aktuell werden wieder dringend zahlreiche Freiwillige gesucht, wie ich einem Flyer entnehmen konnte.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Das österreichische Gallup-Institut sucht für Gruppendiskussionen und Interviews Damen und Herren aller Altersgruppen.

Als Dankeschön erhalten Sie je nach Dauer des Interviews, bzw. der Gruppendiskussion ein Honorar.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter 01/5238736 oder per Email: teststudio.karmasin@gallup.at bei Frau Beatrix Frint.

Monopol wirkt #

10. March 2008 20:08

Die niederösterreichische Landtagswahl wurde in den Medien als wichtiges Stimmungsbarometer für die Bundespolitik bezeichnet, und das obwohl sich der alteingesessene Landeshauptmann Pröll klar von der Arbeit der großen Koalition distanziert hatte. Da ist es wohl ähnlich wie bei der Oscar-Verleihung: Künstlerische Erfolge heften sich Politiker gerne auf die eigene Fahne, Mißerfolge sind das Pech der Künstler selbst.

Pröll hatte sein gewaltiges Wahlbudget dafür eingesetzt um den meisten Haushalten in NÖ eine Selektion an verschiedenen Teebeuteln zu schenken. Fast so als wolle er kommunizieren: “abwarten und Tee trinken, uns geht’s eh gut”. Die Konkurrentin aus der SPÖ Landeshauptmannstellvertreterin Onodi lieferte nur ein nichtssagendes Bussibärli-Statement a la (sinngemäß) “Ein Herz für alle SPÖ-Wähler, statt alle Macht dem Pröll”. Da muss man sich wohl fragen, was die Leute eher wählen: Hauptmann-Bonus, dessen Wirtschaftspolitik schon etwas verbessert hat, oder das Wischi-Waschi der SPÖ, das äußerst selten spürbare Verbesserungen erzeugte.

Wo die ÖVP bei positiven Emotionen punkten konnte, tat die FPÖ dies bei den Ängsten der Arbeiter. Obwohl dort auch nichts Neues zu finden war, Anti-Ausländer und Anti-EU sind halt nachwievor dazu geeignet die radikalen 7 Prozent Österreicher zu mobilisieren. Dieses Mal kamen auch die Anti-SPÖ-Stimmen hinzu, denn während ÖVP und Grüne exakt die gleiche Mandatszahl behielten, wanderten genau 4 Mandaten 1:1 von SPÖ zu FPÖ. Strache zeigte seinen hellsten Blendax-Grinser als er sich im ORF als der große Wahlgewinner bezeichnete. Noch heller leuteten seine Augen, denn er sieht sich schon in der nächsten Bundesregierung sitzen.

Die meisten Niederösterreicher wohnen in hübschen Häuschen im Grünen, vollkommen unberührt von Umweltverschmutzung und Verkehr der Städte. Daher war hier auch kein guter Grund zu erkennen, warum man der grünen Partei seine Stimme schenken sollte. Außer vielleicht aus Protest. Allerdings ist die Protest-Kultur in Österreich nur sehr kärglich ausgeprägt, selten kann ein nebuloses Thema wie der Klima-Wandel den typischen Österreicher aus seinem Fernsehsessel reißen und zu einer anderen Wahlmeinung mobilisieren.

Die Bundes-SPÖ trauert immer noch der Deficit-Spending-Policy der Vergangenheit hinterher, war doch das Versprechen eines Steuerzuckerls auf Pump bisher auch immer zugkräftig. Wenn die vorangegangene Regierung schon nichts gebracht hat, dann hat der damalige Finanzminister Grasser zumindest den Geldhahn für Steuer-Geschenke für immer zugedreht und damit eine langjährige Tradition beendet. Geld auzugeben, dass man nicht hat, dass ist ein Vorgang, den jeder schon mal erlebt hat und daher ist das Verständnis der Leute überraschend groß für den Wunsch einen Haushalts-Überschuss zu erwirtschaften und zu beginnen den Schuldenstand der Alpen-Nation zu verringern.

Obendrein sehen wir aktuell am Beispiel von Amerika, wie wenig diese Methode selbst im großen Stil bringt. Die USA kann sich wenigstens kurzfristig noch helfen, indem Unsummen in die florierende Rüstungsindustrie fließen und der Dollar gezielt abgewertet wird. Rüstungsindustrie in Österreich schaut so aus, dass die Parteien um die An- oder Abschaffung neuer Flugzeuge streiten und die eigene Währung könnten wir nur abwerten, wenn wir der FPÖ nachgeben und den Schilling wieder einführen.

Betrachtet man die vergangenen Ergebnisse wird schnell klar, dass das allgemeine Vertrauen in die windigen roten Versprechungen schon seit 1979 im Schwinden begriffen ist. Die ÖVP hat allen Grund, sich in ihrem Kurs bestätigt zu fühlen, die Steuerreform erst 2010 durchzuführen, denn dann sollten wir laut Prognose erstmals wieder einen Haushaltsüberschuss haben. Ein paar Euro mehr oder weniger im Geldbörsl wird vermutlich auch das Kraut nicht fett machen, aber wir Staatsbürger haben dann das wenigstens das gute Gefühl, dass unsere Regierung uns nicht mehr weiter das Blaue vom Himmel lügt.

Warum nur bin ich Generalist? #

7. March 2008 19:12

Vor 24 Jahren, als ich mich für Computer zu interessieren begann, war es ein MSX 1 von Philips, auf dem ich neugierig mit BASIC herumprogrammierte. Meinen ersten PC bekam ich erst um etwa 1990 in die Hand, als sich mein Vater einen der ersten PCs kaufte. Ich programmierte mit Turbo Pascal schon einige ganz ansehnliche Programme unter anderem in der Ferialpraxis in Siemens ein Urlaubsverwaltungsprogramm und ein Programm zur Verwaltung von Flohmarktständen.

Mein optisch tollstes Projekt war ein C++ Programm, dass einfache Gegenstände in 3D darstellen und rotieren konnte, das war mein Programmier-Projekt im EDV Kolleg Spengergasse. In Mathematik hatte ich einen Geistesblitz gehabt und sah plötzlich die Formeln vor mir, wie ich Koordinaten zu einem dreidimensionalen Bild machen könne. Das setzte ich dann auch um und war über meinen Erfolg verblüfft, als ich plötzlich einen plastischen Würfel vor mir sah. Von allen meinen Ergebnissen kam dieses am nähesten an ein Spiel heran, weil man die Perspektive mit den Pfeiltasten verändern konnte. Ich befasste mich auch einige Zeit lang mit 3D Studio und konstruierte begeistert einfache dreidimensionale Szenen in denen ich dann die Kamera herumfliegen ließ. Am besten gelang mir mein Klavier, dass ich haarklein nachkonstruierte. Statt Blütner, ist es ein “Revilo”, das ist mein Vorname rückwärts gelesen.

Revilo

Als Klavierspieler probierte ich mich auch öfters mal als Komponist, notierte simple Lieder erst noch von Hand, später mit einem Keyboard und MIDI-Software am PC. Und, dass es mir nie an Video-Exhibitionismus fehlte, das beweisen die zahlreichen Videos, die online zu sehen sein. (Ich sehe gerade, dass sich auf meinem Blog ein Programmierfehler eingeschlichen hat, den ich beheben muss, damit die Videos wieder angeschaut werden können.) Alles in Allem zeigte ich als Jugendlicher viele kreative Ansätze, aus denen ich aber nichts handfestes machen konnte, wahrscheinlich, weil das Fehlen von geeigneten Werkzeugen mir das kreative Ausleben zu sehr erschwerte. Und dadurch landete ich in einem relativ unkreativen EDV-Job als Betreuer von Desktop-Computern.

Sowohl Apple mit dem neuen SDK für die Touch Plattform, als auch Microsoft mit seinem XNA Game Studio und Visual Studio bieten heute kostenlos die Entwicklungswerzeuge an, mit denen sich realtiv unaufwendig Spiele programmieren lassen. Der geneigte junge Mensch kann damit all seine kreativen Spielideen problemlos umsetzen. Nachdem erste Erfahrungen mit der Spieleentwicklung gesammelt wurden, fällt der Einstieg in eine österreichische Spielefirma wie z.B. JoWood nicht mehr schwer. Oder man gründet gar seine eigene Firma, denn nie war es besser in der Spieleindustrie tätig zu sein. 2007 übertraf diese erstmals den gesamten Musik-Markt an Umsatz.

Ich bin 25 Jahre zu spät auf die Welt gekommen. Ich habe das traurige Gefühl, dass es wohl übermäßiger Konsum des passiv-machenden Fernsehens war, der mich selbst passiv werden ließ und meine Kreativität abtötete. Unsere Kinder werden in ein technisches Umfeld hineingeboren, dass ihrer Kreativität kein Grenzen mehr setzt, aber gleichzeitig droht sie mit Informationen und passiven Medien zu erdrücken. Daher ist es umso wichtiger, dass Eltern Sorge tragen ihre Kinder zu Aktivität und Kreativität zu ermuntert und passives Konsumieren möglichst reduzieren. Sonst werden auch unsere Nachfahren zu passiv konsumierenden Drohnen.

Mein Glück als Generalist ist, dass ich einen Überblick habe und so meine Kinder sanft in ein Leben führen kann, dass von kreativem Selbstausdruck nur so strotzt.

Apple präsentiert iPhone SDK #

7. March 2008 09:31

Mit der gleichen Spannung wie die Keynote von Steve Jobbs auf der Consumer Electronic Show war auch die gestrige SDK Präsentation erwartet worden. Bisher hatte ich Apple gänzlich in Schweigen gehüllt auf welche Art und Weise Anwendungen für ihre mobile Plattform entwickelt und verteilt werden könnten. Mehrere Blogger sassen im Publikum und versorgten die übrige Welt quasi-live mit kurzen Zusammenfassungen und Fotos der Präsentation.

So wusste wir noch vor dem Ende des Tages, was Apple plant. Ich ging zu Bette. Um 5 Uhr früh streckte ich hoch, schaute mit verschlafenen Augen auf die Uhrzeit auf meinem iPhone und dann schälte ich mich missmutig aus dem Bett um einem körperlichen Bedürfnis nachzugehen. Dann war ich noch neugierig und schaut kurz bei meinen Dörfern im Online-Web-Spiel “Die Stämme” vorbei, denn da waren mehrere Angriffe in der Nacht passiert. Als ich nochmal bei apple.com vorbeischaute fiel mir auf, dass sie das Video der Präsentation online gestellt hatten. Ich machte mir einen Tee und nachdem ich wieder ins warme Bett zurückgekehrt war, schaute ich mir den Tanz auf meinem iPhone an. Hier die Zusammenfassung.

Firmen, “Enterprise Features”:

  • Features für direkte Verbindung mit Microsoft Exchange Server: Push Mail, Push, Contacts, Push Calendar
  • Alles mit dem von Microsoft lizensierten ActiveSync
  • Unterstützung für drahtloses Löschen, Policies
  • Cisco VPN, WPA2 uvam.
  • Alles besser, praktischer und billiger als Blackberry
  • Disney und Nike testen das schon

Software:

  • Beta SDK Version schon jetzt verfügbar, aber nur innerhalb USA
  • Entwicklung mit XCode, der für Apple üblichen Entwicklungsumgebung, welche gratis ist
  • Remote-Debugging, also eine Anwendung am Mac debuggen, die am iPhone live läuft
  • iPhone Simmulator
  • Interface Cocoa ergänzt um Touch-Features, ansonsten selber Code wie für Mac OS X
  • Release kommt im Juni, die Voraussetzungen sind in Firmware 2.0 eingebaut
  • Software kann über WiFi und Mobilnetz gekauft und geladen werden, es kommt analog zu iTunes ein Software-Store
  • Spiele können den 3D-Beschleunigungssensor als Steuerung verwenden
  • OpenAL für 3D Audio und OpenGL ES für hardwarebeschleunigte 3D Grafik

Man bekam das Gefühl, dass es extrem einfach sein muss, Anwendungen für diese Plattform zu programmieren. Alle gezeigten Beispiele waren von einzelnen Programmierern in weniger als 2 Wochen hergestellt worden. 3 Spiele mit 3D-Grafik wurden gezeigt, der Mensch von SEGA meinte mit einem Schmuzeln, “wir mußte einen zusätzlichen Grafiker einfliegen, um das Artwork zu verfeinern, weil das iPhone zu mehr im Stande war, als wir gedacht hatten”.