Killer Hardware #

31. December 2007 18:20

Ich war zu einer zweitägigen LAN-Party geladen, gespielt wurde Counterstrike. Ich war bisher auf meinem Spiele-PC in Weistrach mit geliehener Tastatur, Maus und einem alten TFT-Monitor unterwegs, der so langsame Bildpunkte hat, dass das Bild Schlieren zieht.

Dies war der ideale Anlass um meine Peripherie auf den letzten Stand zu bringen:

  • mk_otherviews_wld6k_01[1]Tastatur und Maus im Set ( Microsoft Wireless Laser Desktop 6000). Ich wählte dieses Modell, weil ich die gepolsterte Handballenablage für langes Spielen schätze und die Maus dank mit präziser Laser-Technologie, gutem Gewicht und drahtloser Übertragung sehr gut zum Spielen geeignet ist.
  • kh-s14[2] ein Headset ( Sharkoon Majestic 5.1 III) brauchte ich auch, da man bei LAN-Parties keine Lautsprecher aufstellen kann. Dieses Set wird über USB angesteckt und kann Surround-Sound. Es ist sehr vorteilhaft den Gegner auch gut hören zu können.
  • einen Monitor (Acer AL2016W) zu kaufen. Der neue Widescreen-Monitor kostete mich 199 EUR. 5 Millisekunden Schaltzeit der Bildpunkte sind offenbar schon Standard. Vor einem Jahr brauchten die Punkte von Weiss auf Schwarz noch mehr als 3 mal so lange.

Mein Spiele-PC mit zwei GeForce 7900 GS im SLI-Betrieb und zwei 2,40 GHz CPU-Kernen (Intel E6600) reichte locker aus um alle Einstellungen auf der höchsten Stufe zu belassen. Ich war mit diesem System rundum technisch perfekt gerüstet.

Rene hatte die LAN Party bestens organisiert, beide Teams hatten jeweils einen Raum für sich, so dass man sich fern der gegnerischen Ohren gut koordinieren konnte. An beiden Tagen war ich jeweils vom späten Nachmittag bis etwa 2 Uhr morgens mit von der Partie. Gegen Ende des Schützenfestes stieg eine allgemeine Killer-Unlust auf und so verlegten uns auf das Rennspiel Track Mania Nations.

Oliver zockt

Mir taugte es gewaltig mit so guten Spielern im Team zu spielen und mir den einen oder anderen Kunstgriff abzuschauen. Ich freue mich schon darauf die LAN-Party bei Rene zum  jährlich wiederkehrenden Ritual werden zu lassen.

Weihnachtsfamilie #

25. December 2007 21:45

Den Weihnachtsabend 2006 hatte ich alleine zu Hause verbracht, denn ich war der zerissenen Gefühleüberdrüssig geworden, welche ich im Jahr zuvor erlebt hatte. Für mich ist Frieden in der Welt mit dem Alter immer wichtiger geworden, der Friede in der Familie war leider durch persönliche Differenzen diverser Familienmitglieder und deren Partnerinnen abhanden gekommen. Durch meine Weihnachtsabstinenz wollte ich die Streithanseln zur Versöhnung animieren. Wenn mich wer fragte, wie ich feiern würde, meldete ich nur lapidar “Gar nicht! Ich habe Weihnachten abgesagt.”

An diesem Abend begab es sich jedoch, dass eine nette und intelligente junge Dame mich zum ersten Mal anrief um mit mir einige Stunden über Freiheit, Stille und Abenteuer zu philosophieren. Damals wusste ich noch nicht, dass dieser Anruf das größte Geschenk für mich werden sollte, denn er legte den Grundstein für unsere Beziehung. Die Genannte ist nämlich meine Britta. So war es für mich völlig logisch, das diesjährige Friedensfest mit Britta und ihrer Familie in Weistrach zu verbringen. Plötzlich bekam ich wieder jenes friedliche und fröhliche Weihnachtsfest, nach dem ich mich so lange gesehnt hatte.

Um 15 Uhr schmückten wir im Haus der Eltern mit der Präzision eines Ingenieurs den imposanten Nadelbaum, während jene mit Laternen in das lokale Gotteshaus pilgerten um das aus Jerusalem importierte Friedenslicht mitzunehmen. Nach einem ausführlichen Weihnachtsbad fanden wir uns zu einem feudalen Dinner ein. Eine Bescherung, wie die folgende, hatte ich so noch nicht erlebt.

Einer Umfrage zufolge hat jede vierte Frau Angst Küchenmaschinen zu bekommen, jeder dritte Mann hasst Krawatten zu bekommen. Die beliebtesten Geschenke hingegen wären Selbstgemachtes und Bücher. Meine neue Wahlfamilie war hier Meister, auch bei der Überreichung hatte sie eine ungewöhnliche Vorgangsweise eingeführt. Einer nach dem anderen setzte sich auf einen “heissen Stuhl” und bekam der Reihe nach einzeln alle Geschenke überreicht. Diese Methode hat den großen Vorteil, dass die Bescherung viel länger dauert und man obendrein an der Freude des Beschenkten teilhaben kann. Und diese war groß, vielleicht weil die Mehrzahl der Geschenke Bücher waren mit Selbstgestricktem zur Auflockerung.

Die größte Freude hatte ich an einer adretten Haube-Schal-Kombi, die meine Liebste heimlich fabriziert hatte. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, weil die raffinierte Britta hatte in meiner Anwesenheit immer fleissig an einem grünen Wuschelschaal für ihre Mutter gestrickt. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass simultan auch zwei Geschenke für mich entstehen. Die schönsten Geschenke sind für mich jene, die ich nicht erwarte. Ebenso wertvoll war für mich aber das immaterielle Geschenk, Weihnachten in eine liebe Familie integriert zu erleben.

Dieser Frieden und die gemeinsame Freude sind einfach unbezahlbar.

Film: Enchanted (dt. “Verwünscht”) #

20. December 2007 22:16

Der jüngste Beitrag von Disney für die Reiher der Weihnachtsfilme heißt “Enchanted” und behandelt die Frage, wie eine mit allem Disney-Schnick-Schnack ausgestattete Märchenprinzessin sich im realen New York machen würde. Zu Beginn schmunzelten wir noch über den überbordenden handgezeichneten Animationskitsch, der sich alsbald in eine leichtherzige romantische Komödie im realen New York verwandelt.

Amy Adams spielt die bezaubernde Prinzessin, dies ist der erste Film in dem sie groß rauskommt, nachdem sie eine Vielzahl von Nebenrollen hauptsächlich in TV-Serien verkörperte. Sie ist ein Monat jünger als ich, 33 Jahre, ein reifes Alter für eine Bilderbuch-Prinzessin, aber sie spielt diese einfach entzückend. James Marsden, den wir als Cyclops aus X-Men kennen, spielt einen wunderbaren Strahle-Prinz und dass Susan Sarandon eine wunderbar böse Real-Stiefmutter geben kann, dass brauchen wir nicht weiter hinterfragen. Patrick Dempsey, bekannt aus Grey’s Anatomy, ist ein ganz passabler Scheidungsanwalt mit Tochter, dem unsere Prinzessin quasi in den Schoß fällt.

Sehenswert wird der Film nicht etwa durch die enthaltene Love-Story, die ist eher durchschnittlich. Seinen Reiz bekommt er dadurch, dass er sich einerseits über so machen Kitsch aus Disney-Filmen lustig macht und andererseits gute Portionen an Showeinlagen mit Gesang und Tanz in die reale Welt von New York transportiert. Mit “Enchanted” kann man vermutlich nichts falsch machen, wenn man die Kinder aus dem Haus bekommen will, damit heimlich der Weihnachtsbaum geschmückt werden kann.

Darf’s ein bisschen schneller sein? #

10. December 2007 21:27

Gestern hat die ÖBB auf der Westbahn die neue Trasse in Betrieb genommen und damit die West-Verbindung um 10 Minuten beschleunigt. Ich gehöre zu den Nutznießern dieser Veränderung. Ich hatte mich vor Monaten schon beschwert, dass ich von Haag aus gegen die Richtung nach St. Valentin fahren musste, damit ich dort in den schnellen Eurocity nach Wien erwische. Früher fuhr der ÖBB EC um 5 Minuten früher in Amstetten ab, als der Regionalzug dort ankam.

Die überflüssigen 23 Kilometer gehören jetzt, dank des neuen Fahrplans, der Geschichte an. An der Ankunftszeit in Wien hat sich nichts geändert, dafür habe ich sogar 15 Minuten Wartezeit im Amstetten. Es ist ein seltsames neues Gefühl statt für eine Station gleich 30 Minuten im Regionalzug zu sitzen und dann ohne Stress auf den Eurocity zu warten. Gar nicht zu reden wieviel leichter ich mich jetzt fühle, wenn ich nicht mehr fürchten muss, dass mir ein Schaffner wegen meines Umwegs blöd kommt.

Obwohl die Tarife um bis zu 4% angehoben wurden, kostet mich das Bahnfahren in Richtung Wien jetzt trotzdem weniger, weil ich den Umweg nicht mehr bezahlen muss. Somit sage ich “Danke, liebe ÖBB!” für dieses schöne Weihnachtsgeschenk.

Film: The Golden Compass #

6. December 2007 22:04

In einer Parallelwelt bekommt die junge Lyra (Dakota Blue Richards) einen goldenen Kompass ausgehändigt, der nur wie ein Navigationsinstrument heisst, aber seinem Besitzer die Wahrheit anzeigt, wenn dieser das Gerät zu verwenden versteht. In dieser alternativen Welt stecken die Seelen der Leute nicht in ihrem Körper, sondern laufen in allerlei Tiergestalt, genannt “Dämonen”,  neben ihren Menschen her. Eine mysteriöse Organisation scheint die Welt zu regieren und sieht ihre Macht natürlich durch den goldenen Kompass gefährdet, denn nur ihre Wahrheit soll geglaubt werden. Diese Organisation versteht ihren Sinn darin, den Menschen liebevoll zu sagen, was das Richtige für sie ist.

Nicole Kidman und Daniel Craig  glänzen in Charakter-Rollen mit leider viel zu wenig zeitlichem Spielraum, der weniger bekannte Sam Elliott spielt einen brillianten alten Cowboy-Typen, der sich als famoser Helfer für Lyra entpuppt.

Von Anfang bis Ende ist der Film optisch perfekt, die uns präsentierte Welt ist eine ungewöhnliche Mischung aus Retro und futuristisch. Geschickt werden philosophische Fragen nach Religion, Seele und freiem Willen hinter Elementen der Geschichte verpackt, so dass man trotz der reichlichen Action zum angeregt wird, über diverse halb-versteckte religionskritische Aussagen nachzudenken.

Genau diese ungewöhnliche Qualität rief diverse religiöse Gruppen auf den Plan, den Film zu verdammen, weil man in ihm manches Dogma in Frage gestellt sehen könnte. Kenner des Buches fanden ihrerseits genau diese Punkte zu wenig scharf, in der filmischen Umsetzung seien sie für das breite Publikum entschäfrt.wohl-temperiert. Ich persönlich finde diese Eigenschaft an dem Film besonders attraktiv, er gibt ihm eine ungewohnte Tiefe, die auch mehre Massen-Schlachten und Action-Sequenzen problemlos übersteht.

Am Ende hat man ein Gefühl wie nach dem ersten Herr der Ringe Film. Ein Zwischenziel ist erreicht, aber man ist absolut sicher, dass es eine oder mehrere Fortsetzungen geben wird um die Geschichte zu einem Ende zu bringen. Auch dies ist eine Frage des Glaubens, deren Beantwortung vermutlich hauptsächlich davon abhängt, ob die Buchhalter das Ergebnis an der Kinokassa mögen. Angekündigt ist noch nichts.

Film Preview: Falling for Grace #

5. December 2007 19:51

Wir durften – angeblich als erste Europäer – in der Sneak Preview den Film “Falling for Grace” sehen, mit dem sich die US-Chinesin Fay Ann Lee einen Herzenswunsch erfüllte. Von ihr stammt das Buch, sie spielte die Hauptrolle und machte auch die Regie. Der Film hat in Europa auch noch keinen Verleih, weshalb wir gebeten wurden, nach der Vorstellung auf einer eigens eingerichteten Website einen Fragebogen auszufüllen. Frau Lee schien mir eine mutige Frau zu sein, weshalb ich mir den Film mit besonderer Neugierde zu Gemüte führte. Der Titel ist übrigens ein Wortspiel zwischen der üblichen Redewendung “to fall from grace” (in Ungnade fallen) und “to fall for Grace” (sich in Grace verlieben). Beides sind Themen, die im Film vorkommen.

Fay Ann Lee spielt Grace Tang, die Zeit ihres Lebens zur Society gehören wollte. Als sie mit der Besitzerin von Shanghai Tang, einem New Yorker Kleidungsgeschäft verwechselt wird, lernt sie einen feschen Anwalt kennen, mit dem sogleich eine Romanze aufkeimt. Etwas verkompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass Grace ihre chinesische Familie unterstützt und gleichzeitig jener Anwalt darauf aus ist eine Billig-Fabrik der Kleiderfirma zu schliessen, in der ihre Mutter arbeitet. Es ergibt sich einfach keine Gelegenheit mit der Wahrheit herauszurücken…

“Falling for Grace” erinnert insofern an Komödien wie “My Big Fat Greek Wedding”, weil sie einen humorvollen Einblick in die Lebensweise eine fremden Kultur mit ihren Eigenheiten bietet. Aber das ist schon alles an Gemeinsamkeiten, denn diese Komödie ist in vielerlei Hinsicht besonders. Mir ist keine andere romantische Komödie bekannt, in der eine chinesische Amerikanerin die Hauptdarstellerin mimte. Im Gegensatz wirkt Grace nicht so poliert und steril wie wir es sonst meist aus Amerika serviert bekommen, die Handlung eskaliert nicht allzu sehr, sondern plätschert leicht verspielt vor sich hin. Gerade den reiferen Zusehern wird vermutlich gefallen, dass der Film dadurch eine lebendige lebensnahe Qualität bekommt. Der Film ist vielschichtig, entspannt und humorvoll zugleich.

Gestört hat mich die teilweise schlechte Bildqualität. Optisch kann der Film zwar mit teuren Produktionen leicht mithalten, aber zeitweise muss man meinen, dass der Kameramann besoffen sein musste. Da gibt es stellenweise Szenen, in denen zwei Menschen in Nahaufnahme miteinander sprechen, aber die Wand im Hintergrund scharf ist. Dann war noch der fesche Hauptdarsteller übermäßig geschminkt, was einem in der New Yorker Society wohl begegnen kann, aber dieser Charakter ist einfach nicht dieser metrosexuelle Typ.

Zusammenfassen zücke ich meinen Hut vor Fay Ann Lee, die mit ihrem Werk nicht nur ihren eigenen Wunschtraum erfüllt hat, sondern uns eine ungewöhnliche Unterhaltung liefert, die für Indepent-Filme eine außergewöhnlich hohe Qualität aufweist. Ich empfehle ich diesen Film uneingeschränkt als intelligenten Date-Movie bzw. Film für Zwei.

Video Disk Recorder #

4. December 2007 23:55

Was nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich habe gestern meinen unseren Linux Media PC neu eingerichtet, insbesondere, weil ich das selbst können möchte um nicht auf externe Genies angewiesen zu sein. “Können” heißt bei mir auch: “souverän und in unter einer Stunde”, damit wir rechtzeitig einen entspannten Abend haben können.

Zur Erinnerung an die Hardware: ich habe einen Shuttle Barebone mit Athlon XP CPU, eine “full-featured” Technotrend DVB-S Karte mit SCART-Anschluss und Fernbedienung, eine passiv gekühlte alte NVIDIA Grafikkarte und natürlich ein DVD-Laufwerk.

Unter Linux gibt es eine Vielzahl an Hobby-Projekten für den TV-Empfang, die alle unterschiedliche Zielsetzungen haben. Die beiden größten sind VDR (Video Disk Recorder) und MythTV. VDR ist sehr leichtgewichtig und primär gedacht TV-Karten mit eingebautem MPEG-Decoder-Chip zu verwenden. MythTV zielt eher auf die Verwaltung der digitalen Medien ab und bietet eine schöne grafische Oberfläche. VDR fühlt sich in der Bedienung sehr wie eine herkömmliche Settop-Box an und obendrein hatte ich schon erste Erfahrungen damit gesammelt, weshalb ich mich auch dieses mal für VDR entschied.

Und jetzt nochmal mit Gefühl …

Einmal schon hatte ich neugierig am bestehenden System herumgebastelt und damit einen Sonntag vergeudet, weil ich erst etwas kaputt gebessert hatte und danach Stunden brauchte um wieder einen funktionierenden Zustand herzustellen. Meine Lehre daraus war, Experimente an funktionierenden Systemen zu unterlassen und stattdessen eine neue Festplatte zu verwenden.

Ich hatte mir die größte IDE-Festplatte gekauft, die ich finden konnte. Das waren 500 GB für 100 EUR, genug Platz für etwa 200 Stunden aufgezeichnete Fernsehsendungen in SAT-Qualität. Der erste Schritt war, die andere Platte durch diese zu ersetzen.

Es gibt nicht nur ein Linux, sondern eine Vielzahl an Dialekten, die in noch einer größeren Anzahl an verschiedenen Distributionen zu haben sind. Für Linux-Anfänger mit Media-Center-Ambitionen ist es am einfachsten die Variante C’T VDR 6.1herunterzuladen und zu brennen. Das gleichnamige Computermagazin hat hier tolle Arbeit geleistet, nicht nur bekommt man ein windschnittiges Linux, auch sind auf der Installations-CD alle nötigen Treiber, Pakete und VDR selbst enthalten. Der Installationsvorgang ist schnell und intelligent, der User muss nur so einfache Frage wie gewünschter Computername oder Administrator-Passwort beantworten.

Während der Installation empfiehlt es sich den PC an ein Netzwerk anzustecken, damit der Installer auf eventuell aktualisierte Pakete zugreifen kann. Tatsächlich änderte sich der Versionsnummer während der Einrichtung von 6.1.2 auf 6.1.3, die aktive Entwicklungs-Community hat offenbar schon wieder Fehler ausgebessert. Für den laufenden Betrieb ist kein Netz nötig, weil die Programminformation direkt aus dem Strom der Fernsehdaten genomen wird, es sei denn man will im Betrieb auf seine Box zugreifen.

Die Kanalinformation ist in der Datei channels.conf enthalten und bietet eine gute anfängliche Kanalliste. Ich brauchte nur das Gerät nach der Software-Installation nur an die SAT-Antenne anstecken und starten, schon hatte ich ein Fernsehbild über SCART. Um die Kanalliste zu vervollständigen führte ich mit einem weiteren Plugin eine Kanalsuche aus. Richtige Profis hätte hier vermutlich dvbscan verwendet. Man kann die Reihenfolge der Kanäle zwar händisch in der Kanalliste ändern, aber ich nahm dann doch einen Editor zu Hilfe um die interessanten Kanäle nach vorne zu reihen.

Was noch nicht ging, war die Fernbedienung. Bei den meisten TV-Karten wird ein Infrarot-Empfänger samt Fernbedinung mitgeliefert. Das Kabel des Empfängers steckt man auf der TV-Karte mit einem Klinkenstecker an und das Infrarot-Auge befestigt man an einer Stelle an der der Infrarot-Strahl der Fernbedienung ihn erreicht. Um diese Geräte verwenden zu können installiert man das VDR Plugin “remote”, welches man in den erweiterten Optionen des Installers auswählen kann.

Das Remote Plugin verwendet remote.config um die Zuordnung von Tasten zu Befehlen zu speichern. Wenn man diese Datei löscht und dann VDR startet, dann meldet sich das Plugin zum Anlernen der Fernbedienung. Wichtig ist hier, dass VDR nicht läuft, wenn man die Datei löscht, denn wenn man VDR schließt, schreibt das Plugin die aktuelle Konfiguration in besagte Datei.

Zur Verschönerung der Oberfläche nützte ich noch das Plugin text2skin und die Skin Elchi, die im Informationsbalken nette kleine Sender-Logos einblenden kann. In der Vielzahl der verfügbaren Plugins muss man durch Ausprobieren jene heraussuchen, die einem am besten gefallen. So gibt es zum Beispiel mehr als 4 verschiedene Arten, wie man die elektronische Programmzeitschrift (EPG – electronic program guide) angezeigt bekommen kann.

NVIDIA hat die besten Grafikkarten für Linux Media-PCs

Hier ist man im Prinzip fertig, es sei denn man hat keinen MPEG-Decoder auf seiner TV-Karte. Ohne diesen muss die CPU den komprimierten Fernsehdatenstrom auf anzeigbare Bilder umrechnen, was für moderne Prozessoren auch keine Hexerei mehr ist. Ein weiterer guter Grund für diese Methode ist auch, wenn man das TV-Bild auf HDTV hochrechnen lassen möchte um es beispielsweise digital über VGA oder DVI bzw. HDMI an seinen Flachbildfernseher zu schicken.

Die Verwaltung der Darstellung übernimmt dann statt der TV-Karte der XServer:

apt-get install xserver-xorg

Man benötigt eine Grafikkarte, die in der Lage ist, das Fernsehbild schnell genug darzustellen. Unter Linux gibt es für mich nur NVIDIA, die das Linux-Volk mit performanten und leicht zu installierenden Treibern verwöhnen. AMD ATI probiert das zwar auch, aber es ist vergleichsweise wesentlich komplizierter den proprietären Treiber von ATI zum Laufen zu bekommen.

Man hat zwar die Möglichkeit den open source Treiber für nVidia zu verwenden (“nv” in xorg.conf), aber der optimierte Treiber von nVidia ist schnell heruntergeladen und kompiliert. Die nötigen Voraussetzungen holt man sich so:

apt-get install binutils build-essential linux-headers-`uname -r` pkg-config xserver-xorg-dev

Dann braucht man nur noch das von NVIDIA heruntergeladene Paket ausführen und schon baut es einem ein Kernel-Modul und den Treiber. Am Ende fragt einen das Programm auch noch, ob die xorg.conf angepasst werden soll. Das kann man mit einem freudigen “Ja!” beantworten und dann den PC neu starten, damit das neue Kernel-Modul zur Boot-Zeit geladen werden kann.

Digitale Ausgabe für DVB-S lässt zu wünschen übrig

Die nötigen Komponenten für Ausgabe auf VGA sind schnell installiert:

apt-get install xorg xineliboutput-sxfe

Hat man das VDR Plugin xineliboutput laufen, dann braucht es nur folgenden Befehl um die Ausgabe auf VGA umzuleiten:

xinit -e vdr-sxfe -f xvdr:tcp://localhost --fullscreen

Ich habe das kurz ausprobiert und tatsächlich sah ich das Fernsehbild über VGA. Es war aber grauslich viel schlechter als das analoge Bild über SCART. Die Ausgabe war voller optischer Artefakte und hatte Zeilensprünge. Der Grund für den dramatischen Unterschied ist, dass unser toller neuer TFT-Fernseher innerlich viel Aufwand betreibt um das analoge Signal von Zeilensprung auf ganze Bilder zu bringen und obendrein die Auflösung auf die des Panels mit 1366*768 zu vergrößern.

Da lernt man erst die Technologie zu schätzen, die in seinem Fernseher steckt. Aktuell ist meine Erkenntnis, dass sich digitale Bildübertragung (VGA, DVI, HDMI) nur dann auszahlt, wenn die Bildquelle eine HDTV-Auflösung liefert.

Fortsetzung folgt zur nächsten Bastelstunde.

Arbeit fördert Krebs #

4. December 2007 00:16

Als ich nach einer Rufbereitschaftsnacht mit wenig Schlaf in die Firma kam, las ein netter Kollege die neueste Erkenntnis der Wissenschaft laut vor: “Nachtarbeit erhöht möglicherweise das Krebsrisiko“. Gibt es nichts wirklich neues, dass die diversen Wissenschaftler jetzt immer mit solchen aufgewärmten alten Binsenweisheiten an die Öffentlichkeit gehen?

Das weiß doch schon jeder, dass sich das Immunsystem im Schlaf regeneriert. Schlafmangel oder schlechte Schlafqualität (z.B. durch Schichtarbeit) führen bekanntlich zu einer geschwächten Immunabwehr, wodurch man sich leichter einen Schupfen einfangen kann. Unsere Zellen teilen sich fortwährend und dabei haben sie eine Art Schwanzerl, genannt Telomere, das bei jeder Zellteilung kürzer wird. Ist es weg, dann stirbt die Zelle. Dieses eingebaute Ablaufdatum verhindert dass Zellen zu alt werden, weil durch das ständige Kopieren des Erbmaterials die Wahrscheinlichkeit einer negativen Mutation zunimmt. Durch Umwelteinflüsse kann diese Kontrollfunktion ausgeschalten werden, dann ist eine Krebszelle entstanden.

Es ist nicht zu vermeiden, dass permanent einzelne Krebszellen entstehen. Dafür hat das menschliche Immunsystem Fresszellen entwickelt, die die Krebszellen rechtzeitig aufzufressen versuchen, bevor ein Schaden entstehen kann. Ein geschwächtes Immunsystem produziert nun eben wesentlich weniger Freßzellen und daher ist es logisch, dass ihm ob kurz oder lang eine Krebszelle durch die Lappen geht.

Großstädter sind dem höchsten Krebs-Risiko ausgesetzt, denn einerseits ist dort die Umweltverschmutzung am größten und anderseits sind die individuellen Immunsystem ständig aktiv, weil man durch den Kontakt mit großen Menschenmassen ständig einer Vielzahl an Krankheitserregern ausgesetzt ist. Zwar läßt sich das Immunsystem in einem gewissen Rahm stärken oder abhärten, aber jüngste Statistiken zeigen, dass der Krebs in der Großstadt gewinnt.

Hier sei wieder auf die alten bekannten “freien Radikale” verwiesen. Gemeint ist nicht eine jugendliche Schlägertruppe, sondern Sauerstoffverbindungen, den ein Molekül fehlt und sie dieses daher liebend gerne aus einem DNA-Strang klauen wollen. Diese gemeinen Radikale entstehen zwar auch im Rahmen des Stoffwechsels, aber Abgase und Zigarettenrauch liefern die wirksamsten Krebsgase.

Glücklicherweise kann man dem Körper da ein wenig helfen. Das System, das freie Radikale entschärft freut sich besonders über die Vitamine A, C und E, wenn man die vorsorglich über die Nahrung zu sich nimmt. Apropos Ernährung …

Das Land in dem die meisten Menschen an Krebs sterben ist übrigens Japan! Man möchte meinen, dass das nicht sein kann, weil die doch so gesund leben, all der Fisch und die Algen… Tun sie auch und dadurch leben sie auch viel länger als der Durchschnitt. Aber das Krebsrisiko wächst mit dem Alter und ist es für jeden Menschen wahrscheinlich dass er im Endeffekt Krebs bekommt, wenn er nur alt genug wird.

Ich für meinen Teil fühle wieder einen Schub an Hypochondrie in mir aufsteigen und sitze daher jetzt im Zug aufs Land, damit ich dort mit guter Luft, gesundem Bio-Gemüse und lieber Fürsorge der Partnerin den versäumten Schlaf der letzten Nacht nachholen kann. Man kann nicht genug vorsichtig sein, jedenfalls gibt es auf dem Land weitaus weniger Radikale.