Heute war ich zum zweiten Mal bei meiner neuen Kosmetikerin, welche im Jänner gleich neben meiner Wohnung aufgesperrt hat. Diesmal für eine Gesichtsbehandlung. Sie hat mich Pickel-drückend gefoltert und wollte mich zwingen zuzugeben, dass Dermajetics nicht so natürlich ist, wie Neutrogena, was sie verkauft. Als ich trotz großer Schmerzen nicht wankte, versuchte sie es über die Schiene, ich könne ihre Produkte ja probieren, wenn meine aus sind. Aber ich blieb standhaft und versagte mich einer Diskussion, da ich ja zum Entspannen und zur Verschönerung gekommen war. Dann war ich wieder mal in Wiener Neustadt, wo ich zwei verschiedene Flugzeugtypen mit Lehrer auffrischte, weil man alle 3 Monate zumindest einmal damit geflogen sein muß, damit man sie ausborgen kann. Ich war ja 3 Monate weg, somit musste ich das machen. Fliegen in Österreich fühlt sich so ungewohnt nach Routine an. Zu Hause habe ich etwas Internet gesurft und dabei entdeckt, dass in WIEN ein Windkanal im entstehen ist. Dieser wird sogar billiger als der in Orlando sein!!! Ich habe sofort meinen Lebenslauf und einige Fragen hingeschickt. Vielleicht kann ich die infiltrieren und dann günstig (oder als Coach gratis) dort fliegen. Das wäre der Hammer schlechthin. Vor allem muss ich ja in Wien bleiben, weil ich das nächste halbe Jahr den Berufspilotenscheinkurs mache, der morgen beginnt. Ich habe mir sagen lassen, dass der österreichische CPL viel leichter ist, als der amerikanische. Na super, meine Zukunft wird immer einfacher!
Kosmetikerin, Fliegen und vertikale Windkanäle #
Job Announce #
Heute beim AMS habe ich auf der Wiederanmeldung eine Job-Announce für mich selbst formuliert, auf die war ich so stolz, dass ich sie hier festhalten möchte: “EDV-Allrounder, Ingenieur für EDV und Organisation, 4 Jahre Telekom Billing Erfahrung, Entwicklung von Tools und Intranet für Unternehmen (C++, .NET) mit Pilotenschein sucht neue Herausforderung im europäischen Rahmen. Englisch auf Verhandlungs-Level, Organisationstalent, uneingeschränkt reisebereit mit eigenem PKW, vielfältige Vorerfahrungen im Bereich Finanzen, Immobilien, Luftfahrt, Sport und Weiterbildung sind vorhanden. Ab sofort.” Was mir besonders gefallen hat, auch wenn man über die journalistische Qualität uneins sein kann, ist dass ich mich da nicht sonderlich angestrengt habe, mir aber trotzdem spontan genug zum Schreiben einfiel um alle Linien auf dem Formular auszufüllen. Möglicherweise ist diese Kreativität einer der Effekte, die man hat, wenn man regelmäßig Tagebuch schreibt.
So ein Salat #
In der Früh habe ich mich gleich beim AMS zurückgemeldet um zu erfahren, dass ich noch 17 Tage Arbeitslosenunterstützung bekomme und es im Anschluss daran Notstandshilfe heißt. Zuvor hatte ich bereits kurz nach Mitternacht 3 Bewerbungen an einschlägige Firmen aus der Telekommunikationsbranche versandt, nachdem ich Auslandaufenthalt und neuen Lizenzen zu meinem Lebenslauf hinzugefügt hatte. Am Vormittag konnte ich einen CPL (Berufspilotenschein) Theoriekurs in Wien in Erfahrung bringen, der glücklicherweise schon diesen Freitag abends anfängt. Damit und etwas praktischen Übungen sollte ich in der Lage sein zu meinem Geburtstag in der Jahresmitte bereits den österreichischen CPL+IFR zu erlangen. Dann in Erdberg neue Jahreskarte gekauft, überschüssiges Geld auf der Bank entsorgt, Maniküre und Zutaten für meinen Tomaten-Oliven-Mozarella-Spezial-Salat gekauft und denselben zubereitet. Oliver’s Spezial Salat (nach einer Idee von Jamie Oliver, modifiziert für den Eigengebrauch) Zutaten für 2 Personen 1 Glas schwarze Kalamata-Oliven mit Kern 20 reife Kirschtomaten 2 Mozarella Was Grünes (am Besten frischen Oregano, ich habe hier aber frische Kresse verwendet) Olivenöl Salz Etwas frischen Pfeffer Oliven entkernen. Mozarella in mundgroße Stücke schneiden. Tomaten in der Hand soweit drücken, dass die aufspringen. Alle Zutaten in einer Salatschüssel vermengen mit Öl, Salz, Pfeffer und auf Wunsch Essig abschmecken. Aber Achtung: der fein-säuerliche Saft der Tomaten vermengt sich mit dem Salz der Oliven und dadurch erzeugt der Salat sein eigenes Dressing. Dies kann sich aber nur entfalten, wenn der Salat etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten darf.

Film: Aquatic Life #
“Aquatic Life” bringt uns Bill Murray als Jacques Custeau Verschnitt, in einer Komödie, die mehr wie ein Theaterstück anmutet, denn wie ein Film. Es kommen zwar Unterwasserszenen vor, aber wie einem Theaterstück baut die Handlung hauptsächlich auf genial gespielten Dialog auf. Ja, es gibt auch etwas Action und Drama, aber “Aquatic Life” ist so erfrischend anders, dass ich ihn als intelligente Alternative durchaus empfehlen kann, wenn man sich von diversen langatmigen Sequenzen nicht irritieren läßt.
Endlich Daheim #
Honey, I’m home! Ziemlich übernachtig wurde ich von Willi und Dieter abgeholt und dann habe ich gleich meine Videos zum Besten gegeben, auf denen man mich im Tunnel und in echt fallen sieht. Ein interessantes Gefühl nach Hause in eine Luxuswohnung zu kommen. Man hat noch alle Handgriffe parat und weiß, wo was ist. So habe ich mir eine Kanne g’scheiten Tee gemacht und vertreibe mir noch ein wenig die Zeit bis am Abend, weil ich zwecks Bekämpfung von Jetlag erst schlafen gehen will, wenn es dunkel ist.
Guten Morgen Europa! #
Im Morgengrauen setzte unser British Airways Flieger hart aber bestimmt auf einer nebelige Piste in London Heathrow. Jetzt sitze ich im Terminal 4 mit drahtlosem Internet und grüße ein aufwachendes Europa, denn dieses hat mich jetzt wieder.

Venice – Letzter Abend #
Am Vormittag habe ich 2 Pakete für mich selbst auf die Post gebracht hatte. Eines mit meinen Büchern, eines mit meiner Schmutzwäsche. Für zweiteres haben wir überlegt einen Aufkleber “Biohazard” anzubringen um Zollbeamten davon abzuhalten, an meinen schmutzigen Socken zu schnüffeln. Den Nachmittag nützte ich um noch um etwas Sonne auf Vorrat zu tanken und das Meer hatte auch eine ganz angenehme Temperatur. Bei einem schönen Sonnenuntergang sagte ich Venice Beach “auf Wiedersehen”.

Aufräumarbeiten #
An meinem letzten Wochentag in Venice habe ich noch einiges an Aufräumarbeiten zu erledigen. Zuerst habe ich mich um mein Mietauto von Hertz gekümmert, damit ich überhaupt am Sonntag nach Miami komme. Dann meine offenen Schulden bei FFTC beglichen. Glücklicherweise habe ich 2 Kreditkarten, weil die Mastercard hat zwar Hertz noch akzeptiert, aber FFTC bereits abgelehnt, weil der Rahmen ausgeschöpft ist. Dann habe die vier letzten Pakete für Christian auf die Post gebracht und exzellent in so einem 60er-Stil Diner gespeist. Dann habe ich die Kaffee-Maschine, die hier übriggeblieben ist, den Leuten von der Flugzeugwerkstatt geschenkt, was ihnen die Sprache verschlug. Jetzt schaue ich noch, welche Sachen ich wie nach Österreich bringe. Manche im Koffer, manche im Handgepäck, manche per Paket und U.S. Postal Service. Wir haben jetzt 84% Luftfeuchtigkeit und das wird mich langsam auch schon zu viel, weil da einem das Gewand auf der Haut klebt. Ich freue mich auch wieder darauf, Europäische Mädel zu sehen, weil was man hier in Florida geboten bekommt ist schon wirklich unter aller Kritik. Vor ein paar Tagen ist auch meine Abonnement von match.com abgelaufen, ohne dass sich nennenswerte US-Kontakte (abgesehen von Loren) ergeben hätten. Witzig ist zum Schluss ist auch, dass der Vizepräsident von VASI (dem Venice Flughafenfreunde-Verein) auf mein Mail geantwortet hat, in dem ich vorschlage, Segelflug und Skydiving auf dem Platz zu bringen. VASI ist auf der Suche nach neuen Einkommensquellen um Venice Airport verbessern zu können und ich habe denen geschrieben, dass ich da einige Ideen hätte. Bisher hat Venice ja Skydiving abgelehnt, weil sie dieses “junge G’sindl” nicht haben wollten. Aber ich glaube, dass Skydiving in Venice genial wäre und die Leute, die ich dadurch bisher kennengelernt habe sind alle sehr angenehme Zeitgenossen. Am Sonntag treffe ich vermutlich den Vize-Präsidenten von VASI zum Frühstück.
Mein erster Sprung von einem Helicopter #
Heute habe ich mir eine Cessna geschnappt und bin mal eben nach Zephyrhills geflogen, in der Hoffnung ein wenig zum Springen zu kommen, weil Sonnenschein vorhergesagt worden war. Daraus wurde leider (nahezu) nichts, aber als Alternativprogramm habe ich meinen Sprung-Instruktor Igor auf einen kurzen Rundflug mitgenommen und wir haben geschaut, wie hoch die Wolken sind. Dann hat sich noch eine geile Möglichkeit ergeben, die ich mir nicht entgehen ließ: aus einem Helicopter zu springen. So sind wir mit aus der Kabine baumelnden Füßen auf 2500 Fuss (750 Meter) aufgestiegen, was für uns das absolute Ausstiegsminimum darstellte, weil man da kaum Raum für Probleme hat. So habe ich mich auf die Kuve gestellt und mit der rechten Hand bereits auf dem Auslöseknödel runterfallen lassen. Eine Sekunde später habe ich schon ausgelöst und bin bei 2000 Fuß unter einem guten Viereck gehangen, was mich aufatmen ließ. Das Tolle an Sprüngen aus Helis und von Ballonen ist ja, dass man praktisch aus stiller Luft abspringt, im Gegensatz zur Geschwindigkeit der Luft um ein fliegendes Flugzeug herum. Coole Sache, in Klatovy (CZ) haben sie einen Ballon, davon aus werde ich sicher auch ein paar Sprünge machen.
Text zum vorherigen Bild #
Ich habe vor meiner Abreise Tony Hathaway zum Filmen und Fotografieren auf zwei Sprünge mitgenommen. Dies ist das beste Foto von mir, welches er mir freundlicherweise gestattet hat, in mein Weblog zu tun. Diese Fotografen in der Skydiving-Szene sind da sehr heikel, da sie befürchten, Fotos von sich in diversen Magazinen zu finden, ohne dass sie daran verdienen. Tony hat sich von allen verfügbaren Fotografen als der Beste herausgestellt und wie ich später erfahren habe, ist er in der Skydiving-Szene weltbekannt, gleichsam eine Berühmtheit. Und übrigens ist er mit Sally verheiratet, die mit ihrem Team Synchronicity seit mehreren Jahren die 4-er-Damen-Formations-Weltmeisterin ist. Dieselbe Sally, mit der ich im Windtunnel trainieren war. So habe ich in Zephyrhills Kontakt mit Berühmtheiten gehabt, ohne es anfangs zu wissen.