Heimwerken als Sühne

10. September 2007 - 18:27

Zufällig gleichzeitig zum Papstbesuch galt drehte sich meine Arbeit im Haus am Land auch um Erleuchtung. Lange schon waren einige Beleuchtungen im Haus installiert, die einfach nicht zu unserem Stil paßten. Ich war gnadenlos: Italienische Designer Lichtkugel um 800 EUR? Weg damit! Super teure Halogenschienen? Bin ich eine Straßenbahn?

Klar war da zunächst innerer Widerstand gegen solche drastischen Veränderungen, aber als wir die schlichten und schönen Leuchtkörper von IKEA montiert hatten, atmeten wir erleichtert auf. Unglaublich, wie sehr man die Atmosphäre verbessern kann, wenn man das richtige Licht hat. Eine Lampe ging nicht und ich verstand nicht weshalb, aber Brittas weiser Vater entlarvte eine kaputte Sicherung im Dimmer als Grund.

Die wahre Buße tat ich aber am späten Sonntag Nachmittag. Ich mache gerne so Listen, auf denen ich all das notiere, was man eigentlich noch tun könnte. So kann man einerseits erledigte Projekte abhaken, andererseits sieht man, dass man noch viel vor hat. Obendrein kann man so gezielt jene Dinge gemeinsam angehen, die unmittelbar umgesetzt werden können und andere Vorhaben aufschieben, für die noch die Ressourcen fehlen.

Ein so ein kleiner Punkt war, dass sie Britta gerne die IKEA-Armatur in der Küche gegen eine Designer-Armatur ausgetauscht haben wollte, die zur Reperatur gewesen war, aber niemand mehr installiert hatte.  Ich dachte mir nichts dabei und verkündete, dass das eine Sache von 15 Minuten wäre. Höchstens! Theoretisch.

Praktisch war die IKEA-Armatur aber ums Verrecken nicht abzumontieren. Ich werkelte, schwitzte, wurde immer brutaler. Immer wieder fielen mir Teile hinter den Küchenkasten, aus den abgeschrauben Schläuchen tropfte es dezent und es bildete sich ein kleienr See. Zwischendurch hatte ich den Brauseschlauch zerstört, wie zum Hohn wackelte die Armatur hin und her, war aber dennoch fest. Der Frust und der Ärger ließen die eine oder andere Träne fliessen.

Brittas Bruder schaute sich das auch kurz an und gab den entscheidenden Hinweis. Mit einer Spezialsäge sägte ich die Befestigungsplatte aus Kunststoff durch und dann ließ sich die Befestigungsmitter endlich abschrauben. Aus dem Küchenkastl heraus tönte ich "Sie dürfen den Heimwerker jetzt küssen!" als die Mutter gelöst war.

Als ich dann im Abstellkammerl nach einem Bodenfetzen suchte, fiel mir ein kleiner roter Feuerlöscher auf den Kopf. Britta beteuerte, dass der schon 5 Jahre oben auf dem Regal gelegen hätte, ohne heruntergefallen so sein. Ich kann mich glücklich schätzen einen Dickschädel zu haben, die Beule, die mir das Erlebnis einhandelte ist erstaunlich klein. 

Sorgfältig installierte ich dann noch die neue Armatur, es war eine richtige Freude, denn trotz guter Dichtung mit einem weißen Dichtungsband ließ sich alles völlig easy anschrauben. Ich war genau rechtzeitig zum Hauptabendprogramm fertig, kochte noch schnell meine berühmte Eierspeise und dann kuschelten wir uns vor den TV.

Kommentar von m&m

10. September 2007 - 11:40

bilder könnten die wandlung auch gut darstellen - wäre jedenfalls interessant gewesen ;)

Kommentar von redlizard

10. September 2007 - 19:45

Eine Website für Ikea begeisterte:

http://ikeahacker.blogspot.com/

Gruss aus der Schweiz,
red