Der heutige Sneak Preview Film “A Good Woman” überraschte mit Stil, Geschichte und Dialogen mit einer ganz besonders feinen Art von Humor. Zwischendurch raunte ich meinem Bruder zu “das ist ja fast wie Shakespeare”, seinen typischen Liebeskömodien nicht unähnlich. Und so falsch lag ich auch nicht, war es nämlich Oscar Wilde, der das zugrundeliegende Theaterstück (“Lady Windermere’s Fan”) geschrieben hatte, wie wir dem Nachspann entnahmen. Helen Hunt als alte Verführerin ist schlicht brilliant und einige andere britische Schauspieler sind ebenso sehr gut besetzt. Ich kannte das Theaterstück nicht, daher hat mich der Film begeistert. Man bekommt große Klasse für sein Geld.
Film: A Good Woman #
Überraschende Leistungsfähigkeit #
Der Ernst des Lebens hat mich wieder, aber ich habe den ersten Arbeitstag nach meinem Sport-Urlaub gut gemeistert. Nach der Arbeit war ich wieder trainieren, erst Gewichte, dann eine halbe Stunde laufen, dann Boby-Balance (der trainer hat mich eingefangen, als ich vorbeigehen wollte. Da dachte ich mir, “etwas Stretching werde ich schon aushalten” und machte mit) und Abschließend noch Schwimmen. Heute hat mich meine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit überrascht. Na vielleicht bringt der ganze Sport doch noch was ausser einen knackigen Arsch.
Film: We Feed the World #
“We Feed the World” ist dazu geeignet, dem kritischen Konsumenten einige Denkanstöße zu liefern, die heile Welt der österreichischen Lebensmittelproduktion zu hinterfragen. So werden wird z.B. in Wien jeden Tag soviel Brot als “Retourware” vernichtet, wie ganz Graz täglich verbraucht. Ich dachte bisher immer, es wären die holländischen Tomaten, die auf Steinwolle gezogen werden, dabei kommen die meisten unserer Tomaten aus Spanien, die das selbe Massenproduktionssystem verwenden: Steinwolle als Substrat und genau dosierte Mengen an Dünger automatisch durch einen Schlauch zugeführt. Womit uns auch klar wird, warum auch die spanischen Tomaten nach nichts schmecken. Besondere Bestätigung erfuhr ich aber beim letzten Beitrag, der sich mit der Hühnermast nahe Graz befaßt. Spätestens hier könnte man auf den Gedanken kommen, dass man da nicht mehr so einfach mit-konsumieren sollte. Denn, was man kauft, das fördert man. Dieser Film ist für Menschen geeignet, die gerne hinter die Kulissen schauen.
Letzte Nacht in London #
Zu meine Absteige für diese Nacht mußte ich eine längere Strecke zu Fuß marschieren, da sie ziemlich genau zwischen 2 U-Bahn-Stationen liegt. Um den angebrochenen Tag in London auch noch etwas sinnvoll zu nutzen, bin ich dann zunächst zum bekannten Kaufhaus “Harrods” gefahren um schaute mich da ein wenig um, zu den skurilsten Ausstellungsstücken zählte ein Elektro-Hummer für Kinder um lächerliche 20.000 Pfund. Den meisten Spass hatte ich mit einer Nostalgie-Arcademaschine, auf der über 100 alte Videospiele aus meiner Jugend drauf zu spielen waren. Da spielte ich ein wenig Gradius (der Klassiker von Konami) auf dem Gerät um 1800 Pfund. Harrods ist einfach gewaltig, nicht nur von der Größe her, sondern insbesondere von den Menschenmassen, die sich da durchwälzen. Das wurde mir dann recht schnell zu viel und gleichzeitig sackte der Blutzuckerspiegel in den Keller, so dass ich schlicht die Flucht ergriff und zum Leicester Square fuhr, wo sich die bekanntesten Londoner Kinos versammelt hatten. Ich war da etwas enttäuscht, weil nur ein Film für mich interessant war, das Odeon haben sie zum offiziellen “Harry Potter” erklärt und in den anderen 3 Kinos war auch nichts Neues auf dem Programm. Zwischenzeitlich staunte ich nicht schlecht über Chinatown, wo tatsächlich dutzende chinesische und andere asiatische Restaurants in Reih und Glied nebeneinander stehen. In einem davon aß ich fürstlich zu Abend und obwohl die 2 Lachs-Sushi als Genuß-Häppchen nach den Gemüse-Nudeln ziemlich winzig waren – nouvelle cuisine – faszinierte mich immer wieder automatisch grünen Tee nachgeschenkt zu bekommen. Ein viel besserer Modus als in Österreich, wo man eine Kanne hingestellt bekommt, in der der grüne Tee jenseits aller Zubereitungsregeln ewig im Wasser schwimmt. London mag zwar eine interessante Weltstadt sein, aber auf Dauer sind mir hier zu viele Leute unterwegs, denen man aber praktisch nicht ausweichen kann, weil sich Musicals, Theater und Kino auf eine sehr kleine Fläche konzentriere. Da ist mir Wien schon lieber, wo sich alles viel besser verteilt und meiner Meinung nach das U-Bahn-System auch besser gestaltet ist. Sehr genervt hat mich immer, mit meinem 20-Kilo-Koffer durch enge Gänge in Menschenmassen treppauf treppab trotten zu müssen. Das habe ich morgen zu Mittag noch ein letztes Mal, dann fliege ich der Heimat entgegen.
Film: Lord of War #
Nicolas Cage ist der “Lord of War”, ein Waffenschieber von der schlimmen Sorte, denen es gleich ist, wer ihr Kunde ist und wer mit ihren Waffen getötet wird. In diesem Film wird diese “Profession” auf sehr interessante Weise und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors sprichwörtlich auf’s Korn genommen. Man erfährt interessante Hintergründe – auch dieser Film basiert auf tatsächlichen Vorkommnissen – und er regt durchaus zum Nachdenken an. Sehr empfehlenswert, noch nie dagewesen.
Letzter Flug #
Auch der heutige – letzte – Morgenflug war ein reines Vergnügen. Ein wenig traurig nahm ich meinen Abschied und schüttelte alle Hände. Simon, der Besitzer, bot mir an, jederzeit für mich und meine Leute ein Tunnel-Camp zu veranstalten, wenn ich möchte. Ich mache mich überhaupt keine Sorgen um den Tunnel, denn schon jetzt kommen viele Leute am Wochenende zum Fliegen, hauptsächlich als Geburtstagsgeschenk. Gutscheine für die diversenen Start-Packages vom “Kix-Start” bis hin zum “Learn-to-Fly” gehen weg wie die warmen Semmeln. Für mein nächstes Training hier, würde sich statt Stanstead der Luton Airport anbeiten, denn dieser ist von Milton Keynes nur wenige Kilometer entfernt. So hoffe ich, dass sich die Genialität dieser Einrichtung in Österreich herumspricht, denn es ist auf jeden Fall günstiger innerhalb Europas zum Tunnel zu fliegen, als nach Florida oder Singapur, wie es die Cracks bisher machen. Nocheinmal habe ich mich im Internet-Cafe hier gestärkt. Meine Hotel-Bestätigung kam per mail, ich checkte den Zugfahrplan nach London und welche U-Bahn-Station zu meinem Hotel am nächsten liegt. Schon gut, das Internet immer verfügbar zu haben, wenn man es auf Reisen braucht. So, jetzt geht’s nach London.
Spät, aber doch #
Da ich 3 Übernächtigungen im National Badmington Club bezahlt hatte blieb ich einen weiteren Tag und – wie kann es anders sein, wenn ich auf etwas “hineinkippe” – war ich auch wieder Fliegen, DREI mal an der Zahl über den ganzen Tag verteilt. Mit Hilfe eines südamerikanischen Instruktors habe ich jetzt endlich auch den Dreh beim Sitzfliegen heraussen. Bisher schafftge ich es kaum, vom Netz weg zu kommen und hüpfte in dieser sitzen Stellung verzweifelt wie ein kleines Kücken auf und hab. Das Geheimnis, auf das mich dieser Instruktor brachte war, von einer sklavisch exakten Sitzposition abzuweichen und dafür eher die Beine gegrätscht auszusträcken, während ich gleichzeitig mehr Wind im Rücken für den Auftrieb zu nützen begann. Siehe da, auf einmal kann jetzt auch im Sitzen herumschweben, drehen und “carven” (das ist seitwärs und drehen gleichzeitig). Die Rezeptionistin bezeichnete mich mehrfach als “Sky-God”, weil ich durch meine stetes Wiederkehren mittlerweile auch als offiziell flugsüchtig eingestuft werde. Ich habe als “bester Kunde” (laut Simon, dem Besitzer) auch einen Rabatt bekommen, so daß ich morgen Vormittag noch eine Morgensession zum Abschied machen werde. Und weil heute eine neue Kamera montiert wurde, habe ich von meinen letzten 20 Minuten hier im Airkix-Tunnel super-geniales Video. Stay tuned!
Film: Mrs. Henderson Presents #
Judi Dench und Bob Hoskins zeigen uns genial gespielt in “Mrs. Henderson Presents” die Geschichte einer Witwe, die sich als Hobby ein verlassenes Theater in London kauft und für Furore sorgt, indem sie als erste Nackheit in die gezeigte Unterhaltung integriert. Dies war zur Zeit des zweiten Weltkriegs ein absolutes Novum und sie durfte dies auch nur deshalb, weil die nackten Darstellerinnen absolut still halten mußten, weil das Gesetz nackte Statuen erlaubte, aber keine bewegten nackten Menschen. Die Geschichte ist interessant, hat etwas Drama und viel Witz und Dench trägt sie als “grande dame”. Interessant ist auch, dass meine Recherche zeigte, dass die im Film gezeigten Fakten zum Windwill Theatre der wahren Geschichte entsprechen und ich bei meinem Aufenthalt im Londoner Westend (rund um Piccadilli Circus) mehrmals an diesem Theater vorbeischlenderte. Somit ist dieser Film ist nicht nur allgemein sehr unterhaltsam, sondern auch zeitgeschichtlich interessant.
Tunnel Camp – Tag 2 #
Am zweiten Tag konzentrierten wir uns auf Übergänge, insbesondere lernte ich halbwegs elegant von Rücken auf Bauch und umgekehrt zu wechseln, womit ich bei den folgenden Spaßflügen viel anzufangen wußte. Am coolsten war, dass ich probieren durfte, die Hand raufzulaufen um dann mit Rückwärtssalto wieder in der Mitte zu landen. Die beiden Tage des Camps hindurch hatte leider die Videokamera einen Defekt, wodurch das Video zwar angeschaut werden kann, aber aufgrund der schlechten Qualität nicht für einen Webcast geeignet ist. Um diese Schmach etwas auszugleichen, gesellte sich beim “Nite Flite” der Besitzer des Tunnels in persona zu uns und machte ein paar nette Erinnerungsfotos. Hier sieht man mich nach dem erfolgreichen Camp quasi auf dem Rücken entspannen. Ein neues Videosystem samt neuer DVD-Brenner ist unterwegs, die nächsten Camps haben dann vermutlich auch perfektes Video. Fazit: enorme Erweiterung meines fliegerischen Bewegungsspielraums, meiner Sicherheit im Tunnel und meiner Kontrolle über meine Fluglagen. Super Tunnel-Technologie, tolle Trainer (mein Liebling “Rusty” bildet ansonsten in Orlando Instruktoren aus). Die Sachen, die es zu verbessern gilt haben wir angesprochen. Airkix in Milton Keynes ist meiner Meinung nach der beste und näheste Tunnel für uns Mitteleuropäer und wer die Gelegenheit hat, sollte dort unbedingt mal ein Tunnel Camp besuchen.
Film: In Her Shoes #
Cameron Diaz versucht sich in “In Her Shoes” mal ausnahmsweise (teilweise erfolgreich) als Charakterdarstellerin und spielt eine von zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Laufe der Geschichte erleben wir die Verwandlung der beiden Damen, bei der Shirley MacLaine als verstorben geglaubte Großmutter auch einen Beitrag leistet. Für die meisten Männer geht es wohl zu langwierig um Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen, da könnte sie für diese etwas zu sehr “zahn”. Die meisten Frauen hingegen werden genau dies aber vermutlich höchst interessant und unterhaltsam finden.