Andere lesen
23. April 2007 - 08:59
Ich gleite sanft wiegend vorbei an grell-gelben Rapsfeldern, während ich im Speisewagen des Zuges ein ausführliches Frühstück verinnerliche. Vor mier sitzt als einziger anderer Gast des mobilen Restaurants ein Consultant, der ebenso nach Wien zur Arbeit fährt. Erst füllte er noch einen Consultant Feedbackbogen seiner Firma am Laptop aus, dann wechselte er von der Laptop-Schrift zur gedruckten in Form der Zeitung Standard.
Währenddessen hatte ich eine unangenehme Episode mit dem Zugschaffner, der darauf bestand, dass ich in zusätzliches Ticket kaufe. Ich dachte mir, ich wäre schlau gewesen, weil ich bereits in Wien einen Fahrschein mit Retourfahrt am Automaten gelöst hatte, was mit der Vorteilscard den günstigsten Preis bedeutet. Allerdings habe ich die besondere Situation, dass ich bei der Hinfahrt nach Seitenstetten fahre, was am nähesten zu Brittas Haus liegt, bei der Rückfahrt ich aber in Haag einsteige, nahe Brittas Arbeitsplatz.
Ich mußte ein Ticket von St. Valentin nach Seitenstetten kaufen, für die 20 km mehr an Bahngeleisen, die ich mich erdreiste zu benötigen. Ich verstehe es immer noch nicht ganz, der Schaffner versuchte es mir grantig damit zu erklären, dass ich nur ein kleines Bier bezahlt hätte, aber ein großes trinken würde. Dabei trinke ich gar kein Bier.
Jedenfalls schlug sich sein Vortrag mit 3 EUR zu Buche, die ich zusätzlich zum Ticket-Tarif von 1,90 EUR berappen mußte. Meine Lehre daraus ist wohl, dass ich das nächste Mal nicht einfach ein Hin-Retour-Ticket kaufen werden, sondern exakt die Endbahnhöfe am Automaten auswählen werden. Oder vielleicht mache ich es gar über das Internet, das habe ich noch nicht probiert, ist aber sicher noch viel praktischer.
Ich hatte mir das größte Frühstück von allen bestellt, das Aktiv-Frühstück. Letzte Woche hatte ich da auch ein paar Gemüsesticks dazubekommen, so wunderte ich mich zunächst beim Kellner, ob mir die nicht zustehen würden. Auf sein eloquentes "Hä?" hin schaute ich in die Karte, aber da konnte ich nirgends das Gemüse entdecken. Offenbar gibt es auch Unterschiede im Service-Level in verschiedenen Zügen. Ich sitzt gerade in einem Intercity, letzte Woche war es ein Eurocity, vielleicht ist das der Grund.
Während ich auf mein Frühstück wartete entlarvte ich im Darüberstreuen einen Internet-Betrüger, der versucht über eine getürkte Website im Internet die Zugangsdaten für das Online-Bezahlservice PayPal zu ergaunern. Diese Schmäh-Website schaut aus wie die Seite von PayPal, aber wenn man nichts ahnend dort seine Zugangsdaten eingibt, dann hat man den Scharlatan alle Mittel an die Hand gegeben, das reale PayPal Konto samt des Limits der verknüpften Kreditkarte abzuschöpfen. Ich schrieb dem Provider des Gauners eine Mail mit der Aufforderung dies zu unterbinden.
Ja, fad wird mir hier beim Pendlen auf keinen Fall. Hauptgrund für meine freudige Aufregung ist aber sicherlich die Tatsache, dass ich heute um 13 Uhr mein neues BMW-Motorrad in Empfang nehmen kann.