Ungünstige Wetterverhältnisse haben den für heute geplanten Beginn der Segelkunstflugausbildung auf das Wochenende verschoben. So bin ich anstelledessen die meiste Zeit im Bett verblieben und habe mir die letzten Episoden der Serie “24″ angeschaut, bevor es am Abend in den CPL-Kurs ging. Heute will ich nicht zu spät schlafen gehen, damit ich morgen für meinen ersten Arbeitstag dieses Jahres topfit bin.
Lazy Day #
Sprungbetrieb im Stadionbad #
Da ich mit Mittwoch zu arbeiten beginne wollte ich heute unbedingt noch Sonne und Wasser genießen und die Wahl fiel auf das Wiener Stadionbad. Natürlich konnte ich das Springen nicht ganz aufhören, so sprang ich fleißig vom 1- und 3-Meter Brett ins angenehme Nass. Rechtzeitig vor den ersten Regenschauern am Nachmittag hatte ich schon wieder die Kurve gekratzt. Auch der österreichische Aktienmarkt macht beinahe täglich neue Sprünge, was das Investorherz auch entsprechend höher hüpfen läßt.

Wer kommt mit ins Bad? #
Ich fange ja am Mittwoch zum Arbeiten an, deshalb mache ich noch vorher kräftig Urlaub: Nach 3 Tagen Fallschirm-Action in Folge ist heute relaxen am Wasser angesagt. Wer kommt zum Baden mit?
Sky-Gulasch #
Die Expedition “Drobniks-Sohn” brach nach Ungarn auf. Während die Familie Buschenreiter-Schödl das Vogelschutzgebiet am südlichen Ende des Neusiedlersees erkundete, experimentierte ich im freien Fall mit der Sitzfliegerei, die schön langsam anfängt recht gut zu klappen. Spontan begab es sich, dass auch Willi beim meinem 80. Hüpfer als Tandempassagier mit dabei war, dem dies natürlich immens gut gefiel (O-Ton wieder am Boden: “Ich habe jetzt SOO große Eier.” Anm.d.Red: er zeigte mit seinen Händen etwa 20 cm). Und da Willi ein halber Ungar ist, hat er sich dort auch fast zu Hause gefühlt, insbesondere dass exzellente Gulyas schien es ihm angetan zu haben.
Fliegerische Erfolge und Dämpfer #
Zum Frühstück war ich gleich bei der AustroControl für die Eintragung der Schleppberechtigung und beim Aeroclub zur Eintragung von Klasse 2 (= 2-Sitzer) und Sprechfunk für Segelflug. Somit darf ich nun auch Passagiere in 2-Sitzigen Segelflugzeuge mitnehmen. Das wird dann wirklich lustig, wenn ich die Segelkunstflugberechtigung erlange, was ich noch für diesen Sommer vorhabe. Der CPL-Kurs hingegen hat mir einen Dämpfer versetzt, denn irgendwie keimt bei mir das Gefühl, dass ich den damit Verkehrsfliegerei verbundenen Stress sowieso gar nicht haben will. Meine Mission ist es einzig besser und sicherer zu fliegen, als ich dies jetzt schon tue und die Erwerbung des CPL ist für mich hier ein Meilenstein, auch eben weil sich wenige andere Piloten diesen Stress dieser zusätzlichen Ausbildung antun. Der Knackpunkt ist nämlich, dass mir persönlich der CPL nur eine Sache bringt: ich darf dann endlich offiziell die Kosten des Fliegens auf die Passagiere abwälzen, was zwar viele Privatpiloten inoffiziell tun, aber nicht tun dürften. So trage ich mich mit der Hoffnung, dass in Zukunft alle meine Freunde viel mehr Geld haben werden, so dass sie auch in Erwägung ziehen, mit mir zu fliegen. Weil aktuell frustriert mich nämlich, dass es drei Kategorien von Bekannten hier gibt: 1) Wollen fliegen, haben aber kein Geld. 2) Hätten Geld, aber haben Angst vor dem Fliegen. 3) Haben Angst und kein Geld, das ist besonders arm. Der Endeffekt ist bei allen 3 Kategorien der gleiche: weniger Fliegerei, als mir lieb wäre, weil ich jede Minute selbst und zur Gänze berappen muss. Einen zweiten Nebengrund gibt es auch noch: mit einem CPL in der Tasche kann ich wenigstens behaupten, ich hätte das verflogene Geld in eine Berufsausbildung investiert. Anders gesagt, ich bin dann bereit, wenn die große Flieger-Chance mir begegnet, wie auch immer unwahrscheinlich dies sein mag. Aber wer weiß, was sich in den nächsten 30 Jahren tut, Berufspilot darf man bis längstens 60 sein. Aber im wirklichen Leben muss ich halt am Boden bleiben und noch einige Jahre der EDV treu bleiben. So oder so ist das Spannungsfeld zwischen EDV und Luftfahrt ein interessanter Quell für Motivation und Lebensfreude. Diese Abwechslung wirkt sicher auch der Verkalkung entgegen.
Himmelfahrten #
Schon vor 2000 Jahren hatte ein Herr namens Christus die Idee an so einem wunderschönen Tag wie heute in den Himmel zu fahren. Wir fanden “Gute Idee!!” und so fuhr ich selbst von Krems aus gleich drei mal hintereinander gen Himmel (in einem großen Flugzeug), was einzig durch Phasen des freien Falles unterbrochen wurde. Eine Offenbarung hatte ich auch, denn das Sitzfliegen, das bisher nicht so toll geklappt hatte, war heute plötzlich viel einfacher! Eine Freundin, welche ich als Abschiedsgeschenk zu ihrem ersten Tandem-Hüpfer eingeladen hatte, war bei der zweiten Ladung mit von der Partie und hat das sichtlich auch sehr genossen. Dann beeilte ich mich nach Wien zu kommen, im festen Glauben, ich hätte heute Kurs, aber so kann der Glauben täuschen! Kurs ist erst wieder morgen … eigentlich logisch, denn heute ist ja wie eingangs erwähnt ein Feiertag.
Die Socken sind angekommen #
Vor etwa 2 Monaten, kurz vor meiner Abreise aus Florida, hatte ich 2 Pakete in die Heimat geschickt, eines mit meinen Flugbüchern, das zweite mit meiner Schmutzwäsche. Heute konnte ich diese Pakete von der Post ab. Interessanterweise kam die Wäsche mit einem besseren Geruch bei mir an, als ich sie abgeschickt hatte, vermutlich ein Beitrag der guten Meeresluft des Atlantiks. Dann besuchte ich zusammen mit Dieter unseren Lieblings-Bankier und wir erledigten ein paar finanzielle Angelegenheiten. Es beunruhigte mich die Nachricht, dass eben dieser bisher unersetzliche Bankfachmann meines Vertrauens im Oktober zu einem neuen Arbeitgeber nach England wechselt. Zur Beruhigung kaufte ich mir ein paar Aktien (Microsoft, Nokia) und ging anschließend ein wenig Segelfliegen, denn das ist auch immer gut für die Nerven.
Film: “Monster-in-Law” (Das Schwieger-Monster) #
Eine wiederauferstandene Jane Fonda und prächtige Newcomerin Jennifer Lopez zeigen uns in “Monster-In-Law” (Das Schwieger-Monster), wie eine Mutter, die Angst hat ihren Sohn zu verlieren, versucht ihre neue Schwiegertochter zu vergrämen. Die alten und die neuen Stars haben sich in sehr unterhaltsamer Symbiose über die Lachmuskeln der Zuschauer hergemacht. Nicht nur für frisch Verlobte geeignet. Ich habe mich königlich amüsiert.
Spannender Luftfahrt-Tag #
Nachdem ich meiner Groß-Cousine eine Stunde “Englisch-Nachhilfe” gegeben hatte, fuhr ich zum Spitzerberg und erlebte einen Luftfahrt-Tag, der viel spannender war, als ich es erwartet hätte. Zunächst erfuhr ich, dass eines der Schleppflugzeuge hin ist, weil – aufgrund des zu starken Windes – der Pilot damit einen Nasenstand machte, der zu beidseitig verbogenen Propellerspitzen führten. Um 15 Uhr kam mein Prüfer, ein alter Bekannter, mit dem ich schon die “extreme Gefahreneinweisung” mit Loopings und Rollen gemacht hatte. Zunächst viel mir eine genähtes Kat direkt auf seiner Nasenwurzel auf, aber ich dachte mir nicht mehr, weil ich zunächst meinen Flugzeug-Schlepp-Prüfungsflug machte. Dabei schleppte ich ein Segelflugzeug in Form einer Acht, was sehr gut klappte, hatte ich es zuvor erst 4 mal probiert. Der Prüfer, wollen wir ihn “den Doktor” nennen, offenbarte uns dann die ganze unglaubliche Geschichte. Er hatte in USA ein luftakrobatigtaugliches Flugzeug erworben und flog es über den Atlantik mit Zwischenstopp in Grönland bis nach Europa. Über Grönland hatte er das erste Mal in seinem Fliegerleben Angst gehabt, weil das Wetter um vieles schlechter war, als vorhergesagt. Aber aus Termindruck ließ er sich dazu verleiten quer über die schottischen Highlands zu fliegen, statt der sicheren, eine halbe Stunde längeren, Route der Küste entlang. Diese Fehlentscheidung beschehrte ihm aber einen Bruchlandung an einem Berghang, den er aufgrund der des Nebels erst 20 Meter vor dem Aufschlag sah. Der Flieger soll wie eine Zerdrückte Cola-Dose ausgesehen haben, aber weil der sehr fest angeschnallt war, kam er mit einer Brustprellung und besagter Verletzung an der Nasenwurzel unwahrscheinlich glimpflich davon. Er konnte 6 Stunden später von den schottischen Rettungsmannschaften in Vakuummatrazze geborgen werden, die ihn zu Fuß erreichten. Selbst für den Rettungshubschrauber war das Wetter zu schlecht gewesen. Von Glück und Schutzengeln brachen wir gar nicht zu reden anfangen, denn wer es überlebt geradelinig mit 100 km/h in einen Berg zu fliegen, der feiert fortan zwei Geburtstage. Ich machte dann noch einen Banner-Schlepp. Dabei wird das Banner aufgelegt und eine große Schlaufe in Form eines Dreiecks auf 2 Stangen aufgestellt. Da muß man dann so anfliegen, dass der Enterhacken, den man an einem Seit hinterherzieht, genau in das Dreieck fliegt, so dass man das Banner erwischt und davonzieht. Ich schaffe dies beim zweiten Versuch und genoß dabei das coole Gefühl extrem niedrig über die Felder zu fliegen. Ich holte mir auch noch die nötigen Unterschriften für die Segelflieger Klasse 2, mit der ich dann auch 2-sitzige Segelflieger steuern darf. Mit dem Doktor werde ich in einem Monat die Motor-Kunstflug-Berechtigung angehen und in weiterer Folge auch die Helicopter-Berechtigung erwerben. Aber vorher hole ich mir vermutlich noch die Kunstflug-Berechtigung für Segelflugzeuge, welche einfacher und billiger ist und die ich mit dem Robert machen kann. Da kann ich dann wen im Segelflieger mitnehmen und dabei Kunstflug machen. Wird eine geile Sache. Zuguterletzt war es schon nach 18 Uhr, als ich den Spitzerberg verließ, so entschloss ich mich den CPL-Kurs zu schwänzen und stattdessen ins Kino zu gehen.
Wochenende 3 #
In der Früh ging es gleich zum Kremser Flugplatz wo ich dann das schöne Wetter fallschirmspringend nützte. Es gingen sich 3 Absetzungen für mich aus und der letzte Sprung (Nummer 73) brachte meine Summe an Freifallzeit auf über eine Stunde. Um 16 Uhr fuhr ich dann nach Wien, wo ich eben Star Wars Karten für ein Gruppen von 5 Leuten organisiert hatte.