Die Naivität der Männer #

29. September 2006 07:35

Immer wieder kommen mir Fälle zu Ohren, bei denen Beziehungen daran zerbrechen, weil Männer dass Männer die technische Kreativität der Frau in ihrem Leben unterschätzen. Die Männer wägen sich in Sicherheit, weil ihre kompromittierende Kommunikation (z.B. mit ihrem Gspusi) auf einem geheimen E-Mail-Konto landet. Doch die Überraschung ist dann groß, wenn ihnen ihre Partnerin dahinter kommt.

Ich kenne mittlerweile schon 4 solcher Fälle, die Schwester eines Freundes steht deswegen vor einem Scheidungsrichter. Ich hatte das zunächst für ein gleichsam lehrreiches wie seltenes Vorkommnis gehalten und amüsierte mich stets über die Naivität der Männer. Aber als mich gestern ein erboster Freund anruft, um MICH zu beschuldigen, dass ich seiner Freundin geholfen haben soll, ihn auszuspionieren, da verging mir das Lachen. Bis zuletzt will sein gekränktes männliche Ego nicht einsehen, dass keine Hilfe von EDV-Experten nötig ist, dass ihm seine eifersüchtige Freundin hinter seine Passworte kommt. Seine Logik: Weil ich ihm seine Freundin ausspannen will, habe ich ihm irgend ein Hacker-Programm installiert, damit ich ihm sein E-Mail-Konto löschen kann. Und natürlich kann nur ich es gewesen sein, denn kein anderer kennt sich so gut mit Computern aus. Die Naivität der Männer

In den meisten Fällen reicht es aus, wenn der Heim-PC für die Frau physisch zugänglich ist. Sehr hilfreich ist es auch, sein schlechtes Gedächtnis dadurch zu kompensieren, dass man in seiner Geld-Börse eine Liste aller seiner Konten und Kennworte hat. Alleine der Verlauf im Internet Browser erzählt schon sehr viel. Was zum Beispiel muss eine Frau denken, wenn sie folgende Adresse im Internet-Verlauf sieht?

http://www.parship.at/ql3/programs/authorized/match/partner/contact/mail.replyto.pl?mid=34815556

Die automatische Formular-Vervollständigung, lokal gespeicherte Cookies und insbesondere der Kennwort-Manager bieten allesamt weitreichende Möglichkeiten einem Schlawiner auf die Spur zu kommen.

Daher mein Aufruf an alle untreuen Männer: BITTE lest eure geheimen Mails NIE zu Hause. Wenn das bisher gut gegangen ist, dann habt ihr Glück gehabt! Eine erzürnte und eifersüchtige Frau braucht keine Hilfe von Hackern. 

Es dürfte das Ergebnis von 15000 Jahren Menschheitsentwicklung sein, dass Frauen ein Gespür und die notwendigen Fähigkeiten besitzen, untreue Männer zu enttarnen. Und das männliche Ego ist in 15000 Jahren so groß geworden, dass die Schuld dafür immer zuerst bei anderen Männern gesucht wird. 

David Copperfield in Wien #

27. September 2006 00:18

Dank des rechtzeitigen Kartenkaufes hatte wir exzellente Sitzplätze im zweiten Block nahe der Bühne. Drei zusätzliche Monitore unterstützten das zweistündige magische Erlebnis. Ich hatte David Copperfield noch etwas jünger in Erinnerung und war zunächst überrascht, wie viel älter er aussah. Aber dafür, dass er vor 10 Tagen 50 geworden war, ist er in erstaunlicher Form. In dieser Show hatte er sich einen Teil seines jugendlichen spitzbübischen Charmes bewahrt, aber gleichzeitig blitzt mehr und mehr ein “dirty old man” durch.

Die Show begann mit einem Video von allerlei Stellen in der Pop-Kultur in denen David Copperfield erwähnt wird.

Als David Copperfield begann, durch deutschsprachige Lande zu touren, hatte er viele Lacher auf seiner Seite, als er immer wieder vorgab ein wenig Deutsch zu lernen. Dies ist im fast so etwas wie ein Markenzeichen geworden, wobei da sein Humor auch ein wenig abwechslungsreicher geworden ist, weil er kann kaum mehr verheimlichen, dass er mehr als nur ein paar Worte deutsch zu sprechen gelernt hat.

“It’s a Witz.”

Etwas übersteigerte Selbst-Beweihräucherung erschien ein kurzes Video zu sein, das über die 11 Weltrekorde berichtete, die er aufgestellt hatte. Obwohl manche Leute das als großkotzig abtaten, fand ich es als guten Bestandteil der Show, weil es das Gefühl noch verstärkte, einen wirklich großartigen Illusionisten zu sehen.

Die Kunststücke selbst reichten von durchschnittlich bis cool und einige Male blieb selbst uns abgebrühten Hobby-Zauber-Künstlern die Klappe offen. Wo vorher noch nichts war, war plötzlich ein Auto. David machte zum Höhepunkt einen kurzen Abstecher auf eine Südseeinsel, wo er auch bewies, dass er eben noch in Wien gewesen war. Die großen Illusionen traten etwas in den Hintergrund, denn zwischendurch gab es die bekannte Comedy-Magie, bei der er seine liebenswerte Art voll ausspielen konnte.

Fazit: man merkt, dass David auch älter wird. Dementsprechend gesetzter und ruhiger wird sein Stil. Das tut dem guten Unterhaltung aber keinen Abbruch und wir hatten einen großen Spass, den größten Illusionisten aller Zeiten mal wieder live zu sehen.

Film: You, Me & Dupree #

25. September 2006 08:21

Der Film You, Me & Dupree ist eine Komödie über ein junges Ehepaar, bei dem der Trauzeuge (Owen Wilson) als bester Freund des Bräutigams (Matt Dillon) einzieht. Die Ehefrau (Kate Hudson) akzeptiert dies zunächst etwas verärgert, aber als dann auch noch der Vater (Michael Douglas) seinen Schwiegersohn unter Druck setzt beginn die Situation immer komischer zu werden.

Es finden sich einige witzige Ideen, aber über die größte Distanz wird der Film vom Talent und von der Art von Owen Wilson getragen, nur er hat diese markannt bedächtig-chaotische Art. Der Humor ist habe größtenteils wenig Anspruch auf Niveau, ein abgefackeltes Wohnzimmer, verstopfte Toiletten und ähnliches sind eine etwas brutale Methode dem Zuseher klar zu machen, dass Wilson einfach noch so ganz reif ist Verantwortung zu übernehmen.

Mich ängstigt immer noch der Gedanke an einen Schwiegervater, der mich haßt. Aber abgesehen vom simplen Plot, gibt es viel zu Lachen und es geht um Beziehungen. Also ist das auf jeden Fall ein guter Film für ein Date.

Der wunde Punkt #

23. September 2006 12:09

Am Nachmittag meines letzten offiziellen Krankenstandstages habe ich mich dann in die SCS gewagt um diesen “wunden Punkt” in Form eines fehlerhaften Pixels zu korrigieren. Der Verkäufer von letzter Woche war nicht anwesend, aber das war vermutlich mein Glück, denn sie nahmen den Monitor schlussendlich mit einem sauren Gesicht zurück, immer wieder beteuernd, dass sie das “normal nicht machen”.

Immer wenn etwas kaputt ist und ich es neu kaufen muss, dann versuche als Ersatz etwas schöneres und besseres zu bekommen. Dem Grundsatz blieb ich auch diesmal treu, ich nahm mir den absolut geilsten Monitor, den ich dort finden konnte. Es wurde ein HP f2105, 21 Zoll, 8ms, 1600*1050 in 16:9 Format, 2 mal 5 Watt Lautsprecher, USB 2.0 Hub. Natürlich bestand ich darauf, das Gerät vor Ort auf defekte Pixel zu überprüfen, was der Abteilungsleiter dann mit mir zusammen tat. Auch dieser setzte sein sauerstes Gesicht auf und betonte immer wieder dass ich durch rechtliche Rahmenbedingungen eigentlich im Unrecht sei.  

Ich besann mich aber auf die liebenswert hartnäckige Art, die ich von meinem Freund CP gelernt hatte und so hielt ich durch, bis ich am Ende mit dem HP TFT in der Hand grinsend den Saturn verließ. Jetzt hatte ich endlich das Gefühl, die bestmögliche Qualität gekauft zu haben und trotz eines riesigen Bildes ist der Platz-Gewinn auf meinem Schreibtisch enorm. Nicht nur hat der TFT wesentlich weniger Volumen als mein 19” Röhren-Monitor, durch die eingebauten Boxen brauche ich auch keine extra Boxen mehr.

Schreibtisch - new and improved

Meine umgetauschte Webcam klebte ich auf den oberen Rand des Monitors und damit ist meine Kommunikationszentrale perfekt. Die Logitech QuickCam Sphere verfolgt Gesichter mit einem motorisierten Kamera-Kopf und das eingebaute Mikrophon fokussiert ebenfalls auf den Sprecher.

Derzeit ist es total angesagt alle möglichen sinnlosen Videos auf YouTube zu veröffentlichen. Weil ich auch ganz gut mit sinnlosen Dingen bin, habe ich mich dem Trend angeschlossen und mein erstes Video auf YouTube gestellt. Ich bin ziemlich gut in Englisch, aber aus einem unerfindlichen Grund habe ich einen schrecklichen Schwarzenegger-Akzent. I'll be back

SPÖ vs. ÖVP #

21. September 2006 22:41

In der Sendung vor der Konfrontation namens Primavera beeindruckte mich zu sehen, wie eine zarte dreifache Mutter das zehnfache ihres Körpergewichts für eine Sekunde einige Zentimeter anhob. Sie schaffte dies, weil sie in Verbindung mit der Ur-Energie und gleichzeitig in ihrer Mitte war. Für gewöhnlich ist man zu solche unglaublichen Leistungen nur in Extremsituationen fähig, zum Beispiel, wenn das eigene Kind unter einem Auto eingeklemmt ist. Aber ein offenbar seriöser österreichischer Wissenschafter hat ein System entwickelt, mit dem angeblich jeder Mensch das lernen kann.

Mit noch größerer Spannung erwartete ich das Aufeinandertreffen der zwei politischen Giganten Gusenbauer (SPÖ) und Schüssel (ÖVP), insbesondere weil einer der beiden in der nächsten Regierung den Bundeskanzlerposten bekommen wird.

Zu Beginn erlebten wir einen rhetorisch eleganten Walzer der beiden Intellektuellen Politiker. Sie tanzten um jeweils anderen herum und sangen Hymnen zum Rhytmus diverser Statistiken. Gusenbauer gab einen Wehgesang in Moll zum Besten, aber Schüssel wurde nicht müde stets das selbe Thema in optimistischem Dur zu erwiedern.

Es lief im Endeffekt darauf hinaus, das der Zuschauer den Eindruck gewinnen mußte, dass “Gusi” (so nennen ihn seine Fans) größtenteils veraltete oder falsche Zahlen zitierte, die sobald Schüssel sie wiederlegt hatte, ihn langsam nervös werden ließen und er zeitweise in die Polemik verfiel, die wir noch vor 4 Jahren erlebt hatten. Der Bundeskanzler verwies ihn aber stets erfolgreich in seine Schranken. Das wiederholte Muster: Angriff Gusi, Abwehr Schüssel, dann Nachsatz der Schüssel glänzen läßt.

Auch wurde klar, dass es kaum mehr philosophische Unterschiede beim Kampf und die große Mitte gibt, zumal die Ideen für das Parteiprogramm scheinbar sowieso aus den selben Experten-Analysen kommen. Da betonte Schüssel immer wieder seine Fähigkeit und dass die ÖVP schon viele der auf dem Tisch liegenden Verbesserungsvorschläge für unser Land bereits umsetzen würde. Er versprach auch, dass diverse Lehren gezogen wurden und ihre Politik jetzt noch besser sei. New and improved!

Am Ende versteckte Schüssel auch noch einen Hinweis auf seine Wunschkoalition nach der Wahl, indem er beiläufig erwähnte, dass die ÖVP auch Umwelt im Programm hätte. Eine Schwarz-Grüne Koalition könnte sich erstmals in der Geschichte Österreichs ausgehen, notfalls mit Unterstützung des BZÖ, wenn ein paar Prozent für die Mehrheit fehlen.

BZÖ vs. Grüne #

21. September 2006 00:09

Ich gurgle brav mit Gurfix Lösung um meinen Rachen zu desinfizieren und kuriere weiter meine Krankheit aus. Dass es mir schon wieder besser geht merkte ich insbesondere daran, dass ich heute abend zum ersten Mal wieder eine normale Mahlzeit zu mir nahm. Ein Vorteil vom Kranksein ist wohl auch, dass ich seit Samstag 2 kg abgenommen habe. Aber mit Spannung erwartete ich wieder die Wahlkonfrontation im ORF.

Als Van der Bellen (Grüne) heute auf Westenthaler (BZÖ) traf, hatte dies ähnlichen Unterhaltungswert wie seine Konfrontation mit Strache (FPÖ) gestern. Es war deutlich, wie sehr sich Westenthaler und Strache insbesondere im Argumentationsstil ähnlich sind, nun, bis zum Frühjahr waren sie ja noch politische Brüder. Weder das eine noch das andere ist als Kompliment zu verstehen.

Der Hauptunterschied war, dass Westenthaler zunächst etwas weniger zu reinen Diffamierungen zu neigen schien, sondern es teilweise gut schaffte, Sachlichkeit vorzutäuschen. Dabei packte er zu Beginn seiner Redezeit natürlich diverse Ausländer-Horror-Szenarien aus. Als er merkte, dass er damit den Professor ziemlich kalt ließ, packte er noch mehr Populismus aus und bezichtigte die Grüne Partei als ein Auffangbecken für alle radikalen linken Demonstranten Österreichs.

Einzig beim Thema Gleichberechtigung für Frauen waren sich die beiden Parteiführer einig. Die letzten 10 Jahre hatten Frauen konstant nur ungefähr zwei Drittel des Einkommens von Männern erzielt. Eine Antwort auf die Frage, warum denn seine Partei während ihrer Regierungszeit da nichts bewirkt hatte, blieb Westenthaler schuldig. Ging es um gute Änderungen war es immer “wir”, ging es um schlechte Änderungen, dann ist er erst seit Mai wieder in der Politik. Ich glaube, dieses Phänomen bezeichnen Experten als “Wendehals”.

Die Mega-Pointe des Gesprächs fand sich aber abseits aller populistischen und sachlichen Themen. Gestern hatte der Analyst in der ZIB 3 noch gemeint, dass FPÖ/BZÖ und Grüne sich nichts tun würden, weil keine der beiden Parteien hoffen könne, der anderen Wähler wegzunehmen, weil sie ja an gegenüberliegenen Enden des Spektrums fischen würden. Westenthaler aber erklärte, dass es sein Ziel wäre, einen Linksruck in Österreich durch Regierungsbeteilgung der Grünen zu verhindern.

Van der Bellen machte ihn darauf aufmerksam, dass er mit vielleicht 2–3% Stimmen keine Möglichkeit hätte irgendetwas zu verhindern oder zu bewirken. Worauf Westenthaler meinte er wäre hochnäsig und “sie haben auch einmal klein angefangen.”

Der Professor brachte es kurz vor Schluß in gewohnter analytischer Manier auf den Punkt. Das BZÖ habe das Problem von Haider im Rucksack. Haider habe mit Westenthaler einen Dummen gefunden, der die Schuld für die bevorstehende Wahlschlappe auf sich nehmen könne, während Haider es sich weiterhin in Kärtnen gemütlich macht. Sollte das BZÖ eben die 4% Hürde nicht schaffen und aus dem Nationalrat fliegen, wäre das nämlich wirklich peinlich für Westenthaler.

FPÖ vs. Grüne #

20. September 2006 00:17

Auf meinem Aushilfssofa (terracotta, NICHT Orange) gnotzend nützte ich die Zeit um meinen Sat-Receiver neu zu programmieren und entdeckte dabei unter anderem, dass ORF2 digital auch ohne Karte via Satellit empfangen werden kann. Dies nützte ich sogleich um die heutige Konfrontation anläßlich der Nationalratswahl zwischen Strache (FPÖ) und Van der Bellen (Grüne) als erste digital übertragene Sendung aus Österreich zu sehen.

Wobei, von Konfrontation kann man nicht wirklich reden. Strache hatte ich mehrere handschriftliche A5 Zettel untereinander hingelegt und spulte die langweilige und einseitige Parolen herunter, sorglos verpackt mit überheblichem Lächeln und durchdringenden Augen.

Van der Bellen aka “Der Professor” hatte seine Argumente alle im Kopf und schoß Strache locker aus der Hüfte ab. Oft konnte man mitfühlen, wie sich dicke Schweißperlen auf Straches Stirn bildeten, weil er sich in eine Sackgasse reinpalawert hatte. Als Strache einige Male kurz nicht weiter wußte versuchte er es stets erfolglos mit Angriff. Aber so ein Spiegelgefecht wie zuletzt mit Westenthaler kam nicht zustande, denn Angriffe und Schuldzuweisungen konnten den Professor nicht beeindrucken. Stets hatte Van der Bellen eine wunderbare Replik, die er seinem Gegner doziert, dass sich dieser wie ein ehrfürchtiger Schuljunge fühlen mußte.

Am Schluß konnte Strache nicht anders, als de facto zu gestehen, dass die FPÖ die Themen Bildungspolitik, Gleichberechtigung und Ökologisierte Steuern eigentlich eh nur bei den Grünen geklaut hatte. Damit zauberte er ein Lächeln auf das ansonsten ernste Gesicht des Professors.

Beide Parteien peilen an mit rund 10% die drittstärkste Fraktion im Nationalrat zu werden. Wenn man aktuellen Umfragen glauben darf, dann liegen sie ungefähr gleichauf mit einem leichten Vorteil für die Grünen. Ein Vorteil, der heute gewachsen sein dürfte.

Die Grünen präsentierten sich erfreulich gemäßigt und mir schwant, dass sie mit dem Programm, das der Professor heute sehr gut vertreten hat, eine echte Alternative zur allgemeinen Ideenlosigkeit bei den anderen Parteien bieten können.

Sofa gekommen … fast! #

20. September 2006 00:05

Am Nachmittag kam dann endlich nach langer Wartezeit mein oranges Sofa. 2 Leute von Kika schleppten mir das Teil in den zweiten Stock.

Aber schon beim Auspacken kam das große Oh-weh. Ein einenhalb Meter langer Schnitt fand sich im Stoff auf der Rückseite des Möbels. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, mit einer Preisreduktion den Zustand des Sofas zu akzeptieren, aber was wollte ich nicht.

Wenn es darum geht, endlich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen kann ich keine halben Sache akzeptieren. So werde ich in einigen Wochen von Kika ein neues Sofa ohne Schaden geliefert bekommen.

Nicht gänzlich hilflos #

19. September 2006 05:35

Am Montag in der Früh brauchte ich mein Gewissen nicht lange zu befragen, ob ich gesund genug für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben sei. Zumal ich gestern wie heute um 4 Uhr aufwachte. Erst dachte ich mir noch, “ich kann eh 3 Tage ohne Bestätigung krank sein”, aber ging trotzdem in die Ordination meines Hausarztes, insbesondere weil ich plötzlich so ein beklemmtes Gefühl auf der Lunge in Verbindung mit Kurzatmigkeit hatte. Besser nichts riskieren, vielleicht ist es was Schlimmes.

Mein Arzt wusste sogleich um meinen Zustand Bescheid, eine Virus-Infektion, die “durch den ganzen Körper geht” und die mein Körper gut mit Fieber bekämpft. Als er mir mit der Taschenlampe in den Rachen leuchtete redete er von starker Rötung und Bläschen.

“Bläschen? Ich habe Bläschen im Hals?!”
“Ja, das ist ist wo die Viren raus kommen.”

Nicht gänzlich hilflos Ich ließ mir die stärkste mögliche Gurgel-Lösung verschreiben und wurde für Donnerstag wieder bestellt. Meine Krankheit solle ich in jedem Fall gründlich auskurieren, weil sie mittels Tröpfcheninfektion übertragbar sei.

Zu meinem gestrigen Unbehagens trug bei, dass sich der Durchfall vom Sonntag in Verstopfung gewandelt hatte und ich nun ein ungutes aufgeblähtes Gefühl hatte. Mir bleibt wohl nichts erspart.

Etwas anderes hatte ich auch noch nie erlebt. Während ich so im Bett lag und mich vom Satellitenfernsehen berieseln ließ, hatte ich immer wieder so Bild und Ton-Aussetzer von einigen Sekunden. Und zwar immer nur auf dem Astra-Satelliten, das ist der, den die meisten Mittel-Europäer verwenden. Ich dachte an eine Satelliten-Störung, was aber unwahrscheinlich ist. Ein technisches Problem, das war’s auch nicht, weil meine Anlage mit anderen Satelliten ja auch funktionierte. Da wurde mir klar, dass die Baukräne auf der Baustelle nebenan mir offenbar immer regelmäßig durchs Astra-Signal fahren und dieses irgendwie zerwürfeln. So etwas hatte ich auch noch nie gehört.

Ich hatte mich in meinem Taumel schon mehrfach an meinem im Vorzimmer stehenden Klavier vorbei gezwängt, als es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel. Ich hatte geplant das Piano erst nächstes Wochenende in mein Wohnzimmer zu stellen. Aber heute Vormittag wird mein neues Sofa geliefert. Das geht sich so nicht aus, ich hatte das schlecht geplant.

Zu meinem Glück hatten Dieter, der Direktor und CP Zeit und so bugsierten wir vorsichtig das schwere Teil an den angestammten Platz im Wohnzimmer. CP hatte dicke Kartons mitgebracht, die den Holz-Boden vor den Metallrollen schützten, als wir zentimeterweise vorrückten. Leider ließ ich mich am Ende von der Ungeduld meiner Freunde anstecken und so entfernten wir alle Kartons für die letzten 10 Zentimeter des Weges, in der Annahme, dass die breiten Möbelgleiter unter den Rollen genug Schutz sein würden. Leider falsch, und so habe ich jetzt einige schöne neue Kratzer links vor meinem Piano. Seufz, ja vom Hudeln bekommt man Kratzer im Parkett. peinlich

Der Arbeiter letzte Woche hatte mir eine INKU Hartwachsöl-Wischpflege da gelassen, die gewöhnlich dazu dient, im Wisch-Wasser zu verhindern, dass der Boden vom Kalk im Wasser grau wird. Pur angewandt kann man aber damit Kratzer etwas entschärfen, wenn man eine kleine Menge mit einem alten Tuch verreibt. Damit kann ich wenigstens  Kratzer so polieren, dass man sie nur mehr sieht, wenn man sich bückt, oder genau in eine Spiegelung schaut.

Um die Gefahr einer Ansteckung minimal zu halten hatte ich mich von allen dreien Helfern fern gehalten und um sicher zu gehen, rieb jeder seine Hände mit einer medizinischen Hand-Desinfektion ein, als er ging. Auf Küsse und Handshakes mussten wir diesmal verzichten.

Ich baute ich meinen TV provisorisch neben meinem Bett auf, das durch deren Hilfe jetzt auch wieder im Schlafzimmer ist und kuschelte mich für einen netten Fernsehabend in frisches terracotta-farbenes Bettzeug.

Krank #

17. September 2006 12:12

An diesem Wochenende überraschte mich mal eine plötzliche Krankheit. Übelkeit, Schwäche, Schüttelfrost, leicht erhöhte Temperatur. Dennoch setzte ich mich ins Auto, weil ich unbedingt den Monitor umtauschen fahren wollte. Doch als ich den Mega-Stau bei der SCS-Einfahrt sah, machte ich gleich wieder kehrt und fuhr stattdessen auf die Mariahilfer Straße.

Meine Logitech Webcam Sphere hat einen eingebauten Motor, mit sie horizontal und vertikal Gesichter verfolgen kann. Leider war eine Achse der Motor-Steuerung defekt und ich hatte mich darüber die längste Zeit geärgert. Ein Erfolg war, dass ich die Webcam beim Cosmos im LaStafa problemlos umtauschen konnte.

Ich quälte mich weiter zum Gerngroß in der Mariahilfer Straße, wo ich gleich noch mal die Toilette aufsuchen musste. Ein besorgter Besucher fragt durch die Klo-Tür, ob er den Arzt holen solle. Das war aber nicht nötig.

Die große Enttäuschung erlebte ich dann im Saturn-Service-Center. Nachdem der Service-Angestellte umständlich den Monitor ausgepackt und den Punkt gesehen hatte, eröffnete er mir kaltschnäuzig, dass sie Monitore erst austauschen, wenn diese mehr als 6 defekte Pixel im oberen Bildschirm-Drittel aufweisen. Ansonsten können man den nur einschicken. Und die 2 Wochen Umtausch-Möglichkeit sind auch nicht üblich, sondern nur Kulanz. Und dafür müsse ich doch in die SCS fahren.

Mir ging es dann schon so schlecht, dass ich froh war schnell wieder zu Hause zu sein und mich unter 3 Decken im Bett zu vergraben. Als ich dann nochmal Fieber maß, war mir alles klar: bei 38,7 Grad Celsius kann es einem nicht gut gehen.