Hochzeitsfotos #

1. July 2009 08:34

Nach dem unser argusäugiger Medienbeirat (besetzt durch meine Frau) die Freigabe von Hochzeitsfotos ein Monat lang verzögert hatte, gelang uns nun schlussendlich eine Einigung, nach dem ich damit gedroht hatte zu schmollen, wenn ich überhaupt keines der vielen schönen Fotos herzeigen darf.

Der schlußendliche Anlaß war, dass wur nun endlich die Dankkarten fertiggestellt und versandt haben. So konnte ich auch den ursprünglichen Artikel endlich publizieren in dem ich unsere Dankbarkeit über die Hochzeitsgeschenke zum Ausdruck bringen wollte.

Hier nun eine Auswahl der allerbesten Britta-bewilligten Fotografien, übrigens hergestellt vom befreundeten David Tanzer, der damit bewiesen hat, ein “gutes Auge” zu haben. Oder ist es, dass wir einfach fotogene Leute sind, die Britta und ich? :-)

Beste Laune schon vor der Zeremonie. Zeigt her Euere Füße: Aha, auch die Schuhe aus Gold. Vom Haus der Brauteltern aus wurden wir zum Standesamt im Schloss St. Peter/Au chauffiert.

vorher

“Ja!” Nicht, dass das Publikum das nicht erwartet hätte, aber die freudige Betonung ließ ein amüsiertes Raunen durch den Saal wandern.

ja

“Sie dürfen die Braut jetzt küssen.” Na mach ich doch glatt. Einmal. Zweimal. Noch ein paar Fotos? Dreimal. Mein Vater fröhlich wie ein frisch lackiertes Hutschpferd.

zwischen

Draussen vor der Tür strahlender Sonnenschein, wir strahlen zurück.

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“Spatzl, Du weisst schon dos I di liab hob.”, “Drops, Du bist der fescheste Mann auf der Welt”. Manchmal braucht man die kitschigsten Sätze nicht aussprechen.

Ohne Worte

“Ich küsse die Hand Madame, meine Prinzessin, meine Königin, meine …”
“Geht schon, geht schon. Das machst Du doch nur, wenn jemand zuschaut, oder?”
“Nein, Lebenslang! Zu jeder Gelegenheit! Und wenn die Hände nicht frei sind, dann die Füße!”

Handkuss

Das schönste Foto aber zum Schluss. Wenn unsere Love Story verfilmt werden würde, wäre das das Poster. Spätestens hier wird der werte Leser feststellen, dass meine Frau über jeden Zweifel erhaben ist.

Unter der Brücke

Pünktlich nach der Foto-Session im Schlosspark zogen die Wolken zu und sorgten dafür, dass es beim feudalen Hochzeitsmahl in Steyr nicht zu heiss war.

Wir danken allen Menschen, die uns Nettes gewünscht und Spenden für unseren Hochzeitsfonds zukommen ließen.

Transformers 2 #

26. June 2009 07:54

Der erste Transformers-Film von Michael Bay war nett, aber mir war die Handlung viel zu hecktisch und zu schnell als das ich mich an den computergenerierten Details hätte erfreuen können. Dieser Fehler wurde beim zweiten Aufguß in Form von von Transformers 2 kaum mehr gemacht.

Wieder einmal zeigt Michael Bay mit Stephen Spielberg im Rücken, was aus der heutigen Computergrafik rauszuholen ist. Auf einer noch wesentlich größeren Skala, mit noch mehr beweglichen Einzelteilen, vor noch mehr Hintergründen. Und statt der zuvor gesehenen optischen Verhudelung sehen wir teilweise in Zeitlupe fantastische Aufnahmen wie die Transformers gegen die Decepticons kämpfen. Ich hatte ein wesentlich größeres Gefühl von optischer Genugtuung, weil ich nicht ständig optisch unsharp überfordert wurde.

Im Kern knüpft die Store am ersten Teil an, wieder ist Shia LaBeouf der Hauptdarsteller. Nun soll er am College anfangen, wo es offenbar an sexy Weibsvolk nur so wimmelt. Als feuchter Traum vieler Jugendlichen wurde auch noch Megan Fox eingebaut, aber die Glubschaugen kann einem die Freundin schnell verzeihen, weil man feststellen wird, dass sie auch nur ein Roboter ist. Da ist Perfektion leicht.

Des weiteren kommen auch einige neue gut geskriptete und auch ganz gut gespielte facettenreiche Neben-Charaktere vor, die dem Film eine schöne Substanz und durchwegs interessante Handlung verpassen. Da fällt die Überlänge von 150 Minuten nicht weiter ins Gewicht. Alles in allem hat Michael Bay das Franchise gut weitergeführt, die Transformation auf die große Bühne (auch in IMAX Kinos zu sehen) hat dem Film nicht geschadet.

Trotz aller Elemente, die klar auf das jugendliche männliche Publikum abziehen, fühlte ich mich dennoch nicht fehl am Platz sondern prächtig unterhalten.

Die Welt in 20 Jahren #

17. June 2009 17:50

Der Standard veranstaltet einen Wettbewerb “Wie wird Technologie ihr Leben in 20 Jahren verändert haben”. Einsendeschluss ist der 20. Juli, zu gewinnen gibt es 3 Netbooks.

Ich nahm dies zum Anlass eine Zukunftsvision zu formulieren, die ich schon länger in mir trage. Jetzt darf sie endlich raus …

Nanopartikel

2015

Wissenschaftler in den USA präsentieren ein Konzept von Lackfarbe auf Basis von Nanopartikeln, bei der sich durch Kristallisierung beim Trocken elektrisch leitfähige Strukturen formieren. Ein Patent wird eingebracht, dann hört man nichts mehr darüber.

2018

Asiatische Wissenschafter entwickeln eine Nano-Technologie, die Elektronen-Energie genauso wie aus 4-Zuständen bestehende digitale Information in Nano-Partikeln speichern kann. Wieder werden chemische Substanzen so kombiniert, dass die Nanopartikel von selbst beim kristallisierenden Trockenen entstehen.

2020

Europäische Wissenschafter melden den Durchbruch, dass sie nun Nanopartikel erzeugen können, die bei Einwirkung von Sonnenenergie und kinetischer Energie Elektronen pumpen können.

2021

Ein findiger Kopf bringt alle drei Technologien zusammen und beginnt mit der Produktion von verschiedenen polimerisierten Nano-Farben: Flüssige Solarzellen, flüssige Flächenakkus und Farbe, die bei kinetischer Belastung Strom erzeugt.

2023

Erste größere Versuche finden statt, bei denen Häuser in mehreren Schichten mit den vorgestellten Nano-Funktions-Farben versehen werden. Eine spezielle Schaltung mit einem Elektroden-Abgreifraster führt die vielen parallelen Mikroenergien erstmals zu brauchbaren Spannungen und Leistungen zusammen. Die Sonne und die Bewegungen der Bewohner laden die “Batterie-Farbe” auf, welche dann gezielt genützt werden kann. Das ganze Haus ist nun ein Stromfabrik und Akku. Leider ist der Energieverbrauch eines herkömmlichen Haushaltes noch zu hoch, als dass er gänzlich auf diese Weise gedeckt werden könnte. Man hört viele Stimmen die sagen, dass es zwar eine witzige Erfindung ist, aber wahrscheinlich nie ausreichen wird um das Energieproblem zu lösen.

2027

Durch die technologische Weiterentwicklung ist der Energiebedarf für Elektronik, Heizung und Licht mittlerweile soweit gefallen, dass die die überwiegende Menge von neu gebauten Häusern standardmäßig die Energie rein aus dieser Technologie beziehen. Die Kritiker sind verstummt, als eine Nanofarbe auch Licht erzeugen kann und es somit ausreicht Wände damit zu bestreichen um eine ein- und ausschaltbare Beleuchtung zu erhalten. Gleichzeitig können auch einzelne Zellen (”Punkte”) farblich verändert werden, so dass eine ganze Wand zu einem Bildschirm umfunktioniert werden kann. Der große Vorteil aber: all das braucht nur mehr einen Bruchteil der früheren Energie.

2028

Weitere komplexe Nano-Anwendungen werden in die Technologie integriert: Kälteerzeugung und Kühlung. Erzeugung von Hitze. Kristalline Datennetze.

2029

90% der Haushalte haben keinen Vertrag mit Energielieferanten mehr, weil sie komplett Energie-autark sind. Strom oder Gas über Leitungen ins Haus geliefert zu bekommen wurde zu einem Phänomen “für die Armen”. Erste Haushalte verzichten nun auch auf ein Zusatz-Energie-Aggregat auf Brennstoffzellenbasis, dass in den fünf Jahren zuvor “zur Sicherheit” noch im Keller stehen hatten.

Film: Terminator Salvation #

4. June 2009 23:00

Nachdem der dritte Teil der Terminator-Serie eher ein lauwarmer Teenie-Film war, hatten wir große Hoffnungen, endlich mal den berühmten Kampf gegen Skynet in der Zukunft zu sehen. Und wir wurden auch nicht enttäuscht. Terminator Salvation nimmt uns nun endlich mit in diese Endzeit-Zukunft nachdem der

John Conner ist jetzt erwachsen, verheiratet, seine Frau hat einen Babybauch und wird verkörpert von Christian Bale. Eine ganz passable Wahl, er macht seinen Job als auserwählter Rebellenführer ganz gut. Die Story ist etwas konstruiert, gigantische Action-Szenen werden durch gelegentliche Kitsch-Szenen zusammengehalten. Ein zum Tode Verurteilter (Sam Worthington) wacht 20 Jahre nach seiner Hinrichtung auf und stellt eher zufällig fest, dass er mitlerweile zur Hälfte eine Maschine ist. Aber er ist auf der Seite der Guten und spielt damit Bale relativ an die Wand. Er ist auch der eigentliche Held des Filmes.

Die paar eingestreuten romantischen Szenen wirken etwas lächerlich, ich habe auch nichts gegen attraktive Kampfpilotinnen. Frauen können sicher auch ganz gut gegen Skynet kämpfen. Nur wenn denen beim Abnehmen des Helms die glänzenden glatten Haare herausfliessen wie in einer schlechten Schampoowerbung, dann hört sich der Spass etwas auf. Ist so etwas wirklich nötig?

Alles in allem ist Terminator Salvation aber ein würdiger Kandidat für die Terminator-Trilogie, den einen peinlichen Teil vergessen wir mal einfach.

Kundeninformation #

4. June 2009 22:24

Neulich in der U-Bahn sah ich diese Tafel.

Rolltreppe

Wir erfahren, dass die Rolltreppe seit “zig” Jahren “etliche” Betriebsstunden gesammt hat und nach “undendlich” vielen Kilometern endlich serviciert werden muss.

Wer hätte gedacht, dass es wirklich soviel ist. Da fühle ich mich fast schlecht, dass ich Rolltreppen in der U-Bahn immer mit Füßen trete.

Wetterquartett #

3. June 2009 06:33

Nachdem wir gestern vom kurzen Flittern in Bad Blumau zurückgekehrt waren, konnten wir uns endlich auch den Hochzeitsgeschenken widmen. Die hatten wir bisher absichtlich ausgespart, weil wir uns den vielen kleinen und großen Paketen so streßfrei wie möglich widmen wollten.

Hochzeitsquartett

Die Hochzeitsliste war naturgemäß von Eßgeschirr dominiert, meine Frau hatte geschmacklich treffsicher und zeitlos die Serie “Wonderful World” ausgesucht und zur Sicherheit jeweils 4 Stück aus 4 Farben bestellt. Welche wir dann auch bis auf wenige Ausnahmen komplett bekamen.

Ich kam mir vor wie beim Quartett-Sammeln, als wir nach und nach die verschiedenen Teile vom Verpackungsmaterial befreiten, während einer immer die dazugehörigen Karten sichtete und vorlas. Ich gab vor “2 rote Kaffeetassen”, Britta konterte “4 gelbe Suppenteller! Quartett komplett!” In Sachen Porzellan hat sie zweifellos die Nase vorn.

Hochzeitslisten-Panorama

Am Ende hörte Britta von mir: “Schatz, ich glaube, jetzt haben wir genug Geschirr!” Und dann baute ich die Geschenke auf unserem Esstisch auf und machte 8 Fotos mit dem iPhone, die ich dann mit Photoshop zu obigem Panorama zusammen fügte.

Das bisherige Teller- und Tassenzeugs wird gestiftet, weil “Wonderful World” viel besser mit unserem neuen Alltag als Ehepaar harmoniert. Obendrein freuen wir uns so täglich über die Großzügigkeit der Gratulanten.

Es gab auch ein paar Ausreißer, über die wir uns aber nicht weniger freuten. Eine tolle Getreidemühle wird ab nun für mehr selbstgebackenes Brot sorgen, Hand- und Badetücher von Grüne Erde füllten auch eine schmerzliche Lücke, elegante Wasserpokale helfen gegen den Durst und dass die tolle Hochzeitskerze einen Ehrenplatz bekommt steht auch ausser Frage.

Wetterglück

Wir hatte ja unglaubliches Glück mit dem Wetter. Die ganze Woche lang wiesen die Zeichen auf eine verregnete Hochzeit, aber am 29. Mai selbst war das Wetter perfekt. Zumindest bis nach der Zeremonie und den anschließenden Fotos im Schloßpark. Just als wir uns ins Auto setzten begann der Regen. Bekanntlich bedeutet Regen am Hochzeitstag, dass wir im Endeffekt mit Reichtum überschüttet werden. Ob das Kinder-Reichtum oder Geld-Reichtum sein wird, da sind sich die Brauchtumsquellen uneins.

Beim “Wirten am Eck” in Steyr störte uns das wechselhafte Wetter auch nicht weiter, es war gerade kühl genug, dass die Tische drinnen gedeckt waren und wir unser geschönes Gewand anlassen konnten. Das kaschierte perfekt meine Rundungen. So konnte ich auch mit kindlicher Freude die Innenseiten meines Sakkos herzeigen. Rechts: Cerutti, Links: Drobnik, Britta & Oliver, 29. Mai 2009. Das ist da zu lesen, geschickt in das champagnerfarbene Innenfutter gestickt.

Wir haben noch mehrere Gigabytes an Foto- und Filmmaterial zu sichten, aber ich konnte ein Foto an den Medien-skeptischen Augen meiner Frau vorbeischmuggeln. Ich glaube, dass das nett anzusehen ist und ich keine einstweilige Verfügung zu erwarten habe.

Hochzeitpaar unter Bogen

Alles Maßanfertigung: Braut, Bräutigam und das Gewand auch. :-)

Honeymoon #

31. May 2009 07:35

Familie Drobnik ist für einige Flitter-Tage in Bad Blumau.

Vielen Dank für all die Glückwünsche! Ich bin mir sicher, dass Britta davon den überwiegenden Anteil verdient hat, weil sie es geschafft hat für mich wichtiger als alle meine Apple Kisteln zu werden. (Zumindest lange genug für die Hochzeit *G*)

Wir sehen uns nächste Woche.

Schickliche Hochzeit #

27. May 2009 07:48

Im jüngsten Werk “vom Elmayer” finden sich wieder allerlei Informationen zum wichtigsten Tag im Leben. Obendrein findet sich auch im Internet eine Fülle von schönen Traditionen, aus denen man sich zum eigenen Freudenfest das Beste aussuchen kann.

Elmayer sorgt für Schicklichkeit

Die Einladungskarten für die Hochezeit sollen einen Monat vor dem Termin verteilt werden, nachdem man den Termin mündlich bei den Gästen avisiert hat.

Die Hochzeitsliste wird von der Brautmutter verwaltet. Meine Idee, mein PayPal Konto oliver@drobnik.com auch für Hochzeitsgeschenke zu öffnen ist so neu, dass sie dem Elmayer noch nicht bekannt ist. 

Nur eine sehr junge bzw. jungfräuliche Braut heiratet in weiss. Für ältere bzw. wiederverheiratete Bräute geziemt sich cremefarbene Kleidung. Aber schlicht muss sie sein und nicht zu aufreizend. Ein weisser Minirock wie wir ihn manchmal bei mehrfach wiederverheirateten Stars sehen ist doppelt unschicklich.

Der Bräutigam trägt einen einfachen schwarzen Anzug. Besonders wichtiges Accessoire ist im Knopfloch eine Myrte. Ich in Panik: “Myrte, was ist das und wo soll ich so was herbekommen?” Britta rettet den Tag: “Ich habe schon zwei bestellt”. Achtung: nicht mit Myrre verwechseln, den das ist ein Räucherharz und das macht sich nicht so gut im Knopfloch.

Ganz wichtig: Die Braut-Myrte im Knopfloch des Herren

Schöne Hochzeitsbräuche

Da die diversen Webseiten offenbar fleissig voneinander abschreiben, kann ich für die folgende Liste keine Quellenangabe machen. Das wäre obendrein zu viel Beschäftigung mit der Vergangenheit, alle Bräuche haben aber den Zweck dem Brautpaar eine glückliche Zukunft zu bescheren.

Schuhe

Wenn die Braut Ihre Hochzeitsschuhe mit gesammelten Cents bezahlt, demonstriert sie damit ihre Sparsamkeit. Ausserdem sollen die Cents Glück bringen. Und wenn die Braut ihre Schuhe selbst kauft, läuft sie ihrem Bräutigam nicht weg.

Auch heute noch Brauch: Ein Cent im Brautschuh sorgt dafür, dass das Geld in der Ehe nicht ausgeht.

Kleidung

Am Hochzeitstag trägt die Braut – gemäss einer angelsächsischen Tradition (”Something old, something new, something borrowed, something blue”) vier ganz spezielle Dinge: etwas Altes – vielleicht ein Schmuckstück der Grossmutter oder Mutter, um die Familientradition weiterzuführen; etwas Neues – als Zeichen für Optimismus, z.B. das Brautkleid; etwas Geliehenes – von einem glücklichen Menschen, kann ein Taschentuch sein; etwas Blaues – als Assoziation mit der Jungfrau Maria, meist ein Strumpfband.

Schwelle

Der Bräutigam trägt die Braut über die Schwelle des gemeinsamen Heims. Dadurch sollen die bösen Geister überlistet werden, die unter der Schwelle lauern und das Haus bewachen.

Regen

Wenn es regnet am Altar, bringt das Segen für viele Jahr.

Hochzeitstorte

Das Anschneiden der Hochzeitstorte ist eine der ältesten Traditionen rund um die Hochzeit. Man geht davon aus, dass die heutige Hochzeitstorte direkt von einer Art Kuchen abstammt, der bei den Römern einen wichtigen Bestandteil der Hochzeitszeremonie bildete. Confarreatio hiess die Trauzeremonie, wörtlich übersetzt: gemeinsames Kuchenessen. In England begann man schon vor vielen Jahrhunderten, für jede Hochzeit viele Torten zu backen. Die Torten wurden gestapelt, so dass sich ein hoher Turm bildete. Das Brautpaar musste nun versuchen, sich über diesen Turm hinweg zu küssen. Wichtig war dabei, dass sie den Kuchenstapel nicht umstiessen – das wäre dem Kindersegen abträglich gewesen.

Kompromisslos chrlich #

27. May 2009 00:16

Derzeit zanken ja die Volksanwälte mit dem Politiker Ewald Stadler, welcher einerseits für das EU-Parlament kandidiert, sich andererseits aber sehr gerne mit dem Titel “Volksanwalt” schmückt. Steht diese Bezeichnung im menschlichen Hirn gleich neben “Robin Hood” und “Rächer der Gerechten”.

Die anderen Volksanwälte, die pflichtgetreu ihrer Aufgabe nachgehen und gegen öffentliche Mißstände kämpfe, stößt es auf, dass der Herr Stadler hier versucht mit seinem Titel bei einer politischen Wahl noch zusätzlich zu punkten.

Aller Zankerei zum Trotz stieß ich beim Spaziergehen und sein aktuelles Plakat. Ich sehe Schreib-Fehler sofort und daher zog mich auch dieses Plakat magisch an, bis ich das Hoppala entdeckte …

Kompromisslos Chrlich

Ich habe an diesem Bild nichts gedocktert, das ist tatsächlich so zu sehen gewesen. Aber bitte garschön, was ist “chrlich”? Etwa christlich? grauslich? chr-lich? Das klingt ja fast als müsse sich Herr Stadler ohne Kompromisse ständig räuspern. Muss er vermutlich auch ob dieser Anschuldigungen des Titelmißbrauchs.

Jetzt wollen wir den Plakat-Pickern keine böse Absicht unterstellen, aber ist es wirklich Zufall, dass sie die untere Halbhälfte des Plakates gerade so aufgeklebt haben, dass das wichtigste Wort im Satze, nämlich “ehrlich” derart verhunzt wird.

Ich wittere eine tolle zusätzliche Einkommensquelle für die Plakatwirtschaft: kreativ falsch angelegte Poster-Teile zur Verunstaltung der Botschaft politischer Gegner.

Den Dingen ihren Lauf lassen #

26. May 2009 06:51

In den Tagen vor unserer Hochzeit geht ich öfters mal in mich und überlege mir, ob und was sich ändert, wenn es dann eine Frau Drobnik gibt. Und da komme ich eigentlich zum Schluss, dass sich für mich eigentlich gar nichts ändert, vom Junggesellendasein habe ich mich eigentlich schon vor 2 Jahren verabschiedet. Meine Sturm und Drang-Phasen, in denen ich sogar soweit ging, 7000 Euro für einen Aufrißkurs samt Seminar in Los Angeles zu bezahlen war schon lange vorüber. Meine Probleme mit mir selbst konnten auch das liebe Geld nicht lösen.

Mein Junggesellenabschied war schon vor langer Zeit, deswegen gibt es keine Junggesellenabschiedsfeier mit Sauferei und Stripperinnen. Ich habe vor meiner Hochzeit nicht getrunken, nachher werde ich es auch nicht tun. Wovon soll ich mich also verabschieden? 

Die einzige Angst, die ich jetzt habe ist, dass ich mit meiner iPhone-Programmiererei zu plötzlichem Weltruhm und Reichtum gelange und mir dann ständig weibliche Groupies an die Wäsche wollen. Aber ich fürchte den Erfolg nicht deswegen, weil ich dann nicht mehr “kann”, sondern weil ich all jene Mädels bedauere, die ihre Chance in den vergangenen 20 Jahren verpaßt haben. Denn leider gibt es mich nur einmal. Da kann die Britta gerne allen anderen Frauen die lange Nase zeigen.

Ich habe in diesem Jahr beschlossen kein Geld in die Fliegerei oder Fallschirmspringerei fliessen zu lassen, auch wenn das bedeutet, dass mein Pilotenschein nun ruht. Angesichts meiner persönlichen Finanzkrise wäre das verantwortungslos und ich könnte es gar nicht recht geniessen. Seit etwa einem Jahr habe ich ein anderes Ziel vor Augen: Ich möchte mit Britta zusammen schuldenfrei sein. Da würde obengenannter Ruhm schon etwas helfen, wenn sich damit auch finanzielle Sturzbäche in unsere Kassen gießen würden.

Katzenminze

Die Britta mahnt mich immer wieder zu sofortiger Zufriedenheit mit unserer aktuellen Situation. Da wird mir dann immer klar, wieviel gescheiter sie ist. Ich tendiere doch zu sehr zum grübeln. Etwas lernen könnte ich von unserer Katze “Murmel”. Die braucht nur etwas Katzenminze um in Extase zu verfallen.

Dann nehme ich mich wieder einmal selbst an der Stupsnase und gebe mir einen Ruck. Ich habe bittesehr das ideale Leben. Aber ich habe mir in der Vergangenheit angelernt, immer Angst zu haben, dass ich nicht gut genug bin. Dass mir irgendjemand sagt, “Oliver, wir brauchen Dich nicht mehr.” Und tatsächlich, diese oder ähnliche Worte begleiteten meinen Rausflug aus ONE, Mobilkom, Raiffeisen, Do&Co und Altova. Bei den letzten beiden Arbeitgebern sogar in weniger als einer Woche. Das schmerzte gerade dort, wo es einem als junger Arbeitnehmer am meisten weh tut: in der Geldbörse. Diese führte leider dazu, dass ich organisch einen zweiten Nervenstrang ausbildete, der in mein Börsel führt und bei dem ich so ein Ziehen verspüre, wenn das Geld mal aktuell recht knapp ist. Ein Wort: Existenzangst. Irrational und undzutreffend, aber Teil meiner Vorgeschichte.

Britta betont immer, dass mich mich auch liebt, wenn ich arm bin. Das war sicher auch einer der Grüne, weshalb ich überhaupt keine Zweifel daran hegte, dass wir die Richtigen füreinander sind. So hat die Finanzkrise auch etwas Gutes: vor einem Jahr war ich noch ein ziemlicher Großkotz. Aber der Absturz unter Saldo 0 war indirekt die beste Vorbereitung für ein wesentlich zufriedeneres Leben.

Erste Ausfahrt 2009

Vor 5 Tagen habe ich dann mein Motorrad ausgemottet und ging auf Entdeckungsfahrt im Umland. Dabei fand ich eine herrliche Strecke mit vielen Ausblickspunkten und auch einigen netten Serpentinen. Gleichzeitig testete ich die neueste Version meines GPS-Recorders für iPhone namens GeoCorder

Ich habe GeoCorder geschrieben, weil ich eine Möglichkeit haben wollte einen GPS-Track aufzunehmen und mir per E-Mail zu senden. Einige Kunden verwenden das Programm für das geotagging von Fotos, damit sie die schönen Bilder ihrer digitalen Spiegelreflexkameras mit Geo-Koordinaten versehen können. Das resultierende GPX-File kan man sich dann beispielsweise auf Google Earth ansehen. Hier ist meine erste Ausfahrt 2009. Es gab ein paar Stellen, an denen der Weg hüpft, da sieht man dann eine gerade Linie. Da hatte ich in meinem Eifer streckenweise vergessen die Aufzeichnung wieder zu aktivieren nachdem ich ein paar Landschaftsfotos (siehe oben) mit dem iPhone geschossen hatte.

Dieses sowie viele andere Projekte führen mir selbst eine wesentliche Weisheit vor Augen: Reichtum und Vermögen sind nicht das gleiche. Das Wort Reich-Tum hat mit einem selbst eigentlich nichts zu tun. Man hört Reich und denkt an irgendeinen Zustand, in dem man sich meistens nicht fühlt und was Tum sein soll, das weiss ich auch nicht. Klingt irgendwie wie Dumm, nur härter.

“Vermögen” andererseits ist freundlich und persönlich. Da steckt “Mögen” drinnen und die Spitze des V zeigt immer auf den Leser. Obendrein ist Vermögen nicht notwendigerweise immer nur finanziell zu verstehen, da steckt nämlich auch drinnen, dass man etwas vermag, also kann. Und können kann ich wirklich viel! 

Es macht mich also nicht nur reich, dass ich viel vermag, sondern mein größter Reichtum ist, dass ich Britta habe. Sie sagt immer, dass ich nicht mehr auskomme, wenn ich mal Ja gesagt habe. Aber insgeheim fühle ich mich doch immer noch, als der größere Gewinner von uns zweien. Sie bekommt einen kleinen Hypochonder mit Senkfüßen und großer Klappe. Ich bekomme eine schlanke attraktive Frau, mit einem goldenen Herzen und deren größter Fehler ist, dass sie zu viele Schnulzromane liest.

Hoch dem Brautpaar

Das dritte Bild in diesem Artikel stammt vom Hauptplatz in Weistrach, wo der ganze Ort am vergangenen Wochenende eine große Hochzeit gefeiert hat. Ich fand es witzig, uns vor dem Bogen mit Aufschrift “Hoch dem Brautpaar” zu fotografieren. Britta wollte das Foto sogleich wieder ins Exil schicken, sie ist zu fotoscheu, wie alle meinen grundlos.

Wenn man mich also fragt, ob ich vor der Hochzeit nervös bin, dann verneine ich das immer. Für mich ist es keine große Leistung vor Zeugen “Ja!” zu sagen und was die Organisation betrifft, die fiel durch den kleinen Rahmen und den Wegfall der Kirche sehr überschaubar aus. Mein Gefühl ist eher so als ob Britta und ich gleichzeitig am 29. Mai Geburtstag haben. Wir wissen schon, was wir geschenkt bekommen und freuen uns schon auf’s (gegenseitige) Auspacken.

Apropos Auspacken. Gestern habe ich auch meinen fertigen Hochzeitsanzug vom Stoffwerk abgeholt. Ist wieder toll geworden. Das ist übrigens der dritte Maßanzug, den ich dort habe herstellen lassen, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Um die Nerven der Oma zu schonen hatte Britta angekündigt bei der Trauung am Standesamt einen zu ihrem Kleid passenden Bolero zu tragen. Worauf ich bemerkte: “Das will ich wohl meinen! Wäre ja noch schöner, dass Du da Air-Condition obenrum haben darfst und ich darf im Anzug schwitzen. Soviel Solidarität muss sein.”

Und als Britta, die seit einer Woche die Wettervorhersage für den Hochzeitstag studiert, mir am Telefon mitteilte, dass es wahrscheinlich nur 15 Grad haben wird, kam auch wieder der Optimist in mir zum Vorschein: “Na gottseidank! Dann kann ich wenigstens meinen Anzug anlassen und zerfliesse nicht vor Hitze.”

Das ist kein Zweckoptimismus. So bin ich halt. Britta ist es zu verdanken, dass ich immer öfter draufkomme, dass ich eigentlich ganz ok bin.