16. July 2007 20:42
Das vergangene Wochenende brachte emotionalen Tumult, allerdings an völlig unerwarteter Stelle. Ermutigt durch das strahlend sonnige Wetter war ich mit Freude aus der Großstadt nach Westen gefahren um dort meinen Schatz Britta möglichst lange sehen zu können.
Freitag war ein dreizehnter und damit Glückstag, weshalb ich bei einem Pokerturnier mitmachte, etwas widerwillig, weil ich für meinen Geschmack zu müde war, aber Britta ermuntert mich immer, zu tun, was ich gerne tue. Nachdem mir zunächst gute Karten versagt blieben, kaufte ich mich erneut ein und dann war die Müdigkeit wie weggeblasen, denn ich spielte ein exzellentes Spiel bis ich am gegehrten “Final Table” kurz vor 2 Uhr morgens ausschied.
Auch der Samstag fing ganz harmlos mit diversen Besorgungen für Brittas Haus an. Es gibt dort ein verwunschenes Zimmer, welches wir durch praktische und eh-scho-derische Maßnahmen vom der vorhandenen negativen Energie zu befreien suchten. Ein neuer Anstrich mit einer fröhlichen Farbe, nachdem wir die alten Möbel rausgeworfen hatten, gab dem Ganzen schon ein viel freundlicheres Gesicht, verglichen mit dem tödlichen Weiß und metallfarbenen Gefängnisgitterstäben (getarnt als Wandregal) von zuvor.
Von einem Feng-Shui-Lehrer hatte ich obendrein die Anleitung zur energetischen Reinigung mit Salz. Dabei verstreut man reichlich Salz in allen Ecken des Raumes im Uhrzeigersinn. Dann von der Mitte des Raumes aus in alle vier Himmelsrichtungen und schlußendlich reinigt man das Zentrum selbst. Dabei stellt man sich vor, wie – einem Exorzismus nicht unähnlich – die schlechten Energien vor Schmerz aufschreien und flüchten.
Bei Räumen mit partnerschaftlichem Charakter (z.B. Eltern-Schlafzimmer, nach Feng Shui der Quadrant rechts hinten) ist es wichtig, dass beide Partner das Salz-Ritual gemeinsam und zu gleichen Teilen durchzuführen, das verankert die Gleichberechtigung und Balance zwischen den Geschlechtern gleich von Beginn weg in dem Neuanfang für den Raum. Das Salz muss dann für einige Stunden einwirken, während das offene Fenster den aufbescheuchten Energien oder Geistern oder Ideen eine Flucht ermöglicht.
Möbelstücke und Gegenstände nehmen besonders leicht die Energien ihrer Besitzer auf. Dabei ist es unerheblich ob man an solche Energien glaubt oder nicht, denn meistens reicht es schon einen Gegenstand zu sehen um unangenehm an jene verflossenene Liebe erinnert zu werden, mit der man diesen gemeinsam gekauft hat. Daher ist es zweifelsohne sinnvoll sich mit neuen Dingen zu umgeben um nicht in die Falle zu tappen, erst recht wieder die alten Muster und Strukturen in den gereinigten Lebensraum zu übernehmen. Fortgeschrittene Wohnungsmagier suchen sich sogar gezielt Einzelstücke heraus, die etwas positives an sich haben und mit angenehmen Emotionen verbunden sind.
Zumindest während der energetischen Komplettreinigung sollte man alle Möbel aus dem betroffenen Raum entfernen, obendrein ist es dann auch leichter nach einigen Stunden Einwirkzeit das verstreute Salz wieder aufzusaugen. Umittelbar auf die Salzreinigung empfiehlt es sich eine Räucherung mit Salbei oder Weihrauch durchzuführen.
Mir passiert immer wieder, wenn ich so mit Neuzeit-Magie in meinen Domizilen herumzaubere, dass dann unerwartet Energien und aufgestaute Emotionen frei werden, die einen total überraschen. Daher ist Vorsicht und Aufmerksamkeit gefordert, wenn man wichtige Bereiche, wie z.B. die Partnerschaft magisch opimiert. Ich empfehle daher bei großen Änderungen wie der Zurückeroberung eines verwunschenen Zimmers, keine ungewönlich aufregenden Unternehmungen zu planen.
Mir war die Wichtigkeit dieses Rates selbst nicht bewußt, als ich gestern nach Linz fuhr um dort ein paar Fallschirmsprünge zu machen. Ein unerwarteter aber nicht minder unangenehmer Nebeneffekt war nämlich, dass meine Partnerin heftige Todesängste um mich bekam. Während ich die schönsten 3 Sprünge meines bisherigen Lebens genoß (Nummer 188 bis 190), war für Britta die Angst komplett real, dass sie mich nie wieder lebend sehen würde. Was etwas skuril ist, denn normalerweise bin ICH der Schisser und Hypochonder …
Ihre Sorge um mich rührte mich gewaltig, denn noch nie in meinem Leben war ich jemand so wichtig, dass sich soviel Angst um mich rentiert hätte. Im Rückblick hätte ich viel sensibler mit dem Überschwall an Emotion umgehen können, aber in dem Moment kapierte ich das nicht. Nachher ist man immer gescheiter. Als ich mit dem Fallschirmsport anfing war ich ungebunden und nur für mein eigenes Wohl verantwortlich. Dieses Vorkommnis hat mich wachgerüttelt und mir gezeigt, dass ich nicht mehr ganz so frei über meinen Spass entscheiden kann, weil auch das Wohl einer zweiten Person davon abhängt.
Bisher beherbergte das besagte Zimmer gewisse Energiemuster, die zwar unangenehm, dafür aber bekannt und daher tolerierbar waren. Mit dem Ausräumen der alten Krusten ist das Bekannte beim Fenster hinausgehuscht. Es ist völlig normal auf das Unbekannte mit Angst zu reagieren. Es leuchtet auch ein, dass die aufbrausende Emotion sich auf den naheliegenden Menschen fokussiert, selbst wenn dieser nichts dafür kann.
Die heftigsten Angsttränen haben parallel zum Reinigungsritual einzig den Zweck die Augen frei für den Weg voraus freizuwaschen.