Josi Prokopetz – Hose runter #

29. February 2008 19:09

Mein zehnter Auftrag für Klein&Kunst.

Josi Prokopetz

Manchmal hat man als Klein&Kunst-Reporter – so wie diesmal Oliver Drobnik – das Privileg auch Kunst zu begutachten, die bei Gott nicht “klein” ist. Und zwar, wenn sich ein in Österreich weltbekannter Kabarettist der alten Schule beim Schwechater Satirefestival ein Stelldichein gibt. So ges(ch)ehen am 28. Februar 2008, als Joesi Prokopetz ebendort die ehrenvolle Aufgabe übernommen hatte, den Schlussstrich unter das bunte Festival zu setzen. Nicht besser hätte sein Thema hierzu passen können.

Anfangs war die Bühne in ein schummriges Rot getaucht, gepaart mit dem Titel “Hose runter” kam einem zunächst das horizontale Gewerbe in den Sinn und dann stieg die Furcht hoch, dass Herr Prokopetz erotische Enthüllungen vorhaben könnte, die wir eigentlich nicht sehen wollen. Doch dies wurde sofort entkräftet, denn das Thema des Programmes war die Komik des Komödiantenlebens.

Eloquent grantig mosert er manchmal aus der Ich-Perspektive, manchmal indem er in die Rolle noch grantigerer Charaktere schlüpfte, über allerlei skurrile Begebenheiten im Leben eines Kleinkünstlers. Über Galas und solche die es noch werden wollen, absente Groupies bis hin zur Spassgesellschaft im Allgemeinen spannte er den Bogen. Alles in seiner Handschrift frei nach dem Motto “ein Optimist ist nur ein Pessimist, der schlecht informiert ist.”

Einige Male setzte Prokopetz sich an einen kleinen Tisch und griff zu seinem neuesten Buch, ebenfalls betitelt “Hose runter”, um Passagen daraus vorzutragen. Dies tat er natürlich nicht minder sprachgewandt und so störte es nicht weiter, dass er häufig auf das Buch aufmerksam machte, welches praktischerweise und völlig zufällig im Foyer zum Kauf auflag. Gleich neben anderen dazu passenden Medien.

Wenn ich unbedingt einen Kritikpunkt finden müsste, dann wär es diese etwas übertriebene Eigenwerbung, der übrige Vortrag war über jeden Zweifel erhaben.

Das Programm war so rund, wie es nur ein Fluss-Kiesel sein kann, der über viele Jahrzehnte vom Wasser abgeschliffen wurde. Prokopetz blickt eben auf mehrere Dekaden Bühnenpräsenz zurück, denen er diesen Grad der künstlerischen Perfektion verdankt. Dann war meinen kritischen Ohren auch extrem positiv aufgefallen, dass Josi mit seiner Sprachgewaltigkeit problemlos am Burgtheater als Charakterdarsteller auftreten könnte. Ich übertreibe nicht, alleine schon die Wahl seiner Worte aus seinem gigantischen Sprachschatz, macht ihn in meinen Augen zu einem schützenswerten Denkmal der guten österreichischen Ausdrucksweise.

Prokopetz würde jeden jungen Nachwuchskabarettisten locker an die Wand spielen, zum Glück war er eben der krönende Abschluss des Satirefestivals und so ein gelungener Kontrapunkt. Auf dem Heimweg im Taxi verfolgte mich das seltsame Bedürfnis mich in Zukunft besser auszudrücken.

Oliver Drobnik für Klein&Kunst Onlein.

iPhone Firmware 1.1.4 und ZiPhone #

27. February 2008 22:38

Apple bringt jetzt alle 1-2 Monate ein neues Firmware-Update für das iPhone heraus. Neuester Schrei ist seit heute Version 1.1.4, welche eine Fehler bereinigen soll. Ich probierte ein Update …

11:20 suche mit angestecktem iPhone nach neuen Updates, tatsächlich finde iTunes die neue 1.1.4. Ich lade es erst mal nur herunter ohne es gleich zu installieren.

11:25 ich fand einen Artikel, der bestätigt, dass auch die neue Version mit ZiPhone ge-jailbreak-t werden kann. Der Entwickler bittet zwar noch zu warten, bis er es getestet und angepasst hat, aber ich bin mutig …

11:28 Ich starte die Aktualisierung

11:35 iPhone startet neu

11:36 iTunes meint “Die in diesem iPhone befindliche SIM-Karte wird offenbar nicht unterstützt”. Shit!

11:37 Ok, dafür gibt’s ZiPhone, ich starte “Do it all!” Während der grüne Balken nach rechts wandert, sieht man auf dem iPhone ein Script werkeln.

 ZiPhone

11:41 iPhone startet wieder neu. iTunes beschwert sich schon wieder über die SIM-Karte. Panik steigt in mir hoch. Ich probiere es nochmal, diesmal cklicke ich “Unlock SIM-lock” weg.

11:46 Selber unerwünschter Effekt. Die neue Firmware 1.1.4 kann zwar für Software von Drittanwendern freigeschalten werden, aber die künstliche Aktivierung geht vorerst nicht mehr.

12:15 Ich habe das iPhone wieder mit 1.1.3 installiert und dann mit ZiPhone wieder hergerichtet. Nun stelle ich meine Daten wieder vom Backup her. Damit ich die Medien wiederbekommen muss ich natürlich auch noch synchronisieren.

12:25 Ich atme auf, mein Telefon funktioniert wieder und hat den Stand von vor dem Experiment.

Fazit: Die beschriebene Methode funktioniert bisher nur für Leute mit einer SIM-Karte, die sich offiziell über iTunes aktivieren lässt. Auch wenn die Aktivierungsumgehung bisher noch nicht für 1.1.4 funktioniert, bleibt ZiPhone aktuell die bequemste Möglichkeit für Windows-User ihr iPhone zu befreien. Weil die Version 1.1.3 den permanenten Speicher des iPhone komplett überschreibt ist es nunmehr mit dieser Technik die beste Möglichkeit verhunzte iPhones wieder lauffähig zu bekommen und löst damit die Methode des iPhone DevTeam ab.

Update 30/03/2008: Ab Version 2.5c von ZiPhone funktioniert die beschriebene graphische Methode auch mit Firmware 1.1.4, wie ich heute an zwei iPhones erfolgreich getested habe. Allerdings scheint wichtig zu sein, dass man nicht die Einstellungen wiederherstellt, weil das zu einem endlosen Neustarten der Oberfläche führen kann. Einfach das iPhone als neues Gerät einrichten. Einfacher geht’s nicht.

Film Preview: Michael Clayton #

27. February 2008 00:22

Ein erfreutes Raunen ging durch den Saal der Überraschungspremiere, als der Filmtitel “Michael Clayton” erschien. Der Film hatte mehrere Oscar-Nominierungen eingeheimst, aber nur die beste Nebendarstellerin Tilda Swinton konnte sich bei den Schiedsrichtern durchsetzen. Tom Wilkinson und George Clooney hätten wohl auch für ihre Leistung eine Auszeichnung verdient, denn diese war exzellent, aber wie mittlerweile wissenschaftlich belegt gewinnen die Frauen doppelt so wahrscheinlich wie die Männer.

Eine fiktive Agrarfirma hat das Problem, dass ihr Produkt viele Menschen zu Schaden hat kommen lassen. Sie sind gerade dabei dies zu vertuschen und es durch eine aussergerichtliche Einigung unter den Teppich zu kehren, als ein Anwalt, der sich viele Jahre mit dem Fall beschäftigt hatte, überschnappt weil sein Gewissen die Winkelzüge nicht mehr ertragen kann. Die verzweifelte Anwaltsfirma ruft Michael Clayton (Clooney) auf den Plan, der für sie schwierige Fälle “säubert”, er selbst bezeichnet sich als “Hausmeister”. Da ist nicht allzuviel Handlung reingepackt, auf den ersten Blick mag der Film fast langweilig erscheinen. Kein Action. Kein Sex. Nur ein Toter.

Was den Film interessant macht sind keine Gimmicks, sondern ein solider Erzählstil gepaart mit glaubwürdigen Charakteren, die allesamt mehrere Gewissenskonflikte für sich lösen müssen. Ich freute mich mal wieder ausgiebige Verwendung von Tiefenschärfe als Erzähltechnik zu erleben, gemeinsam mit einer sehr ruhigen Kammeraführung kann der Zuschauer die angebotene Emotion stressfrei miterleben. Ein Stück der Handlung wird für die Rahmenhandlung zwei Mal aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt und da war es spannend zu sehen, wie Details, welche einem beim ersten Durchgang aufgefallen waren, in der zweiten Version an ihren logischen Platz fallen. Insgesamt leicht überdurchschnittliche Kost aber brilliant erzählt.

Ein Schiedsspruch über Michael Clayton fällt nicht ganz eindeutig aus. Ist es jetzt ein Kunst-Film? Oder doch ein Hollywood-Drama? Wer ist gut und wer ist böse? Außen hui, innen pfui? Bilden sie sich ihre eigene Meinung.

Der Film wurde bereits bei der Viennale Ende letzten Jahres gezeigt, der herkömmliche Kino-Start ist für den 29. Februar zu erwarten.

Frauen gewinnen Oscars #

26. February 2008 20:48

Ein Forscherteam der UCLA in Amerika hat die Formel für den Oscar errechnet. Hierfür haben sie bisherige Nominierungen dahingehend untersucht, welche Kriterien es besonders wahrscheinlich machen, einen Academy Award zu gewinnen. Ein Drama gewinnt ihnen zufolge neun mal so wahrscheinlich den begehrten Filmpreis als Krimis oder Komödien. Einleuchtend ist auch, dass es für einen Film wahrscheinlicher ist, nominiert zu werden, wenn im selben Jahr verhältnismäßig wenige andere Film herausgekommen sind. Der drittstärkste Faktor ist das Geschlecht. Ist es so, dass Frauen einfach besser spielen, als Männer?

Antwort: eindeutig ja, Frauen sind die besseren Schauspieler. Denn seit “Harry & Sally” wissen wir, dass jede Frau Oscar-verdächtige Orgasmen vortäuschen kann und jeder Mann die Performance glaubt.

Befragt man Menschen beiderlei Geschlechts wer besser lügt und wer besser darin ist, Lügen zu entlarven sind sich die Leute ebenso einig, dass Frauen beides besser können. Der Grund dürfte in den feineren Sinnen liegen, Frauen können Lügen leichter als solche erkennen, weil sie einen angeborenen Instinkt für nonverbale Kommunikation besitzen. Dieser Sinn dürfte sich in der frühen Menschheitsgeschichte entwickelt haben, weil es für die Frauen einen genetischen Vorteil bot, immer das neueste Geschwätz über die Stars auszutauschen. Diese Alphamännchen-Stars lieferten nämlich die besten Gene für den Nachwuchs.

Durch das viele Schnattern mit Geschlechtsgenossinnen entwickelten sich bei Frauen zwei Sprachzentren, die sich mittels MRI in den vorderen Schläfenlappen des Hirns lokalisieren lassen. Männer, die auf die Jagd gingen, hatten keinen Bedarf für den Austausch von Gerüchten, weil dieser die zu jagenden Tiere aufgeschreckt hätte. Bei Männern beschränkte sich die frühe Kommunikation auf:

“Hat sie grosse Titten?!”

“Ja, mit viel Milch für meine Söhne. Und wenn Du sie nochmal anschaust, dann trete ich Dir ins Gesicht.”

Früher war Aggression überlebensnotwendig, denn damals wie heute waren Tiere kaum mit Worten zu überzeugen auf den Teller zu hüpfen. Aus diesen Gründen lässt sich im heutigen Mann kaum ein einzelnes Sprachzentrum finden. Anders als bei Frauen ist das nicht doppelt zentralisiert ausgeprägt, sondern gewissermaßen im ganzen Hirn verteilt. Was an Sprache fehlt, findet man dafür an Aggressionspotential.

Frauen sind also besser darin, ihre Partner glauben zu lassen, sie wären ihr Held und Retter, insbesondere wenn die Umstände drammatisch sind. Dafür gebührt ihnen jede erdenkliche Auszeichnung. Die erfinde ich hiermit: ich verleihe meiner Freundin die Oscarina für besondere Verdienste um unsere Beziehung.

Film: John Rambo #

22. February 2008 01:12

Lange bevor die Diskussion über Killer-Spiele begann gab es die gleiche Diskussion über sogenannte “Gewalt-verherrlichende” Kinofilme. Als bekanntester Vertreter des unrühmlichen Genres wurde immer Rambo genannt. Es galt als erwiesen, dass nur einmaliges Ansehen eines Rambo-Filmes ausreichen müßte um ein beliebigen Jugendlichen ebenso gewalttätig werden zu lassen. Heute kräht kein Hahn mehr danach, all die Gefährdung scheint nunmehr ausschließlich von besagten Videospielen auszugehen. Jedoch sein Name blieb uns im Gedächtnis als Synonym für einen gewalt-bereiten Einzelkämpfer.

Nachdem Sylvester Stallone mit Rocky Balboa ein passables Comeback hingelegt hatte, waren wir natürlich auf seine zweite Paraderolle als John Rambo gespannt. Konnte er als abgehalfterter Boxer doch noch einige nennenswerte Sätze von sich geben, beschränken sich seine verbalen Äußerungen auf das absolut notwendigste. Der vierte Rambo-Film hat Burma als Kulisse, die militärische Junta quält und mordet gerade christliche Bauern. Eine Gruppe von Entwicklungshelfern engagiert Rambo um sie flussaufwärts nach Burma zu bringen, dem Rambo nur zögerliche zustimmt, weil er sich eigentlich vor der Welt verkriechen möchte. Aber als das Militär dann das Dorf brutal überfällt und die Hilfsarbeiter entführt, stimmt Rambo ohne zu Zögern seinem zweiten Auftrag zu, eine Gruppe von Söldnern mitzunehmen und mit ihnen die Geiseln zu befreien. Aber nicht ohne sich noch eine Machete zu schmieden.

Der moderne Rambo als Teamplayer? Das ist zwar ein Oxymoron, aber was soll’s, denn nach dem ersten Drittel, dass ein wenig philosophisch tut, findet man sich wieder inmitten eines typischen Rambo-Gemetzels. Der Film hat von allen Rambo-Filmen die meisten Toten, irgendwer hat 236 Morde gezählt, jeder einzelne extrem realistisch dargestellt, mit Blut und allen (menschlichen) Einzelteilen. Tatsächlich ist der Film so blutrünstig, dass für Deutschland eine Minute herausgeschnitten werden mußte, um eine Altersfreigabe ab 18 zu bekommen. Ich finde, dass so viel graphischer Realismus verhindert, dass man Kampf und Sieg der Guten wirklich genießen kann. Ein Zombie-Splatter-Movie ist wenigstens noch zum Lachen. Dieser Rambo versucht allzu krampfhaft menschlich zu wirken, der Anflug an übermenschlichen Kräften, der ihn vor 20 Jahren berühmt gemacht hatte, lässt sich nur mehr erahnen. Auch das Ein-Mann-Armee-Feeling bleibt gänzlich aus.

Rambo ist alt geworden und obwohl Sylvester Stallone selbst noch topfit ist, betrachte ich die Mission als gescheitert.

Raumfahrt – Krieg und Frieden #

22. February 2008 00:24

Vor einem Monat demonstrierte das rote China mit großem Tam Tam ihre Fähigkeit einen Satelliten abzuschießen. Es handelte sich zwar nur um einen eigenen Test-Satelliten, die USA fühlte sich aber dennoch ausreichend angepisst, dass sie über ihre Diplomaten protestierten. China schwellte stolz die Brust, weil sie jetzt auch bei zukünftigen Weltraumkriegen mitmachen können.

Weltweit schüttelten die Experten den Kopf über diese Dummheit, weil dieser Abschuss die Menge an ausrangierten Teilen in der Umlaufbahn unnötig vergrößert. Nur ein Teil der Splitterstücke würde in der Atmosphäre verglühen, der Rest würde mit vielen Tausenden anderen Bruchstücken nun ewig um die Erde kreisen. Schon jetzt muss bei Raketenstarts darauf geachtet werden, den Mist-Wolken auszuweichen um Schäden am Raumfahrgerät zu vermeiden. Selbst die kleinsten Teilchen entwickeln ungeheuerlich große Zerstörungskraft, wenn sie mit Tausenden von Km/h fortbewegen. Einschlaglöcher in der Windschutzscheibe des Space Shuttle sind ein Beispiel, dass ein ausrangierter Satellit einen neuen aus der Bahn wirft ist auch schon sowohl den Amis als auch den Russen passiert.

“Was rauf geht, muss auch wieder runterkommen”.

Wenn das immer stimmen würde, dann wäre alles viel einfacher mit dem Schrott über unseren Köpfen umzugehen. In 35.786 km Höhe fliegen Objekte schnell genug, dass sich Fliehkraft und Erdanziehung aufheben, daher ist dort auch der geostationäre Orbit auf dem Satelliten stillzustehen scheinen. Darunter müssen Satelliten schneller sein um auf ihrer Höhe zu bleiben, darüber langsamer, um nicht zu entfleuchen. Alle Bruchstücke und Teile, die genug abgebremst sind, fallen wieder zur Erde und verglühen zumeist. Aber nicht immer. Noch ist kein Mensch durch herunterfallende Teile ernsthaft verletzt worden, weil die Einschläge meistens im Meer oder großen unbewohnten Gebieten stattfinden. Es gibt nur einen einzigen Bericht, demzufolge eine Frau einmal von einem Stück Isolierung des Shuttle getroffen wurde, was aber ohne Folgeschäden für die Dame blieb.

Es ist aber wohl nur eine Frage der Wahrscheinlichkeitsrechnung, denn in den letzten 40 Jahren schafften es etwa 3000 Tonnen an Schrott wieder bis zum Boden. Durchschnittlich gibt es auf der Erde nur 50 Menschen pro Quadratkilometer Festland und Forscher der Columbia Universität haben berechnet dass mehr als 99,9% der Fläche zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht von Menschen eingenommen werden. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit von Satellitenschrott getroffen zu werden wird mit eins zu einer Million beziffert. Also nicht sehr wahrscheinlich.

Mit dieser Information wird einem auch klar, warum die Verwendung von hochgiftigem Treibstoff, wie zum Beispiel Hydrazin, für Satelliten nicht sehr schlau ist. Noch peinlicher ist, dass den erhabenen Amerikanern ein zweieinhalb Tonnen schwerer Spionage-Satellit nur wenige Stunden nach seinem Start kaputt ging, der noch eine halbe Tonne dieses Treibstoffes geladen hatte. Die Medien redeten von einem “giftigen Eisberg“, der da auf die Erde stürzen würde, weil der Treibstoff vielleicht im Tank gefroren sein könnte und so den glühenden Weg durch die Atmosphäre überstehen würde.

Szene im Weissen Haus, früher Nachmittag

Robert Gates, der U.S. Verteidiungsminister tritt ins Zimmer und zögert. Nachdem George W. Bush mit seinem Golfschläger einen kleinen weißen Ball ins Übungsloch befördert hatte, näherte er sich mit den Worten: “Mister President! I have urgent news. Our new spy satellite is failing and it has toxic fuel on board. Human lives are at stake!”

“Shoot it down!” sagte George W., von Geburt an Texaner, was seine Affinität zu allem was schießt erklärt.

“But Mister President, the World will think we are showing off.”

“I’ll be damned if those Chinese bastards can shoot down satellites and we cannot.”

“But our expensive SM-3 missiles can only reach 160 Kilometers.”

“Robert, that’s why I am president and you are only Defense Secretary. Pop in some Viagra and your good to go. Engage!”

Gesagt getan, drei Raketen wurden so modifiziert, dass sie auch 240 Kilometer hoch reichen könnten und heute erfolgte der erfolgreiche Abschuss nachdem der Satellit auf diese Höhe gesunken war.

Natürlich rief dies binnen weniger Stunden wieder die Chinesen auf den Plan, die ihrerseits diplomatisch protestierten und die USA aufforderten die Messergebnisse herauszurücken, angeblich “um den betroffenen Staaten die Möglichkeit zu geben, vorkehrende Maßnahmen zu ergreifen”. Kann es denn wirklich ein Zufall sein, dass die USA nur ein Monat nach den Chinesen einen Satelliten abschießen? Oder beginnt jetzt das wahre Wettrüsten um die Dominanz im erdnahen Weltraum?

Zum Thema der friedlichen Nutzung des Weltraums kommt wieder etwas Bewegung in den Bau der internationalen Raumstation ISS. Gerade eben wurde mit Mission STS-122 das deutsche Labor Columbus angedockt, schon nächstes Monat kommt ein Teil des japanischen Labors. All diese Einzelteile haben zumindest den symbolischen Wert der weltweiten Zusammenarbeit, auch wenn die übrige Weltbevölkerung kaum einen Wert daraus haben wird.

Dies bringt uns zu den Bestrebungen der privaten Raumfahrtindustrie am Beispiel von Virgin Galactic. Sir Richard Branson arbeitet zusammen mit dem genialen Flugzeugkonstrukteur Burt Rutan an der Verwirklichung des Traums kommerzielle Suborbitalflüge eine Realität werden zu lassen.

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Im Januar präsentierten sie erstmals die Modelle ihres zweiteiligen Raumfahrzeugs, welches das Konzept verfeinert, mit dem Burt Rutan 2004 den Ansari X-Prize gewonnen hatte und es für Zivilisten tauglich machen soll. Das Trägerflugzeug WhiteKnightTwo wäre 80% komplett, das Passagiermodul SpaceShipTwo sei zu 60% fertiggestellt. Schon in diesem Jahr wollen sie die ersten Erprobungsflüge des Trägersystems durchführen, realistisch scheint eine Aufnahme des komerziellen Betreibes mit Flügen auf 110 km Höhe um 2010. Interessanterweise evaluiert Virgin Galactic auch den Einsatz von WhiteKnightTwo für den Transport von Frachten oder Satelliten. Im Erfolgsfall könnte dies viel Geschäft bringen und dies senkt wiederum die Kosten.

Obwohl der anfängliche Ticket-Preis mit 200.000 Dollar recht luxuriös erscheint, haben sich schon mehr als hundert Personen fix angemeldet, Tausende Interessenten warten auf günstigere Tarife, mich eingeschlossen. Sollte der Preis eines Tags auf unter 20.000 Euro sinken bin ich auch sofort dabei. Am liebsten zusammen mit meinen Kindern, denn es heißt, dass der schwebende Blick auf den runden Erdball die Perspektive komplett verändern würde. Das unglaubliche Gefühl von Frieden dort oben ist ansteckend, weshalb ich finde das es Pflichtprogramm für alle Staatsmänner werden sollte.

Film Preview: Love in the Time of Cholera #

19. February 2008 23:52

Autor Gabriel García Márquez wird derzeit vielerorts über den Klee gelobt und wenn dies passiert, dann ist die Hollywood-Verfilmung seiner Ergüsse nicht mehr weit. Sein Buch, dessen Verfilmung ich nun in der Sneak Preview sah, mit dem nichtssagenden Titel “Love in the Time of Cholera” spaltet seine Leser und Seher in Zwei.

Ein sozial niederer Telegraphist verliebt sich in die hübsche Tochter eines reichen Schnösels, der sich geschworen hat, nach dem Tot seiner Frau die junge Frau auf jeden Fall mit einem reichen Mann zu vermählen. Sie schreiben sich wie kichernde Teenies endlose Briefe hin und her, der junge Mann schwört ewige Liebe und Treue und hält im selben Atemzug um ihre Hand an. Doch das Mädel wird mit einem reichen Arzt verheiratet und der Bursch sucht Ablenkung in der Verführung von Hunderten von Frauen. Nach 50 Jahren stirbt der Arzt und die beiden kommen doch wieder zusammen. Ach und ein paar Cholera-Tote gibt es zwischendrin.

Romantik konnte ich keine erkennen, die Verliebtheit wirkt unecht und verkrampft. Die Alters-Masken der Schauspieler wirken seltsam starr. Die Story ist so langatmig, dass ich mit dem Einschlafen kämpfen musste. Eines muss man dem Film aber lassen, manche Stellen sind sehr lustig. In seiner Verzweiflung kommt der junge Mann ohne es herauszufordern in manche wirklich skurile Situation. Diese Zutat rettet den Film für mich ein klein wenig.

Kenner des Buches werden sich vermutlich beschweren, dass der Film dem Vorbild nicht nahekommt, aber das kann wohl kaum ein Film. Ich kann nur sagen, dass der Film nur interessant für Leute sein dürfte, die die Nerven haben, sich durch eine 2 Stunden lange unerfüllte Liebe zu quälen.

Der FIlm kommt am 22. Februar in Österreich ins Kino.

Bohlen gefährdet #

19. February 2008 21:34

In Deutschland berät die “Kommission für Jugendmedienschutz” (KJM) ob Dieter Bohlen einen Maulkorb bekommen soll, da seine Kritik “jugendgefährdend” sei. Bohlens Aussagen seien so jugendgefährend wie Popmusik oder ein Asterix-Comic hält Gehard Zeiler, Chef der RTL-Group, dagegen.

Ich halte Pop-Musik wirklich für harmlos, kuschelige Musik fördert bei Frauen lediglich die Bereitschaft zum Poppen, daher wohl auch der Name. Bei Asterix-Heftchen aber bin ich mir nicht so sicher: schließlich wird dort eine Randgruppe glorifiziert, die auf Drogen zum Schlägertrupp mutiert. :-)

Kaputte Dinge #

15. February 2008 09:57

Manchmal frage ich mich, warum ich mich mit so viel mehr kaputten Dingen herumschlagen muss, als andere Menschen. Dafür gibt es zwei logische Erklärungen:

  1. Ich bin ein technisch orientierter Mensch und wenn Technik nicht spurt, dann fühlt sich das für mich an, wie eine persönliche Beleidigung.
  2. Ich habe viel mehr technisches Spielzeug als andere und daher mehr Möglichkeiten, dass etwas kaputt geht.

Hier die jüngsten Beispiele und die damit verbundenen Erfahrungen.

Chilligreen

Vor einem Jahr ging ich zum Mediamarkt und kaufte mir den besten Komplett-PC, den sie da hatten. Das war ein Proworx-Gerät vom Linzer Hersteller Chilligreen. Das Gerät war zwar toll zum ansehen, aber drinnen steckten billige Komponenten, was sich als problematisch herausstellen sollte. Zwei Mal mußte Chilligreen den PC abholen, ein Mal, weil die Festplatte defekt war. Nach der ersten Retournierung traf mich der Schlag, weil einerseits war die neue Festplatte “russisch” schräg montiert, andererseits waren die Gehäuseschrauben mit dem Akkuschrauber angezogen worden, ohne dass der Seitendeckel richtig drauf war. Dadurch hatte sich das Gehäuse verzogen und der Tower wackelte hin und her. Chilligreen: 3

Thermaltake

Ich habe mir aus Frust über den Proworx PC vor einem Jahr dann meinen Wunsch-PC zusammengestellt. Dabei verbaute ich ein Thermaltake Netzteil, welches durch seinen großen Propeller besonders leise sein soll. In jüngster Zeit machte das aber kreischende Geräusche. Ich verpackte nur das Netzteil selbst und schickte es zu Thermaltake in Deutschland. Schon nach einer Woche bekam ich ein neues Netzteil zugesandt. Die waren nicht nur schnell, sondern ich bekam ein neues Teil in Originalverpackung und noch in Plastik verschweißt. Thermaltake: 1+

Microsoft

Mit dem neuen Netzteil, obwohl dieses baugleich ist, zeigte Windows Vista plötzlich ein überraschendes Verhalten. Ich kam immer bis zum Login-Bildschirm, aber nach einigen Sekunden startete sich der PC immer automatisch neu, ohne dass ich etwas daran ändern konnte. Weder Systemwiederhestellung noch Systemstartreparatur von der Setup-DVD konnten hier Abhilfe schaffen. Glücklicherweise habe ich ein Backup auf externer Festplatte, dadurch konnte ich problemlos Vista neu aufsetzen und damit lief der PC wieder einwandfrei. Ich ging dann gleich einen Schritt weiter und installierte das Vista SP1, welches man mit einem Trick schon über Windows Update beziehen kann. Microsoft brauchte ich nicht zu kontaktieren, weil ich selbst auf die Lösung kam. Ich: 1.

ASUS

Für meinen neuen PC wollte ich die schnellste und gleichzeitig leiseste Grafikkarte haben, so kaufte ich bei Peluga eine flüssigkeitsgekühlte EN8800GTX Aquatank von ASUS. Doch die Freude währte kurz, denn nach kurzer Zeit der Belastung startete mein Vista immer neu mit einem “Live Kernel Event”. Nach langem Herumärgern sandte ich die Karte an ASUS in Deutschland und bekam nach etwa einer Woche eine neue dafür, die dieses Problem nicht hatte. Komisch war nur, dass das Kühlreservoir der neuen Karte nur zur Hälfte gefüllt war, mit dem Ergebnis, dass die Pumpe der Karte immer wieder aufheulte, wenn Luftblasen an der Pumpe vorbeikamen. Ich kaufte bei Ditech die passende Kühlflüssigkeit (19 EUR für 500 ml) und in der Apotheke eine Spritze (25 Cent) und damit ließ sich das Problem beheben. ASUS: 2. Ich: 1

Apple

Mein erster Schritt in die bunte Welt von Apple war das iPhone, der zweite ein neuer iPod Nano mit Nike Plus Sensor zum Laufen. Mit dem iPod Nano hatte ich ein komisches und sehr ärgerliches Problem, denn nach einer Stunde Laufen hörte die Musik auf und das Gerät reagierte nicht mehr auf Eingaben. Zwei Mal verlohr dadurch ich dann die Trainingsdaten, bis ich damit wieder in den Laden ging, wo ich den iPod gekauft hatte. Doch dieser Laden war kein “Authorized Support Center”, sondern nur Händler. Ich wurde zu MyMac verwiesen (“Wir können es auch nur hinschicken, es geht schneller, wenn Sie es selbst hinbringen”, die ausschliesslich Apple-Support machen. Am Freitag brachte ich Nano und Chip hin. Am Montag bekam ich beides in Neu zurück, allerdings mit tschechischem Menü. Weil ich dieser Sprache nicht mächtig bin, musste ich die Software nochmal aufspielen, was aber mit iTunes die leichteste Übung war. IT4IT: 4.MyMac: 1+.

Apropos iTunes, das hatte jüngst mein RAID 5 ruiniert. Als ich auf meinem wunderbar funktionierenden Vista-PC iTunes installierte und meine große Musik-Sammlung importieren wollte, poppte plötzlich eine Fehlermeldung des NVRAID-Controllers auf. Nach einem Neustart ging dann gar nichts mehr. Ich musste das RAID neu einrichten und nochmal Vista installieren. NVIDIA und APPLE schoben sich gegenseitig die Schuld zu, bis schliesslich Apple eine diesbezügliche Warnung in seiner Knowledgebase veröffentlichte. Bisher hatte ich mich noch nicht getraut, es nochmal zu versuchen, weil ich nicht weiss, ob Vista SP1 oder iTunes 7.6 das Problem gelöst haben. Microsoft/NVIDIA/Apple: ?

Zur selben Zeit hatte meine Freundin ein WLAN Problem mit dem neuen MacBook, welches sie bei MacShark gekauft hatte, denn immer wieder fiel der Empfang aus. MacShark, die auch Support machen, prognostizierte 2 Wochen Reparatur-Zeit. MyMac, die nur 2 Strassen weiter wohnen, kündigte an, nur halb so lange zu brauchen. In beiden Fällen ist die Leistung gratis, wenn von der Garantie gedeckt. Logisch, dass wir dann zu der Firma gingen, die schneller ist. MacShark: 3. MyMac: 2. 

Fazit

Es ist ein Faktum des Lebens: technische Dinge gehen kaputt. Ob das nun für unseren Haushalt mehr zutrifft, als für andere, das müßten wir erst statistisch erfassen, aber natürlich bringen diese Probleme auch die Erfahrung mit sich, wie man sie relativ schmerzlos lösen kann.

Wichtig ist auf jeden Fall, Geräte neu und in in einem Geschäft zu kaufen, dem man den wahrscheinlich in Folge nötigen Support  zutraut. Werkzeuge wie Geizhals.at mögen zwar hilfreich sein, den billigsten Preis zu bekommen, aber man muss dann auch darauf gefasst sein, die defekten Dinge direkt zu Hersteller zu schicken, wenn etwas nicht funktioniert.

Ich komme nicht umhin, wieder einmal auf die Wichtigkeit von regelmäßigen Backups zu verweisen. Ohne ein Backup kann es gut sein, dass man alle Informationen verliert, wenn einmal die Festplatte eingeht. Hat man neben dem Backup auch die originalen Datenträger von Betriebssystem und Anwendungen zur Hand, kann man binnen eines Tages schon wieder voll funktionstüchtig sein. Das ist auch der Grund, weshalb ich nichts von Raubkopien halte, denn oft schon hat mich ein Kunde angebettelt, ob ich nicht irgendwie die Anwendungen auch sichern kann, bevor ich das System neu aufsetze: “Die hat mein Ex-Freund installiert und ich möchte die nicht verlieren”.

Wo es möglich ist, empfehle ich auch Daten online zu sichern, denn moderne Datencenter sind fehlertolerant und über Internet ständig zu erreichen. Meinen Posteingang habe ich mittlerweile zu Google Mail verlagert, weil ich dort mehr als genug Platz habe und auf die Mails jederzeit mittels IMAP zugreifen kann. Dabei ist es egal, ob ich mittels Outlook oder iPhone darauf zugreifen will.

Zuguterletzt kann ich nur empfehlen ein zweites unabhängiges System zur Verfügung zu haben, sollte der Haupt-PC mal nicht so wollen. Aber dieser Ratschlag ist eh schon wieder antiquiert, weil ich kaum Familien kenne, die keinen oder nur einen PC besitzen. Zumeist existiert ein Laptop auf dem man immer zur Not ausweichen kann.

Am wichtigsten ist es aber, Defekte nicht übermäßig tragisch zu bewerten, denn wir sehen, dass sie immer wieder mal vorkommen. Technische Geräte haben immer eine Gewährleistungsfrist bzw. Garantie, in der der Hersteller für Mängel geradestehen muss. Außerhalb dieser Frist ist es sicher lustiger, ein Nachfolge-Modell zu erwerben, als für die Reparatur zu bezahlen. Nicht umsonst habe ich für mein RAID Festplatten gekauft, bei denen der Hersteller 5 Jahre Fehlerfreiheit garantiert. Ich glaube ich habe in meinem Leben schon ein Dutzend Festplatten austauschen müssen, weil diese den Geist aufgaben.

So sind es ein paar einfache Vorkehrungen, die einem auf lange Sicht viel Ärger ersparen können.

Horst Fyrguth – Scheitern als Chance #

14. February 2008 19:02

Mein neunter Auftrag für Klein&Kunst.

Horst Fyrguth, ganz zwanglos

Horst Fyrguth, erzählt uns in seinem aktuellen Programm “Scheitern als Chance”, von den skurilen Erlebnissen, die er von früher Kindheit an durch eine “alternative” Mutter und den Besuch der Waldorf-Schule gemacht hatte. Wir bekamen den Eindruck, dass Waldorf die jungen Leute planlos werden läßt, denn – so empfand es Klein&Kunst Redakteur Oliver Drobnik bei der Österreich-Premiere am 13. Februar 2008 im Schwechater Theaterforum anläßlich des gleichnamigen Satirefestivals – ebenso meandrierte Horst Fyrguth zwischen diversen Themen hin und her.

Sein erster Kontakt mit der Konsumwelt war ein Supermarkt-Besuch mit seinem Vater und spätestens ab dieser Passage merkten wir, dass all der charmante Witz und die selbstironische Betrachtungsweise, doch nicht zur Gänze autobiographisch sein können. Waldorf muss einige Seitenhiebe einstecken, aber ob er das alternative System wirklich schlecht findet, läßt der Erzähler offen.
Eben diese beim Zuschauer hervorgerufene Unsicherheit ist gewollt, so gestand es mir Fyrguth nach der Vorstellung. Er wolle, dass die Grenze zwischen Erfindung und tatsächlich Erlebtem fliessend ist. Bei aller Planlosigkeit, allen skurrilen Einlagen, verstand es Fyrguth dennoch problemlos, das Publikum auf seine Seite zu ziehen, es war klar wie Kloßbrühe: wer nicht in eine normale Schule geht, von dem braucht man auch keine Normalität zu erwarten. Narrenfreiheit. Immer wieder glaubte man stellenweise den “wahren Horst” zu erkennen und dann lachte man wieder mit.
Horst, der liebe knuddelige Kerl, den man einfach mögen muss, weil er sich selbst nicht zu ernst nimmt. Horst, der mit uns über seine Erfahrungen schmunzelt. Durch das Werbematerial hatte ich weitreichende Einblicke in sein gescheitertes Liebesleben erwartet, aber diese erschöpften sich in der Aussage “ich habe viele Freundinnen gehabt, aber beide haben mich verlassen”. Wir fürchteten oder hofften vergebens.
War die Waldorf-Schule das Hauptthema vor der Pause, begann der zweite Teil mit diversen Aktionen, die lose das Thema “Naivität” gemeinsam hatten. Hier verschenkte er streckenweise seinen Sympathie-Bonus, weil er zum Witze-Erzähler mutierte und diverse “alte Schmähs” in neuer Mogelpackung brachte. Nicht mehr war es reale oder erfundene Autobiographie, die das Publikum amüsierte, sondern eine Aneinanderreihung von aufgewärmtem Humor, die man schon irgendwo zuvor gehört hatte. Der Laune im Publikum tat das aber keinen Abbruch.
Die Moral der Geschichte soll wohl sein, dass es menschlich ist, viel zu probieren und zwangsläufig ein Scheitern Teil des Wachstumsprozesses ist. In dieser Hinsicht sehe ich Horst Fyrguth als sehr gescheit und nur relativ wenig gescheitert.

Oliver Drobnik für Klein&Kunst Onlein