Film: Smoking Aces #

31. March 2007 21:15

Junge Leute, die den Film Smoking Aces gesehen hatten, hatten ihn uns wärmstens empfohlen, aber alle Empfehlungen konnten uns nicht auf die blutrünstige Schußorgie vorbereiten, die wir dann über uns ergehen lassen mußten.

Allzu simpel ist die grundsätzliche Handlung: alle wollen einen bestimmten Typen kalt stellen oder schützen, der in einem Penthaus einquartiert ist. Dabei kommen sie sich naturgemäß in die Quere, was ebenso blutige wie tödliche Auswirkungen nach sich zieht.

Der Film hat eine absichtlich verkomplizierte Hintergrundstory, ein paar im Ansatz skurile Charaktere und besonders realistische Gewalt-Darstellungen. Das wären eigentlich die Ingredienzien, mit denen schon andere Regisseure einen Kult-Film gekocht haben. Aber irgendwie kam bei uns nicht so rechte Laune auf, es fehlte einfach eine zentrale Heldenfigur, mit der man mitfiebern konnte.

Obendrein konnten selbst abgebrühte Seher englischer Originalfassungen nur mehr schlecht als recht die Dialoge verstehen. Nun, sagen wir es so: der Film verfehlt die Großartigkeit bei weitem, aber für Action-Fans ist der wohl ganz gut anzusehen.

Cosmic Bowling bei Brunswick #

31. March 2007 13:25

Unser letzter Bowling-Abend war schon wieder 7 Monate her gewesen, so lud unser cooler Chef die Kollegen mal wieder zu einer zünftigen Bowlerei. Brunswick hatte in der Zwischenzeit seine Halle komplett renoviert und die antiquierte Bahn-Steuerung gegen Touch-Screens ausgetauscht. Die neuen Bahnen können für Anfänger sogar Banden auf beiden Seiten ausfahren, das hatte selbst unser bester Spieler noch nirgendwo anders gesehen. Aber natürlich verzichteten wir alle auf die Hilfe, richtige Männer spielen mit richtigen Kugeln und nehmen es gelassen hin, wenn sich diese seitlich in die Rinnen verabschieden.

Cosmic Bowling

Als wir unsere Schuhe getauscht hatten, wurde das Licht gedämpft und die Halle in Neon-Effekte getaucht, während laute Rock-Musik uns suggerierte, wir wären doch in einer Diskothek und nicht der neuerdings blauen Brunswick Bowling-Halle. 

Ich hielt drei mal zehn Runden durch, das dauerte drei Stunden, dann wollte ich nicht mehr. Ich war sicherlich der mit Abstand schlechteste Bowler, aber dennoch war es lustige Kurzweil und in meinen wenigen genialen Momenten räumte ich auch sporadisch alle Zehn mit einem Wurf ab.

Als ich mich zum Gehen aufmachte, fragte mich ein amerikanischer Kollege schelmisch: “Und Oliver, wie geht es Dir?”

“Ja eh super, nur die Hand ist jetzt müde.” antwortete ich ehrlich , mein rechtes Handgelenk reibend.

“Gute Sache, dass Du jetzt eine Freundin hast!” grinste er und ging rechtzeitig in Deckung um meiner boxenden Faust zu entgehen.

Wolfgang Kubasta – Matscho rechnet ab #

31. March 2007 12:25

Mein vierter Auftrag für Klein&Kunst war eine Mischung aus Lesung und Kabarett.

 Matscho rechnet ab

Als regelmäßiger Fahrgast der Wiener U-Bahn hatte ich schon unzählige Male das VOR-Magazin zur Hand genommen, einzig mit dem Ziel, die von Wolfgang Kubasta gestaltete Matscho-Seite zu lesen. Ich bin daher gleich freudig gesprungen, als sich die Möglichkeit für mich ergab den Autor einmal live zu erleben.

Passender als mit dem Lied “Matscho Man” hätte Kubasta nicht auf die Bühne kommen können, denn sein Programm beginnt mit einem Lobgesang auf das “letzte Reservat unverfälschter Männlichkeit”, dem öffentlichen Pissoir, dem einzigen männlichen Lebensbereich in das die Frauen noch nicht vorgedrungen sind und es vermutlich, biologisch bedingt, auch nie tun werden. Wir sahen eine Seite von Matscho, die wir so in seiner regelmäßigen Kolumne wohl nie sehen werden, ein bisserl deftiger und umso interessanter.

Seine treuen Leser waren wohl die am besten versorgten Zuschauer, denn für den Rest seiner “Abrechnung” reihte Kubasta ein gutes Dutzend eigenständiger Geschichten aneinander, die er eloquent vorlas. Sein elegant-witziger Stil des Vortrages gab den Erzählungen noch eine zusätzliche Würze, die Geschichten reichten vom Verführer Franz bis zum Versager Emil, von Frau Matscho bis zu Matscho Junior, von einer Ameisenplage bis zum Kampf-Fernsehen beim “Grand Brie der volksdümmlichen Musik”.

Auflockerung verschafften kurze Exkurse in andere Bereiche von Kubastas schriftstellerischem Schaffen. So erzitterte unser Zwerchfell besonders heftig, als er beispielsweise eines seiner kurzen Rekord-Gedichte zum Besten gab, welches Lyrik, Romantik, Logik und Tragik in nur vier Sätzen in sich vereinigt:

“Zwei Mägdelein im Mondenschein …” (ist lyrisch)
“… lustwandelten im Garten,…” (ist romantisch)
“… die eine wurde gleich vernascht …” (ist logisch)
“… die and’re musste warten.” (ist tragisch)

Manch einer hätte sich wohl ein Kabarett erwartet, bekam aber eine Lesung serviert. Wohl ist diese wesentlich amüsanter als die Sonntagspredigt ausgefallen, aber dennoch waren für mich die allerschönsten Momente, als man ein schelmisches Aufblitzen in den Augen oder ein spontanes Lächeln von Wolfgang Kubasta sehen konnte. Denn da sah man den Menschen hinter der Kult-Figur Matscho durchschimmern, so wie man ihn nur live erleben kann.

Eine Karte für Matscho #

29. March 2007 08:07

Heute Abend besuche ich die ausverkaufte Premiere von “Matscho rechnet ab”. Die Figur Matscho von Wolfgang Kubasta ist den geneigten Lesern der U-Bahn-Zeitung bestens bekannt und ich bin neugierig wie sich der Schreiberling auf einer Bühne tut.

Ein satirischer Rundumschlag gegen alles, was sich bewegt.
Eine gnadenlose Abrechnung mit Emanzen und Emanzinnen. Mit der Natur und deren Gegenteil: Pamela Anderson. Mit Horoskop-Freaks und der volksdümmlichen Musik. Mit Versicherungen und anderen Raubrittern.
Mit der eigenen Familie, mit sich selbst und und und…..
Nach der Vorstellung rechnet Matscho auch noch seine Gage ab. Ein beinharter Abend.

Da ich immer zwei Pressekarten bekomme kann ich noch einen Gast mitnehmen. Gewinner ist, wer sich zuerst per Mail meldet.

Mehr Anti-Spam-Features #

29. March 2007 07:54

In der letzten Woche probierten die Spam-Roboter mein schönes Blog mit täglich bis zu 648 Spam-Kommentaren zu verunzieren, fast alle derartigen Meldungen konnten aber durch das automatische Service von Akismet herausgefiltert werden.

Dennoch gelang es aber diversen Spammern immer wieder durch die engen Maschen des Netzes zu schlüpfen, seltsamerweise hauptsächlich beim Artikel “Neil Strauss – Millionär über Nacht”. Dies war natürlich lästig für meine Leser, die auch die Kommentare per Mail abonniert hatten.

Vor einigen Tagen hatte ich einen Fehler in meiner Anti-Spam-Programmierung behoben, heute habe ich den nächsten Schritt gesetzt, indem es mir nun möglich ist, das Posten von Kommentaren für einzelne Artikel zu unterbinden. Wenn nun ein Spammer versucht zu solchen Artikeln einen Spam-Kommentar zu spammen, dann wird dies nicht mehr gespeichert, sondern direkt an Akismet gemeldet. So helfen die Spammer unfreiwillig dem System. cool 

Ich überlege auch, in Zukunft Kommentare nur mehr für neuere Artikel zuzulassen, denn wenn ein Artikel von der ersten Seite verschwindet, dann ist er für die treuesten Leser eh kaum mehr interessant. Eine andere Variante wäre, eine Art Registrierung einzuführen und Kommentare nur mehr von registrierten Lesern zuzulassen. Was meinst Du?

Film Preview: Bordertown #

27. March 2007 23:20

Jennifer Lopez spielt in Bordertown eine amerikanische Reporterin, die in die mexikanischen Grenzstadt Juárez geschickt wird um dort über Morde zu berichten, die an Fabrikarbeiterinnen dort begangen werden. Sie trifft dort auf einen alten Freund in Gestalt von Antonio Banderas, der dort eine kleine Zeitung führt und seinerseits ebenso versucht Licht in die Sache zu bringen.

Die Story hat den erschreckend wahren Hintergrund, dass die Einwohner diverser mexikanischer Grenzstädte ihren kargen Lohn in Fabriken fristen, die große amerikanische Konzerne beliefern. In 10 Jahren hat Amnesty International etwa 400 Morde an jungen Frauen gezählt und dokumentiert, von denen rund ein Drittel sexuell motiviert gewesen sein dürfte. Der Film wurde vor Ort gedreht und zeigt uns in exzellenter Optik, einer Dokumentation nicht unähnlich, unter welchen triesten Verhältnissen die Menschen dort leben. Für die Umstände wird die Globalisierung und allen Übeln voran das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) verantwortlich gemacht.

Banderas spielt wie üblich leidenschaftlich exzellent, was man von Lopez nur bedingt behaupten kann. Sie wird zwar gegen Ende etwas warm, aber irgendwie kauft man ihr den Charakter des selbst betroffenen Menschen nicht ab. Wenn das Thema des Filmes nicht so ernst wäre, dann könnte man über den Auftritt von Frau Lopez beinahe schmunzeln. Ich fand auch das Ende verhunzt, Lopez kommt zwar irgendwie durch, aber leider bleibt am Ende doch alles beim alten. Im Abspann fand sich dann der passende Hyperlink zur Seite von Amnesty International.

Der Film wurde erstmals bei der Berlinale 2007 gezeigt, möglicherweise kommt der bald in Österreich ins Kino.

Ein Skateboard im Mund #

27. March 2007 08:19

Gestern war wieder mal ein Termin beim Zahnspangen-Spengler, herrlich, jetzt spüre ich meine Zähne wieder. Hatte schon vergessen, dass ich welche habe. Als Bonus bekam ich zwei Sackerl mit kleinen Gummiringen, die ich alle drei Stunden quer durch den Mund spannen soll, von der Mitte oben nach unten links. Das soll bewirken, dass die Zähne oben links sich soweit verschieben, dass sie wieder mit den unteren gut verzahnen. Und es fühlt sich so an, als ob mir wer ein Skateboard in dem Mund gedroschen hätte. Daher wohl der Name.

Zusätzlich wird meine Laune wird auch nicht dadurch positiv gefördert, dass ich mich trotz einer durchgeschlafenen Nacht müde fühle und mir alles weh tut. Tja, Sport ist Mord. Oder kämpft mein Körper schon wieder gegen irgendwelche Krankheitserreger? Der innere Hypochonder ist voll im grübeln, was noch alles nicht mir stimmen könnte.

Na hoffentlich ist das nichts Schlimmes, denn ich freue mich schon auf die paar Tage faulenzen in Bad Blumau, dort bin ich quasi auf Kur für Leib und Seele.

Busy Sunday #

25. March 2007 21:11

Bei der entspannten Shopping-Tour am Samstag kaufte ich mir mit kleinen picksigen Massage-Noppeln besetzte Badeschlapfen (adidas), in Vorbereitung für unseren Thermenurlaub in Bad Blumau.

Bei meiner Begeisterung für das Sammeln von Bonusmeilen wurden mehrere Leute im Bekanntenkreis aktiv und checkten ihre eigenen Meilenkonnten. Dabei stellten sie fest, dass sie genug Meilen für den einen oder anderen Flug hätten, allerdings größere Mengen an Meilen kurz vor ihrem Ablaufdatum stehen. Blöd, zu können aber nicht zu wollen.

Wir überlegten lange herum, ob wir nicht spontan mit den angebotenen Gratis-Tickets irgendwohin in Europa jetten wollten, aber landeten immer wieder bei dem Schluß, dass wir momentan lieber für die halben Osterferien in eine Therme zum wohligen Entspannen fahren wollen. Ans Meer wären wir ja gerne geflogen, aber es hat einfach noch nirgends in Europa Bade-Temperatur. Und Barcelona war auch schon voll.

Shopping-Urlaub verlor das Rennen gegen Wellness-Urlaub. Die Entscheidung fiel auf Bad Blumau, dass mich schon bei meinem letzten Besuch begeistert hatte.

An diesem Wochenende gab es nach dem Grundkurs am Samstag auch noch das Tanzfrühstück beim Watzek am Sonntag vormittag. Hier läßt sich auf günstige Weise ein Buffet-Frühstück mit etwas Tanzen verbinden. Ich hatte schon nach einer Stunde intensiver Bewegung genug, aber Britta ließ nicht locker und verpflichtete mich, sie bis kurz vor dem Ende der Veranstaltung um 14 Uhr herumzuwirbeln. Naja, soviel Sport muss sein, ich finde es ja selbst blöd, dass mir schon nach einer Stunde die Luft ausgeht.

Das Eis beim Tichy am Nachmittag hatten wir uns redlich verdient. Den selben Gedanken hatten auch hunderte andere Leute, die sowohl die Verkaufstheke als auch das innere des Eissalon stürmten. Vor vier Tagen hatte ja der Frühling begonnen und heute am Tage der Umstellung auf Sommerzeit umschmeichelten uns passenderweise die warmen Strahlen der Sonnenscheibe. Zunächst kam ich mir vor wie in Disneyland, angestellt. Ein Blick auf die anderen Möglichkeiten zu einem Eis zu kommen entlarvte diese als noch zeitintensiver. So warten wir einfach in der Schlange und bekamen dann doch recht flott einen Tisch für zwei. Selten hatte uns das Eis so gut geschmeckt.

Nach dem Eissalon ging es zum Abschluß des Tages noch in einen romantischen Film.

Film: Music and Lyrics #

25. March 2007 20:41

Der alte Charmeur Hugh Grant und die angenehm natürliche Drew Barrymore erfreuen Herz und Ohren in Music and Lyrics, einer romantischen Komödie. Grant ist ein alternder Popstar, der hofft mit einem Song für ein junges arogantes Musik-Sternchen den Sprung wieder zurück ins Rampenlicht zu schaffen. Er hat nur ein Problem, er braucht einen Text und den bekommt er unerwartet von Barrymore, die bei ihm die Blumen pflegen soll.

Schon die Eröffnungsszene ist schon ur komisch, denn da sieht man Hugh Grant in einem Pop-Musikvideo ganz im Stil der 80er-Jahre. Er hat auch eigens dafür einige lässige Hüftschwünge eintrainiert und etwas gesungen, aber hinter dem Musikanten steht immer noch der sehr britische süße Typ mit den schmunzelnden Augen. Drew und Hugh harmonieren in dem Streifen, sie ist die ernstere skeptischere, er brilliert mit witzigem jungenhaftem Charme und Witz.

Der Film ist super geeignet für ein Date an einem freiem Tag, nicht zu schwer verdaulich, intelligenter Witz und eine angenehme Portion Romantik. Von letzterem gerade genug für die Damen und wenig genug, dass man ihn auch als Mann anschauen kann. Ok, ich gebe es zu, ich mag Hugh Grant sehr, er hat mich in diesem Film nicht enttäuscht.

Film: The Number 23 #

24. March 2007 11:04

Wir sehen Jim Carrey mal wieder in einer ernsten Rolle, wenn er versucht das Geheimnis von “The Number 23” zu ergründen. Das ist ein rotes Manuskript, dass seiner Frau zufällig in die Hände fällt und das auf gespenstische Weise seine Geschichte zu beschreiben scheint. Auf einmal ist überrall die Zahl 23, es passiert ein Mord und die zunächst niedliche Verschwörungstheorie wird immer theoretischer.

Carrey hat ein enormes Spektrum an Ausdrucksfähigkeit in seinem Gummigesicht, so ist es für ihn kein Problem sich dem Genre anzupassen. Manche Szenen aus dem roten Buch zeigen ihn in Manier eines Film Noir als harten Detektiv und selbst in diese passt er rein wie angegossen. Die unterstützenden anderen Schauspieler harmonieren mit ihm und dem Plot, soweit vorhanden.

Ja, wenn es einen Schwachpunkt gibt, dann ist es der Handlungsfaden. Zum Ende hin zieht dieser sich nämlich etwas unnötig in die Länge um am Ende dem Zuschauer ein beinahe enttäuschtes “Ach so paßt das zusammen!” zu entlocken. Regisseur Joel Schumacher und Jim Carrey haben aus dem Film rausgeholt, was möglich ist. Nicht schlecht, aber auch nicht extrem überragend.

Am witzigsten ist noch die Idee, dass sich alles, sogar die Farbe Pink, auf die Zahl 23 reduzieren läßt. Andererseits sind dann aber Verschwörungen von Menschen (z.B. DaVinci Code) interessanter, als solche der Zahlenmystik.