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31. Dezember 2006 - 18:13
Vor genau einem Jahr habe ich zehn Jahresziele für 2006 definiert und am Ende des ersten Quartals einige Gedanken dazu niedergeschrieben. Zum Jahresende habe ich mir diese wieder in Erinnerung gerufen habe und da sah ich, dass ich einige davon gut erfüllt habe, einige davon gar nicht und einige überhaupt keine Wichtigkeit mehr für mich besitzen. Schauen wir einmal, was daraus geworden ist.











Ich bin recht zufrieden, wie das Jahr verlaufen ist, was mir wichtig war, das habe ich erreicht, insbesondere dank der guten Entwicklung am Aktienmarkt, die mir für manche Vorhaben das nötige Kapital geliefert hatte. Manche Dinge (Society, Berufspilotenschein) erkannte ich als nicht in mein Lebenskonzept passend und daher vergieße ich keine Träne ob der Nicht-Erfüllung des Ziels. 2006 war super, 2007 wird sicher noch cooler.
Für meine Ziele 2007 muss ich noch ein wenig länger sinnieren, die liefere ich in der nächsten Woche nach.
31. Dezember 2006 - 00:36
Am 30. Dezember war der letzte Tag für diverse Erledigungen vor dem Neuanfang und so war ich viel unterwegs. Einzig meine Sakkos konnte ich nicht in der Putzerei abgeben, weil die erst nächstes Jahr wieder aufsperren. Aber ich brachte einen Friseur-Termin unter, wo ich meine Löwen-Mähne kürzen liess. Bei dieser Gelegenheit ließ ich auch die Krallen abrunden und polieren.
Die Poker-Heimrunde meines Freundes war sehr erfreulich für mich. Ich stellte mich als permanenter Karten-Geber zur Verfügung, weil ich auf Grund meiner Vorkenntnisse als Zauberkünstler der Beste für den Job war. So fühlte ich mich außerordentlich wohl in der Rolle des Croupiers, der das Spiel führte.
Amüsant an der Runde war sicherlich auch, dass es wesentlich weniger verbissen zuging, als bei Casino-Turnieren. Ich verstehe durchaus, warum es weltweit und besonders in den USA viele solcher Poker-Heim-Runden gibt.
Dies alles führte dazu, dass ich vollkommen entspannt spielen konnte. Die zeitweilige Schizophrenie zwischen Dealer und Spieler verhinderte, dass ich mich zu sehr in das Spiel verbiß und so war ich überdurchschnittlich erfolgreich. Platz 2 von 6, Platz 2 von 6, Platz 1 von 5, also immer “im Geld”. Meine Nettogewinne summierten sich am Ende auf 255 EUR.
So schloß ich meinen letzten Poker-Tag des Jahres mit großem Erfolg ab. Noch größeres Glück erwartet mich aber am letzten Tag des Jahres in Form einer faszinierenden Besucherin.
30. Dezember 2006 - 01:13
Erst sah es so aus, als würden wir nicht genügend Leute für einige “Meetings am grünen Tisch” (a.k.a. Tisch-Fußball) zusammenbekommen, weil die meisten Kollegen das Jahr frühzeitig beendet haben, aber es ging sich dann doch noch aus. Der Früh-Schluss war schließlich auch obligatorisch.
Ich spielte dann wieder bei einem Live-Poker-Turnier mit, erst souverän, aber als mein Angst-Gegner mit Verspätung an den Tisch kam, war es Schluss mit dem guten Spiel, kurz nach der Pause war ich draußen. Ich stieg in ein Cash-Game ein und spielte geduldig den ganzen restlichen Abend bis kurz nach Mitternacht, 130 EUR mehr in der Tasche, als ich eingesetzt hatte. Mein größter Fehler dort war wieder, dass ich auf einen Vortrag reingefallen bin, ich hätte sonst 100 EUR mehr erwirtschaftet gehabt. Im übrigen ist mir aufgefallen, dass in der Pokerworld die Frequenz an jungen Berufsfußballern ziemlich hoch ist. Verdienen die alle so viel?
Aber man kann zufrieden sein, solange das Hobby sich selbst trägt. Für Morgen Abend habe ich eine Einladung bei meinem Freund, dem Spieler, der mich zum Pokern gebracht hatte, zu einem privaten Poker-Turnier im kleinen Kreise. Das verspricht auch sehr entspannt zu werden, weil im erweiterten Freundeskreis.
29. Dezember 2006 - 18:06
Nach der Arbeit habe ich meinen stilsicheren Bruder getroffen und habe mir zwei “richtige” Smoking-Hemden gekauft. Dieter hatte mich darüber aufgeklärt, dass die Smoking-Hemden, die ich bisher für “richtig” gehalten hatte, in Wahrheit zu Fracks gehören und nur unwissende Dolme diese Hemden mit den spitzen Zipfeln hinter der Masche tragen. Bei der Gelegenheit erstand ich auch ovale Manschettenknöpfe mit Perlmutt drauf.

Wieder bei mir daheim ging es ans Üben und nach etwa einer Stunde hatte ich den Dreh mit der Masche raus. Wenn man das ein paar Mal gemacht hat, dann ist es gar nicht mehr so schwer, ja man wünscht sich fast, dass es mehr Anlässe gäbe, zu denen man eine echte Masche tragen kann. Die perfekte Masche.
Ich war schon den ganzen Tag so unglaublich müde, vom vielen Tischfußballspielen kann das aber nicht sein. Ich berichtete daher nur kurz noch meiner Prinzessin von meinen Erfolgen, sang ihr ein kurzes Ständchen am Klavier und war schon im Bett.
Heute ist der letzte Arbeitstag des Jahres. Spät kommen und zum Ausgleich früher gehen.
28. Dezember 2006 - 08:35
Gestern war bin in der Mittagspause zur Hofburg gefahren um dort Karten für den Kaiserball zu kaufen. Ich habe mich da so eine Kassa erwartet, aber der Portier schickte mich durch eine Sicherheitsschleuse zu den Büros im ersten Stock, dritte Tür rechts. Dort habe man noch heute und morgen von 9 bis 16 Uhr Gelegenheit Karten im Vorverkauf zu bekommen. 170 für den Ball, 210 mit Tisch, 390 mit Galadiner.
Das mittlere Angebot beeinhaltet einen Platz an einem Vierer-Tisch und eine Gulaschsuppe zu Mitternacht. Ich fragte nach einer vegegarischen Alternative und als diese wie aus der Kanone geschossen kam, merkte ich, dass selbst für mich gesorgt war. So war die Entscheidung eindeutig: zentraler Platz im Wintergarten für die Aussicht, kurzer Weg zur Tanzfläche für den Sport, Pastinaken-Suppe für das leibliche Wohl und eine Leih-Prinzessin für das Selbstbewußtsein. 
Mittwoch ist auch Turnier-Tag für mich, aber ich war wenig erfolgreich. Mir scheint mein generelles Problem ist meine Ungeduld. Ich beginne langsam ein Gespür für die Hände der anderen Mitspieler zu entwickeln, aber kurz nach der Pause verbrannte ich mich. Ich hatte etwa 20.000 Chips, mehr als genug um noch länger solide spielen zu können, dann passierte das Unglück. Ich hatte 9 und 10 off-suit, im Flop kamen 2 Könige und ein Neuner. Nachdem alle Spieler zu mir checkten, spielte ich 5000 an, es blieb nur der Spieler hinter mir übrig. Es kam eine unbedeutende Karte, ich spielte nochmal 5000 und dann schaute mich mein Mitspieler an und frage mich “Hast Du den König?” Worauf ich versuchte cool zu antworten “Da mußt Du zahlen um den zu sehen.”, vermutlich nicht eindrucksvoll genug, denn er erhöhte auf 10.000 und ich ging zähneknirschend noch mit. Das nennt man einen “crying call” und zeigt dem Gegner Schwäche. Hier hätte ich aber all-in raisen sollen.
Es kam noch eine unwichtige Karte und mein Mitspieler warf seine restlichen 6000 in den Pot, ich bekam aber Muffensausen und obwohl ich mir sicher war, dass er nichts getroffen hatte, warf ich meine Hand weg, während mich die anderen Spieler aufklärten, dass das ein Blödsinn war. War es wirklich, der andere Spieler zeigte As-Zehn, ich hätte mit meinem Neuner-Paar gewonnen und meine Chips verdoppelt. Lehre 1: Don’t go broke with one Pair (Phil Gordon). Lehre 2: Wenn Du bluffst, dann bis zum Ende. Lehre 3: Ich brauche mehr Geduld um auf meine Gelegenheit zu warten, insbesondere, wenn ich genug Chips habe. Lehre 4: Es gibt immer wen, der deinen Bluff noch übertreffen kann. 5: Wenn der größte Teil Deines Stapels im Pot ist, dann macht es keinen Sinn nicht auch den Rest reinzutun. 6: Will ich bluffen sollte ich hinter den anderen Spielern sein (also “in Position”)
Wütend über meine Schwäche stapfte ich aus dem Lokal und fuhr nach Hause. Den Rest des Abends verbrachte ich am Telefon, denn mit diesem Mega-Tilt hätte ich kein sinnvolles Poker mehr spielen können.
26. Dezember 2006 - 23:41
Die vergangenen vier Tage habe ich zumeist auf meinem geliebten neuen Sofa verbracht, gegessen, gepokert, Fern gesehen. Mein Media Center PC hat sich da sehr bewährt, nicht nur konnte ich dank der Aufnahmefunktion den Film, den ich gestern abend begonnen hatte fertigsehen. Ich konnte auch zwischendurch immer wieder ganz nach Wunsch pausieren und mit ein paar Drückern auf den Skip-Knopf meiner Fernbedienung die lästigen Werbungen elegant überspringen.
Wenn man so wie ich täglich in sein öffentliches Tagebuch schreibt, dann können Situationen entstehen bei denen man sich fragt, ob alleine die schriftliche Beobachtung des eigenen Lebens dieses schon gestaltet. Oder, anders gesagt, ob die öffentlich einsehbare Reaktion auf die Umstände der Welt, diese positiv oder negativ beinflussen können.
Als ich als kleiner Junge manchmal etwas haben wollte, was für meine Eltern unmöglich erschien, hat mein Vater gelegentlich erwiedert, ich solle es mir doch aufmalen. Ich kann nicht so gut Malen, dafür kann ich aber umso besser schreiben.
Ich habe eine Dame kennengelernt, die mich “fasziniert”. Diplomatisch und ausreichend neutral ausgedrückt um zwar Hoffnungen zu machen, aber nicht zu viel. Wir haben schon einige Stunden miteinander telefoniert und ich gestehe, dass mir dabei keine Minute lang fad war. Ich werde sie real treffen, sie ist mein Date für einen Ball in Wien am 31.12 für den ich morgen versuche werde, Karten im Vorverkauf zu erwerben.
Ich fühle hier aber ein Paradoxon nahen, denn diese charmante Frau ist gleichzeitig der eifrigste Leser meines Weblogs, den ich je hatte. Meine etwa fünfzig Stammleser mögen wir diese Aussage nachsehen, denn diese Frau gibt sich nicht mit einer Geschichte pro Tag zufrieden. Sie verschlingt meine Artikel, als wären sie der großartigste Abenteuer-Roman … hm, jetzt wo ich darüber nachdenke sind sie das sogar.
Verrückt, da findet mich jemand interessanter als ich mich selbst?!
Ich bin der Autor, sie ist der Leser, aber durch ihr Lesen wird sie zum Thema meines Lebens und Schreibens und liest in dieser Zeile über sich selbst und so weiter und so fort… Das ist die Stelle, an der ich nun erwarten würde, dass es einen lauten Knall gibt und sich das Universum in die Singularität zurückschrumpft aus der es entstanden ist. Und wenn nicht das, dann muß ich zumindest fürchten, dass sie mich hassen wird, dafür, dass jetzt die ganze Welt weiss, dass sie existiert.
Ok, sie bleibt ja anonym. Aber sie weiß natürlich, wer sie ist. Hey Du, Du bist besonders für mich! Da schaust, dass ich mich das traue zu schreiben, gell?
Vielleicht hat mich ja nur der Film, den ich vorhin sah verwirrt oder inspiriert. Der hatte so ein ähnliches Thema. Wir Computer-Fuzzis nennen sowas rekursive Schleifen. Je mehr Du mich liest, umso mehr schreibe ich Dich. Wenn ich mir diesen Nonsens zusammenträume, dann will ich noch möglichst lange schlafen. Und erst aufwachen, wenn Du mich mit einem sanften Küsschen auf die Backe weckst.
26. Dezember 2006 - 22:58
Kann das Leben seltsamer spielen, als es sich ein Autor auszudenken vermag? Diese Frage finden wir im Titel des Filmes Stranger than Fiction verpackt. Will Ferrell ist ein Steuerprüfer der gewohnt ist, tagein tagaus einer bestimmten zahlen-gesteuerten Routine nachzugehen, bis eines Tages seine Uhr spinnt. Plötzlich hört er die Stimme einer Frau, die sein Leben erzählt, während er es lebt.
Als diese Stimme, die zu einer Autorin gehört, genial gespielt von Emma Thompson, beiläufig erwähnt, dass er bald sterben wird, setzt dies eine Kettenreaktion in Gange, die den Zuschauer auf eine faszinierende Reise mitnimmt, die den Intellekt gleichermaßen kitzelt, wie die Lachmuskeln. Wir besuchen mehrfach Dustin Hoffman als Literatur-Professor und folgen der ungewöhnlichen Geschichte, wie sie die Form einer romantischen Komödie anzunehmen beginnt, gleichzeitig aber geschickt jeglichen Clichées ausweicht.
Während sich die Geschichte entwickelt, wird der Zuschauer mehr und mehr gefangen genommen vom selben ungläubigen Konflikt, den auch der Haupt-Charakter durchmacht. Kann das alles echt sein? Kann man seinen eigenen Tod verhindern, wenn er weiß wie er stattfinden wird? Es sind weder Geister, noch Schizophrenie noch Ausserirdische, die Erklärung für die Geschichte ist originell und so noch nie da gewesen. Nebst genialer Schauspielerei ist dies ein weiterer Grund warum diesem Film einen besonderen Ehrenplatz in der Filmgeschichte verdient.
Der Film kommt am 9. Februar 2007 in Österreich ins Kino.
25. Dezember 2006 - 19:36
Nach einer sportlichen ITG-Session (200 kcal) erledigte ich den obligaten Hamster-Kauf beim Metro, damit ich die vier freien Tage etwas zu essen habe. Bei der Gelegenheit kaufte ich 12 neue Trinkgläser, denn mein Bestand war über die Jahre von auf magere 3 Stück gesunken. Zu wenig Trinkgläser zu Hause zu haben verstößt gegen die Prinzipien von Feng Shui. Ganz wichtig war auch eine neue Schachtel Calgonit Tabs, die waren vor zwei Tagen ausgegangen und vier Tage kein Geschirr waschen zu können wäre eine Katastrophe gewesen.
Beim Interspar nebenan kaufte ich noch etwas zusätzliches Gemüse und entdeckte eine Eduscho-Ecke mit allerlei nützlich-ausverkauftem Krimskrams. Mich hatte ein Ding bereits fasziniert, als ich es wo anders in einer Auslage gesehen hatte. So griff ich schnell zu und erstand das letzte Paar elektrische Schischuhwärmer.
Zwei Mal musste ich vom Auto rauf in die Wohnung gehen um alle meine Einkäufe in meine Küche zu transferieren. Ich schaffte es gerade rechtzeitig zum Kino-Abend mit meinem lieben Bruder, der mir auch noch ein Geschenk in die Hand drückte.
Am vierundzwanzigsten brauchte ich nicht einmal mein Pyjama ausziehen, als ich mit dem Laptop auf meinem neuen terracotta-farbenen Sofa saß, eine Kuscheldecke über meinen Beinen, und ein 5–Dollar–Poker–Turnier nach dem anderen spielte. Meine wenig erfolgreiche Serie wurde angenehm durch den Anruf einer Freundin gestoppt, mit der ich dann ein paar Stunden über Freiheit, Stille und Abenteuer philosophierte. Ohne es zu ahnen machte diese Dame mir damit auch ein schönes Geschenk.
Dieses Gespräch und das anschließende Sprudel-Bad in meinem Whirlpool entspannten mich herrlich. Sauber und relaxed kehrte ich auf das Sofa zurück und weil es erst 18 Uhr war fing ich NOCH ein Sit-and-Go-Turnier an. Diesmal erlangte ich den dritten Platz (von 30), was mir rund 45 Dollar Preis-Geld einbrachte. Mir scheint, dass ich umso mehr Erfolg beim Spielen habe, umso entspannter ich es tue.
Während des Tages aß ich von den zuvor eingekauften Leckereien: meinen Lieblingssalat, Avocado, Radieschen, eine Riesenportion rote Grütze mit Soja-Joghurt, Gauda, Emmentaler, Pringles und erstmals selbst gemachte Maroni. Ich hatte diese beim Metro entdeckt und wollte mal schauen, ob mir die gelingen.
Maroni-Rezept: Heißluft-Backofen auf 200 Grad vorgeheizt, die Maroni kreuzweise eingeschnitten und zusammen mit einer Tasse Wasser für 15 Minuten auf einem Backblech in den Ofen. Das Wasser hält die Edelkastanien feucht. Dann kurz in ein feuchtes Geschirr-Tuch einschlagen, damit die Schalen abkühlen. Yummy!
Für den Hauptabend hatte ich mir einen besonderen Leckerbissen aufgespart, die weihnachtliche Fantasy-Geschichte “The Hogfather” vom Kult-Autor Terry Pratchett, die als zweiteiliger Fernsehfilm von Sky produziert worden war. Der Hogfather ist quasi der Weihnachtsmann für die Scheibenwelt. Die Bösen wollen ihn aber eliminieren, damit sie den Glauben der Menschen kontrollieren können. Es ist die Phantasie, die uns Menschen von den Affen unterscheidet und der Glauben an solche kleinen Lügen, die uns erst ermöglicht an die großen Lügen wie Gerechtigkeit, Fairness und Gnade zu glauben. All diese Philosophie ist geschickt in einer charmanten Story verpackt, die auch für Scheibenwelt-Neulinge wie mich noch halbwegs übersichtlich bleibt. 3 Stunden voller leichtherziger Fantasy, ideal für den Weihnachtsabend.
Vor dem Schlafengehen öffnete ich noch das Geschenk meines Bruders und tat ganz überrascht, wie er es mir aufgetragen hatte. Er hatte mir ein Puzzle geschenkt. Genauer gesagt eine elegante schwarze Masche zum Selberbinden, also ohne Gummizug für Anfänger. Das Puzzle daran ist, dass ich einzige Zeit knobeln werde, bis ich diese selber binden kann …
24. Dezember 2006 - 10:12
Eragon ist der Name eines Farm-Jungen, der zufällig ein Drachen-Ei findet und dadurch ausgewählt wird, der erste neue Drachen-Reiter der Rebellen zu sein, die sich gegen einen bösen König zur Wehr setzen.
Theoretisch ein ganz netter Film für Fantasy-Fans, aber trotz der genialen Drachen-Effekte ist der Film als Ganzes eher eine Enttäuschung. Der Film kämpft mit großen Story-Problemen, denn viele Dinge sind plötzlich einfach da. Der süße Babydrache geht kurz fliegen und kommt als ausgewachsenes Modell wieder. Eragon kann plötzlich zaubern. Für gewöhnlich erwartet man sich irgendeine fantastische Erklärung für solche Kontinuitätssprünge, aber die bekommt man hier nicht. Friß oder stirb.
Die Dialoge sind öd, die potentielle Romantik im Keim erstickt und die Chemie zwischen den Darstellern nicht vorhanden. Am besten spielen noch John Malkovich (als böser König) und Jeremy Irons (als weiser Lehrer), alle anderen könnten ohne Veränderung aus einer Soap Opera stammen. Sollte Eragon wider Erwarten kein Flop werden, dann sehen wir sicher eine Fortsetzung, weil der böse König erst am Filmende richtig böse wird.
Es reicht, wenn man sich das für die Kleinen auf DVD ausborgt, den Preis der Kinokarte ist es nicht wert.
23. Dezember 2006 - 14:17
Vor einigen Tagen bekam ich per Mail die frohe Botschaft dass unsere internationale Mutterfirma allen europäischen Mitarbeitern 100 EUR Weihnachtsbonus schenkt. Diese werden mit dem Dezember-Gehalt zur Auszahlung gelangen. Coole Sache!
Ein goldenes Finanzjahr geht zu Ende. Am 19. Dezember hatte die Wiener Börse den höchsten Stand der ihrer Geschichte erreicht: 4465,02 Punkte. Wer die richtigen Aktien im Depot hatte, bei dem klingelten Kasse und Weihnachtsglocken um die Wette.
Wie zu erwarten haben die christlichen Amerikaner vor ihrem wichtigsten Glaubensfest keinen neuen Krieg angezettelt und so konnte der Schweizer Franken, der bei Gefahr im Verzug immer steigt, weiter abrutschen. Das ist das Weihnachtsgeschenk an alle, die ihre Kredite in CHF laufen haben. Jemand mit 100.000 EUR Kredit vor einem Jahr schuldet seiner Bank jetzt nur mehr 97.000 EUR.
Ich bekam einen Anruf von meinem Cousin mit der ungewöhnlichen Frage, ob er meine Telefonnummer an eine Bankfrau aus Zürich weitergeben dürfe. Ich gestattete es und wenige Minuten später kam der Anruf aus Zürich.
Ich wurde diverse Dinge über meine verstorbene Mutter gefragt und als ich befriedigend Auskunft gegeben hatte, wurde mir offenbart, dass ein Sparbuch meiner Mutter aufgetaucht sei, das nach einem neuen Zuhause suchen würde.
Der Wasserfall von schweizer Fränkli, der sich vor meinen Augen gebildet hatte, wurde jäh zum versiegen gebracht, als mir die gute Bankangestellte sagte “Viel ist es nicht. Es sind nur rund 300 EUR”.
Ich sollte ihr die Kopien von Erbbescheinigung, Reisepäßen und Bankdaten schicken, damit sie mir das überweisen könne, aber bei dem Gedanken solche Informationen herumzuschicken wurde mir leicht unwohl. Mein Bruder und ich beschlossen, das bei unserem nächsten Besuch in Zürich zu erledigen. Bis dahin ist das Sparbuch sicher und mit berauschenden 0,5% verzinst.
Bekanntlicherweise bringt die Weihnachtszeit den großten Anteil des Jahresumsatzes vieler Geschäfte, weshalb es fatal wäre gegen den Weihnachtskonsum zu wettern. Das ist ein Nebeneffekt des Wirtschaftssystems, das wir uns für unsere Zivilisation ausgesucht haben. Ich wünsche den Leuten, die heute noch Geschenke kaufen müssen viel Glück, denn viele beliebte Geschenke sind längst ausverkauft.